EDMUND STOIBER ÜBER PAPST UND CHRISTENTUM:
„Kirchen können gegenüber Islam offensiver auftreten“
Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber mahnt zu einem selbstbewussten Vertreten des christlichen Glaubens in Deutschland. Im Gespräch mit FOCUS Online wünscht sich Stoiber zudem mehr Missionierung durch die Kirche in unserer Gesellschaft.
von FOCUS-Online-Korrespondentin Martina Fietz, Berlin
FOCUS Online: Sie erinnern sich in Ihrem Beitrag für das Buch „Prominente über den Papst“ daran, dass Sie in Ihrer Eigenschaft als bayerischer Ministerpräsident Benedikt XVI. 2006 bei seinem Heimatbesuch auf dem Flughafen in München begrüßt haben. Was ist Ihnen damals durch den Kopf gegangen?
Edmund Stoiber: Das war für mich ein sehr bewegendes Ereignis. Ich kenne Josef Ratzinger seit 1969. Ich bin ihm in seinen verschiedenen Positionen begegnet – als Professor, als Erzbischof von München und Freising, als Vorsitzender der Glaubenskongregation und als Papst. Wenn dieser weltumspannende und polyglotte Mann seine Heimat besucht, die er so sehr liebt, keine offizielle Deutschland-Visite abstattet, sondern explizit einen Besuch zu Hause, dann ist das ein hoch emotionales Ereignis…
FOCUS Online: Hatten Sie Herzklopfen?
Stoiber: Ich habe das natürlich mit Routine überspielt. Ich war schon lange Ministerpräsident und hatte viele nationale und internationale Gesprächspartner erlebt. Doch ein Papstbesuch ist schon von besonderer Qualität. Das ist nicht vergleichbar mit einem Staatsoberhaupt oder Regierungschef. Da kam der Stellvertreter Christi auf Erden. Als Katholik hat mich das tief bewegt.
FOCUS Online: Welcher Gedanke, welche These des Professors Ratzinger oder von Papst Benedikt hat für Sie besonderen Stellenwert?
Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 17. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des FOCUS Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.focus.de
KATHOLISCHE KIRCHE
Reformen sind nicht gleich Protestantisierung
Der Katholikentag ist die erste große Etappe auf dem Weg zu einem innerkirchlichen Dialog. Hier wird sich zeigen, ob sich eine Aufbruchsstimmung entwickelt, welche die bleierne Zeit überwindet.
Von Gernot Facius, Bonn
Jedes Event hat sein Symbol. Beim 98. Deutschen Katholikentag in Mannheim mit dem etwas ungelenken Motto "Einen neuen Aufbruch wagen" ist es ein roter Rucksack. Das robuste Gepäck versinnbildlicht in seiner Schlichtheit das Konzilswort vom pilgernden Gottesvolk, die Botschaft: Kirche in ihrer tradierten Sozialgestalt ist nicht das letzte Wort. Pilgerschaft ist immer Bewegung und Erneuerung.
Die katholische Kirche in Deutschland müht sich seit Monaten, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals sind im Jahr 2010 mehr als 180.000 Katholiken ausgetreten. Es ist nicht zu viel gesagt: Ohne diese Erschütterungen hätten sich die Bischöfe nicht zu dem Dialogprozess über den Reformstau durchgerungen.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte sich lange vergeblich um einen gemeinsamen Ort des offenen Gesprächs bemüht. Mannheim, wo im Juli 2011 das Dialogexperiment eingeleitet wurde, ist nun die erste große Etappe auf dem Weg nach vorn; hier muss sich herausstellen, ob aus einer Aufbruchsrhetorik eine breite Aufbruchsstimmung werden kann, die die bleierne Zeit überwindet.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 16. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
INDONESIEN
Islamisten erzwingen Verbot für Lady-Gaga-Konzert
Angeblich fördert sie Satansanbetung und Homosexualität: Konservativen Muslimen in Indonesien geht Lady Gaga zu weit. Nach Protesten hat die Polizei ein Konzert des Popstars untersagt.
Nach Protesten von Islamisten hat Indonesiens Polizei ein Konzert von US-Star Lady Gaga (26) im Juni verboten. Es habe Einwände mehrerer Gruppierungen gegeben, sagte Polizeisprecher Boy Rafli Amar am Dienstag.
Nach Meinung der Islamisten verstoßen die Auftritte der exzentrischen Sängerin gegen die indonesische Kultur.
Vor allem die radikale Organisation Islamische Verteidigerfront (FPI) mit ihren tausenden Mitgliedern hatte gegen das Konzert mobil gemacht. Lady Gaga fördere die Satansanbetung und die Homosexualität, erklärte die Gruppe.
"Wenn Lady Gaga doch ein Konzert in Indonesien gibt, werde ich Muslime in Jakarta mobilisieren, es zu verhindern", sagte FPI-Chef Rizieq Syihab lokalen Medien. Die Gruppe hatte damit gedroht, das Konzert zu stören.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 15. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
OSNABRÜCKER BISCHOF BÖDE:
"Wir nehmen uns Menschen nicht demütig genug an"
Kein Bischof demonstrierte so deutlich die eigene Scham und Demut angesichts des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche: Franz-Josef Bode, Leiter des Bistums Osnabrück, spricht im Interview über den Moment, als er sich bäuchlings vor den Altar legte und erklärt, warum er Demut für zeitgemäß hält.
Es war vor eineinhalb Jahren, die Messe zum ersten Advent, eigentlich ein Fest der Freude, doch Franz-Josef Bode war nicht danach. Er hatte mit Menschen gesprochen, die von Mitgliedern seiner Kirche missbraucht worden sind. Sie hätten ihn tief bewegt, sagt er später.
Bode, Bischof von Osnabrück, sprach in seiner Predigt von der "Scham und Erschütterung über die schweren Verfehlungen", doch es waren weniger die Worte, mit denen er ein Schuldbekenntnis zum Ausdruck brachte, was vor ihm keinem Kirchenvertreter so recht gelungen war.
Bode legte sich bäuchlings vor das Kreuz, vollzog die sogenannte Prostration, demonstrierte Demut und Buße angesichts des Missbrauchsskandals in seiner Kirche. Überhaupt ist Bode bekannt als ein liberaler Vertreter seiner Zunft, der Wiederverheirateten die Kommunion nicht verwehren will, der sich erlaubt, in seinem Bistum Dinge etwas anders anzugehen, als es die Prinzipien seiner Kirche vorsehen.
SPIEGEL ONLINE: Wann haben Sie zuletzt Demut empfunden?
Franz-Josef Bode: Im Dom von Osnabrück, während des Gottesdienstes am ersten Advent: Ich habe mich vor den Altar niedergeworfen, um deutlich zu machen, dass die Kirche mit den Missbrauchsfällen und ihrem Umgang mit ihnen Schuld auf sich geladen hat. In diesem Akt liegt das Bewusstsein, dass wir ganz mit dem Boden verbunden und klein sind vor Gott und auch vor den Menschen, gegenüber denen wir verantwortlich sind.
SPIEGEL ONLINE: Ist das der Inbegriff von Demut?
Lesen Sie hier den Beitrag aus SPIEGEL Online vom 14. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des SPIEGEL Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.spiegel.de
BUCHTIP
Gewissen, Glaube, Religion
Wandelt sich die Religionsfreiheit?

"Aus Furcht vor Unvernuft sollte sich niemand unvernünftig verhalten. Man kann Glauben respektieren ohne ihn zu teilen, an Vernunft kann auch zugleich geglaubt werden, wenn ein Bild unserer Kultur zu Grunde liegt, das mehr als nur eine Dimension besitzt."
Der Verfassungsrichter Prof. Dr. Udo Di Fabio, geb. 1954 macht häufig mit seinen Einwürfen zu gesellschaftlichen Fragen auf sich aufmerksam. In diesem Buch zeigt er, dass Vernunft und Glaube keine Widersprüche darstellen und geht der Frage nach, wie in einer freiheitlichen Demokratie Glaube und Religion verortet werden können.
Verlag Herder Freiburg, 2012, ca. 160 Seiten, Kartoniert, HERDER spektrum, Band 6316, ISBN 978-3-451-06316-9, Preis: €[D] 9,99 / sFr 14.90
KATHOLISCHER ORDEN
Legionäre Christi unter Missbrauchsverdacht
Es geht um mindestens sieben Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger: Die Legionäre Christi haben dem Vatikan mehrere mutmaßliche Vergehen ihrer Priester gemeldet. Der verstorbene Gründer Marcial Maciel Degollado brachte den Orden in Verruf, weil er sich an Kindern vergangen hatte.
Von Simone Utler
Hamburg - Der Mexikaner Marcial Maciel Degollado bescherte dem Vatikan einen der größten Skandale des 20. Jahrhunderts. Der vor vier Jahren verstorbene Gründer und frühere Leiter des konservativen Ordens Legionäre Christi predigte Keuschheit, Armut und Gehorsam - und verging sich jahrzehntelang an Seminaristen. Außerdem zeugte er mehrere Kinder, die er ebenfalls sexuell missbraucht haben soll.
Seit Jahren wird gemutmaßt, dass das System Maciel auch andere pädophile Priester schützte und es weitere Fälle gab. Der Orden bestritt dies jedoch stets und distanzierte sich postum von Maciel.
Nun haben die Legionäre Christi eingeräumt, mehrere wegen Missbrauchs von Minderjährigen und anderer Vergehen verdächtige Priester an den Vatikan gemeldet zu haben. Insgesamt seien der Kongregation für Glaubenslehre in Rom neun Fälle gemeldet worden, heißt es in einer aus den USA geschickten Stellungnahme der Legionäre Christi, die SPIEGEL ONLINE vorliegt.
Lesen Sie hier den Beitrag aus SPIEGEL Online vom 11. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des SPIEGEL Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.spiegel.de
SCHWEIZ: ISLAMIST SIEGT VOR GERICHT:
„Der Mann kann seine Frau im Extremfall schlagen“
„Der Mann braucht Sex, darum kann er seine Frau, wenn sie sich weigert, im Extremfall schlagen“: Um diesen Satz gab es in der Schweiz einige Aufregung. Nun hat ein Gericht entschieden: Ihn zu sagen, war einem Islamisten erlaubt.
Im April 2010 hatte Aziz Osmanoglu in einem Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens diesen Satz gesagt, wie das Nachrichtenportal „blick.ch“ berichtet. Auch Peitschenhiebe oder das Abhacken von Händen hält der 36-Jährige für eine sinnvolle Strafe für Diebe. „Ich wäre schon für die Scharia“, sagt er. Und ergänzt, dass er voll und ganz zu dem stehe, was er im Film gesagt habe.
Der Mann dürfe seine Frau schlagen, weil er sonst fremdgehe. Das aber sei vom Islam nicht gewünscht, sagte Osmanoglu damals weiter. Mehrere Monate nach der Ausstrahlung des Films musste sich der gläubige Islamist wegen öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen und zur Gewalttätigkeit vor Gericht verantworten. Zunächst wurde er freigesprochen, doch die Staatsanwaltschaft ging in Revision.
Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 10. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des FOCUS Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.focus.de
BIBLISCHE ARCHÄOLOGIE
Und es hat doch ein Großreich Davids gegeben
Kein Bild, kein Schwein: Seit 2007 gräbt Jossef Garfinkel in den Ruinen von Chirbet Chefaya unweit Jerusalems. Seine Funde lassen die Deutung zu, dass der Monotheismus der Israeliten früher begann.
Von Norbert Jessen
In den vergangenen Jahren war es akademischer Trend, das Alte Testament der Bibel immer jünger werden zu lassen. Mittlerweile wird sogar eine Endredaktion im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr.angenommen. Die in der Bibel überlieferte Erinnerung an ein Großreich um 1000 v. Chr . wurde in dieser Perspektive geradezu zum Mythos reduziert.
Eine Ausstellung in der Hebräischen Universität in Jerusalem hält mit neuesten archäologischen Funden dagegen, präsentiert sie doch Zeugnisse aus dieser frühen Zeit, die durchaus als Beweise für einen monotheistischen Gotteskult angenommen werden können. Hat die Bibel also "doch recht", wie Werner Keller 1955 in seinem Bestseller so treffend formulierte?
Die Funde stammen nicht aus Jerusalem, sondern aus dem Schutthügel Chirbet Chefaya, etwa 30 Kilometer südwestlich der biblischen Hauptstadt. Darunter sind mehrere Kult-Gegenstände verschiedener Art, die zeigen: Nur eine einzige Gottheit wurde offenbar in den drei gefundenen Anbetungsstätten dieser israelitischen Grenzfestung verehrt. Ohne Bildnisse von Mensch oder auch Tier und ohne auch nur einen einzigen Hinweis auf Schweine als Opfertiere. Hier herrschte offenbar ein eigener Kult, der sich von dem der benachbarten Kanaaniter und Philister deutlich unterschied.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 09. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
DEUTSCHLAND
Islamist war beim NRW-Verfassungsschutz
Erst wurde er wegen seiner Nähe zum radikalislamischen Salafismus suspendiert: Jetzt stellt sich heraus, dass ein Essener Polizist auch für den Verfassungsschutz gearbeitet haben soll.
Ein wegen islamistischer Gesinnung vom Polizeidienst suspendierter Kommissar soll für den nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz gearbeitet haben. Der Salafist Ali K. habe im Jahr 2009 rund sechs Monate lang beim "mobilen Observationskommando" der Verfassungsschützer gearbeitet, berichtet die in Essen erscheinende "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" . Seine Aufgabe sei es gewesen, Extremisten auszuspähen.
Allerdings habe sich der 31-Jährige in der Spähtruppe nicht bewährt, weil er als "nicht teamfähig" eingestuft worden sei, schreibt die Zeitung unter Berufung auf NRW-Verfassungsschutzkreise.
Die Essener Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr geht der Zeitung zufolge davon aus, dass der Mann den Koran über das Grundgesetz stellt. Sie rechne mit seiner Entlassung aus dem Beamtenverhältnis. Es wäre der erste Fall in Deutschland, in dem ein radikaler Islamanhänger wegen seines Glaubens aus dem Staatsdienst entlassen wird.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 08. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
NIGERIA
Islamisten brennen Kirche nieder
Nigeria kommt nicht zur Ruhe. Radikale Islamisten haben am Montag in der Stadt Potiskum eine Kirche niedergebrannt. Bereits seit Monaten wird das Land von zahlreichen Anschlägen erschüttert.
Fünf Tage nach einem blutigen Angriff auf einen Viehmarkt der nordostnigerianischen Stadt Potiskum ist es bei einer Protestkundgebung zu Ausschreitungen gekommen.
Radikale Grüppchen brannten nach Polizeiangaben am Montag eine Kirche und mehrere Klassenräume einer Grundschule nieder, eine Gruppe Jugendlicher griff aus Wut über die Tatenlosigkeit der Soldaten Kontrollposten der Armee an.
Drei Verdächtige wurden festgenommen. An der Kundgebung beteiligten sich über tausend Menschen, verletzt wurde demnach niemand.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 07.05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
DEUTSCHLAND
Salafisten stechen auf Polizisten ein – zwei Schwerverletzte
Pro-NRW-Anhänger haben auf einer Demonstration islamfeindliche Karikaturen gezeigt. Die Salafisten, die zur Gegendemo gekommen waren, ließen als Antwort Steine fliegen. 29 Polizisten wurden verletzt, zwei davon durch Messerstiche schwer.
Bei einer Demonstration gegen eine islamfeindliche Aktion der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW hat es am Samstag in Bonn Ausschreitungen gegeben. Eine Beamtin und ein Beamter seien durch Messerstiche schwer verletzt worden und würden stationär in einem Krankenhaus behandelt. Die Tatverdächtigen seien vor Ort festgenommen worden. Nun ermittelt eine Mordkommission. 27 weitere Polizisten wurden leicht verletzt.
Bei den Kundgebungen hatten nach Angaben der Polizei etwa 500 bis 600 Gegendemonstranten weniger als 30 Anhängern von Pro NRW gegenübergestanden. Zu den Steinwürfen von Anhängern der radikal-islamischen Salafisten sei es gekommen, als Pro-NRW-Anhänger islamfeindliche Karikaturen gezeigt hätten.
Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 06. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des FOCUS Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.focus.de
ALLGEMEINWISSEN RELIGION
Wie bibelfest sind Sie?
Die Bibel ist ein Buch der Superlative. Es ist das meist verkaufte Buch, das meist übersetzte Buch und eines der dicksten Bücher der Welt. Nicht zu unrecht wird die Bibel auch häufig als „Buch der Bücher“ bezeichnet.
Jährlich werden weltweit ungefähr 500 bis 700 Millionen Exemplare der Bibel produziert. Die Bibel wurde in 2287 Sprachen übersetzt. In weitere Zahlen ausgedrückt besteht die Bibel aus 1189 Kapiteln, 31175 Versen und circa drei Millionen Buchstaben. Zum Lesen der Bibel benötigt der zügig Lesende nach Berechnungen ungefähr 50 Stunden. Liest man jeden Tag vier Kapitel der Bibel, hat man nach einem Jahr das Buch der Bücher ausgelesen.
Die Bibel ist eine Sammlung von Schriften, die die Geschichte des Volkes Israel und die Geschichte des Lebens Jesu erzählen. Entstanden ist die Sammlung in einem Zeitraum von über tausend Jahren. Doch was steht nun in diesem Weltbestseller? Wissen Sie wer der erste König Israels war, wie viele Psalmen es gibt und wie das erste Gebot heißt?
Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 04. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des FOCUS Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.focus.de
BISCHOF WANKE, ERFURT
"Gottesglaube ist hierzulande gleichsam verdunstet"
Der Erfurter Bischof Wanke sagt: Religiöse Vokabeln sind für viele Ostdeutsche so fremd wie Chinesisch. Der fehlende Gottesglaube im Osten ist für ihn nicht nur eine Folge der DDR-Vergangenheit.
Von Gernot Facius, Bonn
Eine Studie aus den USA hat kürzlich ergeben, dass nirgends auf der Welt die Gottesferne so verbreitet ist wie in Ostdeutschland. Die Gründe dafür sind vielschichtig, betont Bischof Joachim Wanke. Der 1941 geborene Katholik leitet seit 1994 das damals neugegründete Bistum Erfurt. Zuvor war er seit 1981 Bischof und Apostolischer Administrator in Erfurt und Meiningen – einem Gebiet, das kirchenrechtlich zu den Diözesen Fulda und Würzburg gehörte.
Welt Online: Herr Bischof, nirgends auf der Welt ist der Gottesglaube so schwach wie in Ostdeutschland. Ist diese Region heute ein klassisches Missionsland?
Bischof Joachim Wanke: Die Religions- und Kirchenferne des Ostens Deutschlands ist in der Forschung schon lange bekannt. Vergleichbares gilt übrigens auch von Tschechien. Die Kirchen, auch die diesen Raum zwischen Werra und Neiße prägenden protestantischen Kirchen, sind in der Tat in einer Missionssituation. Ich spreche gern vom Bistum Erfurt als einem "Missionsbistum neueren Typs". Neu an unserer derzeitigen kirchlichen Situation ist, dass die Mission weithin nichtreligiöse Menschen in den Blick nehmen muss. Der Gottesglaube ist hierzulande gleichsam "verdunstet".
Welt Online: Was sind die Ursachen?
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 03.05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
GESELLSCHAFT
Religiöse Menschen zeigen weniger Mitleid gegenüber Mitmenschen als Atheisten
Nach einer Studie von US-Sozialpsychologen lassen sich Atheisten und wenig Religiöse eher von Gefühlen, stark Religiöse eher von Prinzipien leiten.
Von Florian Rötzer
Eigentlich sollte man ja annehmen, dass religiöse Menschen gegenüber ihren Mitmenschen großzügiger und mitfühlender sein sollten. Nach einer Studie von US-Sozialpsychologen könnte dies allerdings ein, vielleicht auch von Religiösen gerne gepflegtes Vorurteil sein. Ausgerechnet Atheisten und Agnostiker, die in den USA einen besonders schlechten Ruf haben, aber auch kaum religiöse Menschen scheinen nach Experimenten gegenüber ihren Mitmenschen großzügiger zu sein und mehr Mitleid oder Empathie für sie zu entwickeln als sehr religiöse Menschen.
Wie die Psychologen herausgefunden haben wollen, sind die stark Religiösen offenbar eher mit Ideologie geleiteten Menschen vergleichbar. Ihr Mitleid hängt weniger von ihren Gefühlen ab, sondern eher von der Religionslehre, der Identität in der Gemeinde oder der sozialen Anerkennung. Man gibt oder hilft also, vermuten die Psychologen, weil es vorgeschrieben oder erwartet wird, während die Nicht- oder Wenig-Religiösen eher von ihren Gefühlen geleitet und dabei großzügiger zu sein scheinen. Allerdings war es auch die Ausgangshypothese der Studie, die in der Zeitschrift Social Psychological and Personality Science erschienen ist, dass die Atheisten durch (spontane) Gefühle zur Großzügigkeit, also etwa zu Spenden für leidende Mitmenschen, geleitet werden.
Lesen Sie hier den Beitrag aus TELEPOLIS vom 02. 05. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des TELEPOLIS. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.heise.de
VATIKAN
Gegen eine halbe Million Euro: Kirche soll Verbrecher bei Päpsten beerdigt haben
Im Mittelalter gab es die Praxis des Ablaßhandels. Gegen Geld haben sich Menschen von ihrer Schuld freigekauft – das scheint es auch heute noch zu geben. Der Vatikan soll einen Verbrecher neben Päpsten beerdigt haben – für eine Menge Geld.
Der Ablasshandel war einer der wichtigsten Kritikpunkte für Martin Luther an der katholischen Kirche – wer wollte, konnte sich von seinen Sünden freikaufen. Eigentlich ist diese Praxis seit 1567 in der katholischen Kirche streng verboten. Aber im Zusammenhang mit einem ungeklärten Mädchen-Mord kommt nun ein Fall ans Licht, der zeigt, dass auch heute noch mancher Geistliche schwach wird, wenn die Summe stimmt, wie der britische „Independent“ berichtet.
Enrico de Pedis war in Rom als brutaler Verbrecher bekannt. Er galt als Chef der sogenannten Magliana Bande, einer rechtskonservativen Terrorbande, auf deren Konto zahlreiche Morde an linken Politiker gehen. Es sah also nicht gut aus für ein ehrenhaftes Begräbnis, als Enrico de Pedis 1990 erschossen wurde. Er selbst wollte aber in eine ganz bestimmte Gruft, nämlich in der „Chiesa di Sant´Appollinare“, eine Basilika im Herzen Roms, wo auch Päpste und Kardinäle liegen.
Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 30. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des FOCUS Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.focus.de
WALPURGISNACHT
Als Hexen mit dem Teufel wilde Orgien feierten
In der Nacht vom 30. April zum 1. Mai sollen sich Frauen der Schwarzen Künste zur Walpurgisnacht getroffen haben. Dem Hexenglauben fielen allein auf deutschem Gebiet 25.000 Menschen zum Opfer.
Von Claudia Becker
Am 28. November, morgens um sechs Uhr, da haben sie ihn zum letzten Mal gesehen. Den Drachen. Feurig war er, flammend. An dem Haus von Dorothea Meermanns Tochter trieb er sich rum. Das sagten sie auch unter Eid, die Nachbarn, die wie viele andere Bürger von Bernau am 2. Dezember 1617 zur Ratsversammlung beordert wurden, um gegen Dorothea Meermann auszusagen.
Gertrud Mühlenbeck, selbst eine verdächtige Zauberin, hatte es in aller Öffentlichkeit der Meermann ins Gesicht gesagt, dass sie mit dem Bösen im Bunde stünde. Die Bernauer wussten es längst. Seit 30 Jahren soll Orthie, wie Dorothea Meermann genannt wurde, die Stadt bei Berlin mit ihren Schwarzen Künsten in Atem gehalten haben. So wie es schon ihre Mutter und Großmutter getan hatten. Hexenpack. Verbrannt wurden sie.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 30. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
„VIELE“ STATT „ALLE“
Papst schiebt theologischer Willkür den Riegel vor
Die katholische Kirche kehrt in der Eucharistiefeier zurück zu den ursprünglichen Worten ihrer Liturgie. Der Papst beweist damit eine Treue zur Überlieferung, die sein Pontifikat prägt.
Von Paul Badde
Es ist eine Winzigkeit, wie es scheint, mit der sich Papst Benedikt XVI. in einem Brief an alle deutschsprachigen katholischen Bischöfe gewandt hat. Doch sein Eingriff, den man für eine spitzfindige philologische Petitesse halten könnte, bezieht sich auf die Herzkammer der katholischen Liturgie und den heiligsten Moment jeder Eucharistiefeier, in dem sich nach katholischem Verständnis in den Händen der geweihten Priester Brot und Wein in das Fleisch und das Blut Christi verwandeln.
Es ist der Wesenskern des katholischen Glaubens.
Der Vorgang mag deshalb auch inzwischen weit, weit weg von der Vorstellungswelt aller Nichtkatholiken entfernt sein, wenn der Papst nun für die entscheidenden Worte der Wandlung festhält, dass das lateinische Wort "pro multis" hier mit "für viele" übersetzt werden muss – und nicht mehr, wie es sich seit Jahrzehnten eingebürgert hatte, mit "für alle". Für einen Lateinlehrer wäre die Sache höchst einfach. Doch der Papst ist Kirchenlehrer. Da hat diese Korrektur natürlich ein ganz anderes Gewicht, nach folgender Vorgeschichte.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 29. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
BYZANZ
Wie der Islam sich vor Europas Toren einrichtete
Nach der Eroberung des Orients stoppte Byzanz die arabischen Armeen. Doch nicht Todfeindschaft, sondern Kooperation prägte das Leben zwischen den Großmächten, zeigt eine New Yorker Ausstellung.
Von Hannes Stein
Wer sich eine ordentliche, alle Sinnesorgane umfassende, beinahe schon fiebrige Melancholie holen will - der muss sich dieser Tage im Metropolitan Museum eine Ausstellung anschauen, die den Titel "Byzanz und Islam" trägt. Es ist nicht die erste Ausstellung über Byzanz an diesem Ort: Kenner schwärmen noch heute von der Riesenschau "Die Pracht von Byzanz" aus dem Jahr 1997 . Die neue Ausstellung ist nicht ganz so groß, nicht ganz so phänomenal – aber man lernt viel dabei, und man wird, wie schon angedeutet, am Ende auf gebildete Art sehr traurig.
Es geht um die Zeitspanne ungefähr vom siebten bis zum neunten Jahrhundert, und es geht um die südlichen Provinzen von Byzanz, die sich von Syrien bis nach Ägypten und ins heutige Nordafrika erstreckten; auch das heutige Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien gehörten dazu. Von hier kamen fast alle Reichtümer, die auf den Märkten des oströmischen Reiches gehandelt wurden, vor allem Seide und Gewürze.
Die Staatsreligion von Byzanz war das orthodoxe Christentum. Aber das ist das erste, was man in dieser Ausstellung lernen kann: Unter den byzantinischen Herrschern ging es nicht so stur zu wie, sagen wir, in den kommunistischen Einparteienstaaten. Auch die offiziell verbotenen Kirchen und Religionen florierten. Es gab in den südlichen Provinzen also Gemeinden von syrischen Christen, die einen aramäischen Dialekt sprachen, und es gab koptische Christen, die das Ägyptische ihrer Vorfahren mit griechischen Buchstaben schreiben.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 29. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
WAHL IN NORDRHEIN-WESTFALEN
Kundgebungen und Mohammed-Karikaturen: Rechte wollen Moslems provozieren
Rechtspopulisten wollen vor den anstehenden Wahlen in Nordrhein-Westfalen gezielt Moslems provozieren. Antiislamische Demos und Mohammed-Karikaturen könnten das Klima aufheizen, warnt Innenmister Hans-Peter Friedrich.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat laut einem Medienbericht vor einer möglichen Konfrontation zwischen Moslems und Rechten gewarnt. Die rechtspopulistische Partei Pro-NRW plant dem „Spiegel“ zufolge im nordrhein-westfälischen Wahlkampf eine Serie von bis zu 25 antiislamischen Kundgebungen vor Moscheen. Die kalkulierten Provokationen heizten das Klima in dem Bundesland Land auf, sagte Friedrich demnach vor Parlamentariern. Der Minister befürchte für den Fall, dass die Rechtsextremen auch Mohammed-Karikaturen zeigen, womöglich gewaltsame Auseinandersetzungen.
Friedrichs Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche habe in den vergangenen Tagen mehrmals mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung telefoniert, um die Lage zu entschärfen, hieß es in dem Bericht weiter. Mit einem sogenannten Karikaturen-Wettbewerb sollten laut NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) gezielt Muslime provoziert werden. Jäger habe seine Polizeibehörden angewiesen, die Demonstranten nicht in die unmittelbare Nähe der Moscheen zu lassen. Die Sicherheitsbehörden seien auch deshalb besorgt, weil salafistische Gruppen ebenfalls Interesse an einer Konfrontation haben könnten.
Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 28. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des FOCUS Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.focus.de
EKD-PRÄSES
"Mosebachs Protestantismus-Kritik ist absurd"
Trägt der Protestantismus eine Mitschuld am Atheismus im Osten? Die DDR-Bürgerrechtlerin und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, Göring-Eckhardt, weist den Vorwurf zurück.
Von Matthias Kamann
Katrin Göring-Eckardt (Grüne) ist Bundestagsvizepräsidentin und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Sie stammt aus Thüringen, gehörte zur DDR-Bürgerrechtsbewegung, hat in der DDR zehn Semester evangelische Theologie studiert und ist mit einem thüringischen Pfarrer verheiratet.
Welt Online: Frau Göring-Eckardt, warum ist der Atheismus in Ostdeutschland so stark wie nirgends sonst?
Katrin Göring-Eckardt: Als Grund ist zunächst die DDR-Zeit mit ihrem verordneten Atheismus zu nennen. Der hat mehrere Generationen geprägt, weil sich religiöse Sozialisation vor allem über die Eltern und Großeltern vollzieht.
Hinzu kommt, dass der politische Widerstand in der DDR zwar unter dem Dach der Kirche, vor allem der evangelischen, stattfand, aber nicht als religiös motiviert wahrgenommen wurde. Die Bürgerrechtsbewegung hat das Dach der Kirche genutzt – das war gut –, aber das geschah nicht primär deshalb, weil die Leute gläubig sondern frei sein wollten.
Welt Online: Ist nur die DDR schuld?
Göring-Eckardt: Nein. Schon im 19. Jahrhundert wurde in Ostdeutschland der Gottesglaube schwächer. In einigen Dörfern Thüringens waren bereits in den Zwanzigerjahren die Nicht-Kirchenmitglieder in der Mehrheit. Jena ist der Ort, an dem es deutschlandweit die ersten Feuerbestattungen und somit eine Abkehr von christlich geprägten Beerdigungsformen gab. Insofern hat in Ostdeutschland die Entkirchlichung eine längere Tradition.
Welt Online: Der Schriftsteller Martin Mosebach hat "Welt Online" gesagt, "dass der Protestantismus, so wie er sich im Osten entwickelt hat, mit seinem Hang zur Säkularisierung fast notwendig zur Schwächung des Glaubens geführt hat".
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 27. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
KATHOLISCHE KIRCHE
Benedikt XVI. korrigiert den Text zum Abendmahl
Seit den Sechzigern wurde beim katholischen Abendmahl dem Blut, das für "alle" vergossen wird, gehuldigt. Jetzt hat der Papst entschieden, dass die Bibelstelle wieder mit "vielen" wiederzugeben sei.
Von Paul Badde
In einem aufsehenerregenden Schritt hat Papst Benedikt XVI. mit einem Brief an alle deutschsprachigen Bischöfe streng entschieden, dass in Zukunft an der heiligsten Stelle jeder Messe der katholischen Liturgie nur noch die authentischen Worte Jesu beim letzten Abendmahl benutzt werden dürfen: "Dies ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für Euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis". Für "viele", nicht mehr für "alle".
Er greift damit in eine seit langem anhaltende innerkirchliche Debatte ein, die er damit zu beenden sucht. Es ist aber auch ein Schritt zurück in die Zukunft.
Denn dies ist genau die Formel, die bis zur Liturgiereform in der katholischen Kirche selbstverständlicher Usus war. "Lassen Sie mich zunächst kurz ein Wort über die Entstehung des Problems sagen", klärt er die deutschen Bischöfe deshalb jetzt in seinem Lehrschreiben auf. "In den 60er-Jahren, als das Römische Missale unter der Verantwortung der Bischöfe in die deutsche Sprache zu übertragen war, bestand ein exegetischer Konsens darüber, dass das Wort 'die vielen', 'viele' eine hebräische Ausdrucksform sei, um die Gesamtheit, 'alle' zu benennen." Das Wort "viele" in den Einsetzungsberichten von Matthäus und Markus müsse demnach mit "alle" übersetzt werden.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 26. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
ZEITGEIST
Die Piratenreligion breitet sich aus - nur nicht in Deutschland
Ende 2011 wurde die Kopimismuskirche in Schweden als Religion offiziell anerkannt, nun soll sie auch in den USA und anderen Ländern durch Kopieren verbreitet und als Kirche institutionalisiert werden.
Von Florian Rötzer
In Schweden sind die Piraten um Pirate Bay entstanden, politisch haben sie jedoch keinen wirklichen Durchbruch geschafft, auch wenn immerhin zwei Piraten im Europarlament Abgeordnete wurden. In Deutschland feiert die Piratenpartei hingegen noch einen Erfolg nach dem anderen, sie zieht in die Landtage ein und die Mitgliederzahl wächst schnell. Vielleicht in Ermangelung einer erfolgreichen politischen Partei breitet sich in anderen Ländern eine Piratenreligion aus und sollen neue Kirchen gegründet werden: die Kopimismuskirche oder die Missionary Church of Kopimism in Uppsala. In Deutschland gibt es bislang nur eine inoffizielle, private Webseite.
Im schwedischen Uppsala hatte der Philosophiestudent Isak Gerson, der bei den schwedischen Jungpiraten ist, 2010 die Kirche Missionerande Kopimistsamfundet zusammen mit anderen Mitgliedern der Piratenpartei gegründet. Kopimi ist eine Übersetzung des obersten Gebots "Copy me". Und Gersonkonnte über ein mediales Echo hinaus auch bereits einen Erfolg erzielen, da die von ihm begründete Religion Ende 2011 in Schweden nach mehreren Anläufen offiziell anerkannt wurde. Seitdem soll auch die Zahl der Mitglieder stark angestiegen sein und schon mehr als 3000 betragen.
Dabei soll es nicht bleiben, denn es handelt sich ja um eine Religion mit Missionsauftrag. Bislang haben sich schon einige Anhänger weltweit gefunden, die Websites für die neue Kirche eingerichtet haben und deren Anerkennung einfordern wollen - dabei wurde die Vorlage fleißig oder eher ganz nach Vorschrift kopiert und teilweise übersetzt. Schließlich ist der Grundsatz der neuen Religion die heilige Pflicht zu kopieren. Die Vertreter und Befürworter des Urheberrechts - "Copyright-Gläubige" - würden nur das Wissen beschränken wollen, während die neue Religion den unbedingten Zugang zu allen hergestellten Informationen fordert. Heilig sollen das Wissen, die Suche nach Wissen und die Zirkulation des Wissens sein, weil der Sinn des Lebens "im Kopieren, Verbreiten und Mischen von Informationen" liege. Daher wird Copy&Paste zum Sakrament oder zumindest zu einem Ritual, das fortdauernd umgesetzt werden soll, und auch das unzensierte und nicht reglementierte Internet als unverzichtbares Mittel zum digitalen Kopieren wird heilig gesprochen.
Lesen Sie hier den Beitrag aus TELEPOLIS vom 25. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des TELEPOLIS. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.heise.de
NATIONALSOZIALISMUS
Bayern will Hitlers Buch "Mein Kampf" herausgeben
Im Jahr 2015 laufen die Rechte an Hitlers Buch aus. Der Freistaat Bayern, der bislang die Veröffentlichung in Deutschland verhindert hat, will dann eine kommentierte und eine Schulausgabe vorlegen. Von Fachhistorikern gefordert.
Von Sven Felix Kellerhoff
Was man nicht verhindern kann, sollte man zu steuern versuchen. Nach diesem Prinzip will Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) künftig mit Adolf Hitlers umstrittenem Bekenntnisbuch "Mein Kampf" umgehen. Spätestens Ende 2015, wenn unweigerlich das von Bayern beanspruchte Urheberrecht an dieser mythenumrankten Hetzschrift ausläuft, soll das renommierte Institut für Zeitgeschichte (IfZ) eine wissenschaftlich kommentierte Edition erstellen. Dieses Vorhaben soll vom Wissenschaftsministerium mit 300.000 und vom Finanzministerium mit weiteren 200.000 Euro unterstützt werden.
Das kündigte Söder am Dienstag nach einem mit Spannung erwarteten "Runden Tisch" zum weiteren Umgang mit dieser und ähnlichen NS-Schriften an. Bis zuletzt hatte das Finanzministerium darauf bestanden, einen anderen Weg zu gehen. Ernsthaft war sogar in Erwägung gezogen worden, per Sondergesetz die Sperrung von "Mein Kampf" über das Auslaufen des Urheberrechts hinaus zu verlängern. Offenbar im letzten Moment ließen sich die Beamten überzeugen, dass ein solches Spezialrecht wahrscheinlich vor Gericht keinen Bestand haben dürfte. In jedem Fall wäre eine Änderung des Urheberrecht Bundessache und damit dem Zugriff der bayerischen Staatsregierung weit entzogen.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 24. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
RELIGIONSFREIHEIT
Warum der Islam nicht zu Deutschland gehört
Der Islam gehört zu Deutschland? Keineswegs. Das Recht, Glaubensrichtungen und Überzeugungen zu leben, heißt noch lange nicht, dass sie unsere Vorstellung von Gesellschaft prägen.
Von Monika Maron
Zu Helmut Schmidt gehört die Zigarette, zu Italien die Pasta, zu Berlin gehört die Spree, Adam zu Eva und das Amen zur Kirche. So bezeichnen wir umgangssprachlich einen selbstverständlichen, fast sprichwörtlichen Zusammenhang von Dingen oder Personen.
Solchen Selbstverständlichkeiten hat Christian Wulff den Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" hinzugefügt und ihn als bedeutendste Erinnerung an seine kurze Amtszeit hinterlassen.
Als er zum zwanzigsten Jahrestag der deutschen Einheit die Deutschen mit dieser Behauptung überraschte, löste er noch eine heftige Diskussion aus. Inzwischen scheint es, als hätte die stete Wiederholung diesem Satz, der inzwischen als Wulffs größtes Verdienst gilt, eine bedingungslose, gesetzeskräftige Autorität verliehen.
Das Fragwürdige des Satzes liegt in seiner gleichzeitigen Eindeutigkeit und Unschärfe. Er duldet keinen Widerspruch. Der Islam gehört zu Deutschland. Punkt, Schluss. Er erlaubt nicht einmal eine Nachfrage.
Auch die Scharia, die dem Islam Inhalt und Gestalt gibt? Und welche Glaubensrichtung, schiitisch, sunnitisch, alevitisch, ismailitisch, ahmadiyyadisch, salafitisch auch? Gehören auch die innerislamischen Glaubenskämpfe zu Deutschland? Auch die Benachteiligung der Frauen?
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 23. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
US-BUNDESSTAAT NEVADA
Feuerball explodierte in nur acht Kilometern Höhe
Feuerzauber über Nevada und Kalifornien: Eine enorme Explosion samt hellem Licht schreckte etliche Menschen auf. Überraschend ist die Größe des Himmelskörpers, der die Erscheinung auslöste.
Von Uwe Schmitt
Von bebenden Häusern, weinenden Kindern, entsetzten Notrufen berichten die einen; von psychedelischen Erleuchtungen, göttlichem Grollen, Glücksgefühlen die anderen:
Was immer am Sonntagfrüh um 7.58 Uhr Ortszeit blitzartig den Himmel über Nevada und Kalifornien durchzog – vermutlich ein Meteor, es beeindruckte Zeugen von Reno bis San Francisco tief.
Entlang eines Streifens von rund 1000 Kilometern Länge erlebten Menschen einen "weißroten Feuerball" oder "einen hellgrünen Schweif mit einem leuchtend rotweißen Kopf", einen gewaltigen Knall wie beim Durchbrechen der Schallmauer durch einen Jet, das Autoalarme auslöste, oder ein leichtes Donnergrollen.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 23. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
PATHOLOGISCHE RELIGIÖSITÄT ?
"Glaube ist wie Atomenergie"
Michael Utsch über Droh-Botschaften oder Froh-Botschaften.
Von Ulrike Heitmüller
"Macht religiöser Glaube eher krank oder gesund?" So lautet die Eingangsfrage für den kürzlich erschienenen Sammelband Pathologische Religiosität. "Mal ja, mal nein" - so lakonisch könnte man die Antwort zusammenfassen – es ist allerdings nicht das Anliegen des Buches, diese Frage zu beantworten. Die Autoren wollen vielmehr zeigen, wann oder wen welche Religiosität krank machen kann, und wie man so erkrankten Gläubigen helfen kann. Dazu betrachten sie Fakten und Folgen krank machender Religiosität, psychologische Behandlungsmöglichkeiten für religiös traumatisierte Menschen, Besonderheiten in der Behandlung religiöser Patienten sowie Religion als Trauma und Bewältigungshilfe – die beiden letzteren am Beispiel der Colonia Dignidad. Ulrike Heitmüller sprach mit Michael Utsch, dem Herausgeber des Buches und Verfasser des ersten Kapitels.
? : Nachdem Religiosität lange bei Psychotherapeuten in Verruf gewesen war und dann wieder einen besseren Ruf hatte, wollen Sie jetzt nochmal den ersteren, pathologischen, Aspekt beleuchten. Aber man bekommt bei der Lektüre den Eindruck, dass Glaube eigentlich neutral ist. Ist es also egal, ob man glaubt?
Michael Utsch: Die Frage führt in die falsche Richtung. Glaube ist ein Grundmerkmal des Menschen: Ich kann gar nicht anders als Glauben, weil ich die wesentlichen Fragen meines Menschseins nicht empirisch-wissenschaftlich beantworten kann. Das betrifft etwa die Fragen nach dem Tod, nach dem Sinn des Lebens. Oder was meinem Leben Bedeutung gibt, wie ich mit Schuld umgehe oder mit dem Schicksal, mit Zufall, mit den großen Widersprüchen dieser Welt. Und das kann ich humanistisch oder auch scientistisch beantworten, indem ich sage, ich glaube nur an das, was ich messen kann und wissenschaftlich überprüfen kann. Oder ich beantworte das eben religiös. Letztlich würde ein Leben in Verzweiflung enden, wenn ich nicht irgend eine Form der Wirklichkeitsdeutung hätte. - Oder ich lasse mich treiben wie die Woge im Meer - aber da habe ich doch als Mensch eigentlich mehr Möglichkeiten.
? : Glaube als Wirklichkeitsdeutung hat also fast jeder? Und nur die Frage, ob er religiös ist, ob er an einen Gott glaubt, nur das ist eigentlich egal?
Lesen Sie hier den Beitrag aus TELEPOLIS vom 22. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des TELEPOLIS. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.heise.de
HERZ-KREISLAUF-SYSTEM
Optimisten bekommen seltener einen Herzinfarkt
Wer in Bewegung bleibt, auf fettreiche Ernährung und Zigaretten verzichtet, verringert das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Menschen, die optimistisch und zufrieden sind, sind ebenfalls weniger gefährdet. Der Grund erscheint logisch.
Von Verónica Apolinário, FOCUS-Online-Autorin
Luftnot, brennende Schmerzen im Brustkorb und ein stark beengendes Gefühl – kalter Schweiß bricht aus. Im Fall eines Herzinfarkts zählt jede Minute, sonst kann die Attacke tödlich enden. Laut Statistischem Bundesamt starben 2010 in Deutschland mehr als 350 000 Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Damit verursachen Herzleiden 41 Prozent aller Sterbefälle und sind die häufigste Todesursache.
Zahlreiche Studien aus den letzten Jahrzehnten zeigten, dass sich negative Gefühle wie Wut, Angst und Depressionen schädlich auf das Herz-Kreislauf-System auswirken können. Allerdings ist nur wenig darüber bekannt, wie positive Gefühle die Herzgesundheit beeinflussen können. Laura Kubzansky, Professorin für Gesellschaft, soziale Entwicklung und Gesundheit von der Harvard School of Public Health und ihre Kollegin Julia Boehm, untersuchten den Zusammenhang zwischen psychischem Wohlbefinden und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 22. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des FOCUS Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.focus.de
ATHEISMUS-STUDIE
"Der Unglaube im Osten ist ein Erbe Preußens"
Luther hat den antirömischen Affekt verstärkt, erklärt der Schriftsteller Martin Mosebach den ausgeprägten Atheismus im Osten Deutschland. Auch findet er, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört.
Von Lucas Wiegelmann
Eine neue Studie der University of Chicago hat ergeben, dass in Ostdeutschland weniger Menschen an einen Gott glauben als in jeder anderen Region der Welt. Rund 46 Prozent der Befragten gaben an, noch nie an Gott geglaubt zu haben. "Das überrascht mich nicht", sagt der Schriftsteller Martin Mosebach . Der Büchnerpreisträger vertritt einen konservativen Katholizismus, setzt sich für die Rückkehr zur tridentinischen Liturgie ein und sieht die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils skeptisch. Er meint: Dass ausgerechnet der Osten Deutschlands, die Heimat der Reformation, immer gottloser werde, "hat seine Logik".
Welt Online: Herr Mosebach, waren Sie Karfreitag in der Kirche?
Martin Mosebach: Selbstverständlich. In Frankfurt wurde in diesem Jahr erstmals seit der katholischen Liturgiereform 1968 wieder die Karfreitagsliturgie nach altem lateinischem Ritus gefeiert. Daran habe ich teilgenommen.
Welt Online: Dann haben Sie ja auch für die Atheisten gebetet. Die Kirche bittet an Karfreitag: "Lasst uns auch beten für alle, die Gott nicht erkennen, dass sie mit seiner Hilfe ihrem Gewissen folgen und so zum Gott und Vater aller Menschen gelangen." Warum erhört Gott das immer seltener?
Mosebach: Er hat das doch schon sehr vielfältig erhört. Die Kirche ist über die Jahrtausende in einem ständigen Wachstum befindlich. Es gibt sehr viel mehr Christen auf der Welt als noch vor hundert Jahren und erst recht als noch vor 500 Jahren.
Welt Online: Aber das Wachstum ist regional unterschiedlich. Laut der neuen Studie der Universität Chicago sind in Ostdeutschland 46 Prozent der Menschen überzeugte Atheisten. Warum engagiert sich Gott dort nicht stärker?
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 20. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
MUSLIME : FROMME GLÄUBIGE ODER GOTTESKRIEGER?
Islam und Islamismus: ein Gegensatzpaar
Muslime sind das Feindbild Nr. 1 in vielen europäischen Ländern. Dabei sind bei weitem nicht alle Anhänger des Islam demokratiefeindliche Islamisten.
Alexandra Mankarios, Hamburg
Stellen Sie sich vor, Ihre neuen Nachbarn ziehen ein: Ein Ehepaar mit südländischen Gesichtszügen, beide in langen Gewändern, der Mann mit Bart, die Frau mit Kopftuch. Viele Deutsche würden hier mit Vorbehalten reagieren – der religiöse und kulturelle Graben scheint unüberbrückbar groß. Eine freundschaftliche Beziehung mit den neuen Nachbarn, mit gegenseitigen Besuchen, gemeinsamem Lachen? Schwer vorstellbar. Vielleicht ist diese erste Einschätzung richtig und die neuen Nachbarn stellen sich als zu verschieden heraus. Vielleicht aber auch nicht – nur weil die neuen Nachbarn offenkundig gläubige Muslime sind, heißt das nicht, dass sie nicht herzliche, tolerante Menschen mit einer gesunden Portion Humor sein können.
Spätestens seit dem 11. September 2001, als eine Gruppe hochqualifizierter, an deutschen Universitäten ausgebildeter arabischer Terroristen verheerende Attentate auf das World Trade Center und das Pentagon ausübte, stehen Muslime in unserer Gesellschaft auf der Liste der Feindbilder ganz oben. Auch Berichte über Regime wie die Schreckensherrschaft der Taliban in Afghanistan haben zu diesem negativen Image beigetragen.
Der Begriff „Islamismus“ fällt heute beinahe täglich in den Medien und im alltäglichen Sprachgebrauch ist immer häufiger von Islamisten die Rede, wenn einfach nur Muslime – Anhänger des Islam – gemeint sind. Aber wenn auch alle Islamisten Muslime sind, so ist doch längst nicht jeder Muslim ein Islamist.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WISSEN.DE Online vom 20. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WISSEN.DE Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.wissen.de
VERTEILAKTION DER SALAFISTEN
Was tun, wenn man einen Koran geschenkt bekommt?
Die Verteilung von 25 Millionen Koran-Exemplaren in Deutschland stößt auch bei Muslimen auf Kritik. Schließlich werden wohl viele Bände einfach weggeworfen, für Gläubige eine unerträgliche Vorstellung.
Die Koranverteilung von Salafisten in verschiedenen Städten sorgt für Diskussionen: 25 Millionen deutschsprachiger Koran-Exemplare, also rund 360 Lastwagen voller Bücher, wollen die extremistischen Muslime unters Volk bringen.
Dieser Aktion stehen nicht nur Politiker, sondern auch viele Muslime kritisch gegenüber. Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek, sagte, dass die Weitergabe des Korans eigentlich ein gutes Werk sei. Eine millionenfache Verteilung jedoch sehe er kritisch, da das "Wort Gottes" kein Flugblatt sei, das man als Massenware verteile solle. Außerdem befürchte er, dass der Koran im schlimmsten Fall als Altpapier weggeworfen werde.
Die Vorstellung, dass ein Koran in der Tonne landet, ist für die meisten Muslime unerträglich. Erst im Februar hatte die Verbrennung von Koranausgaben durch US-Militärs in Afghanistan zu Protesten und tödlichen Unruhen geführt: "Der Koran ist für Muslime die wörtliche Offenbarung Gottes", sagt Abdurrahim Kozali, der die Professur für Islamisches Recht und Glaubenspraxis am Zentrum für interkulturelle Islamstudien an der Universität Osnabrück innehat. Deshalb hätten die Muslime schon immer versucht, den Koran respektvoll zu behandeln. Der Koran dürfe laut islamischem Recht nicht ohne rituelle Waschung berührt werden oder auf dem Boden liegen.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 19. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
RELIGION
Kaum ein Ostdeutscher glaubt an einen Gott
Eine Untersuchung von 30 Ländern ergibt: Die Philippiner sind das gläubigste christlich geprägte Volk der Welt. Am unteren Ende der Skala liegen die Länder Nord-, Mittel- und Osteuropas. Ältere sind gläubiger als Junge.
Die Philippiner sind das gläubigste christliche Volk der Welt. Das ergibt eine Untersuchung der Universität von Chicago. 94 Prozent der Philippiner sagten demnach von sich, sie hätten schon immer an Gott geglaubt. Auf Rang zwei und drei folgten die Chilenen mit 88 Prozent und die US-Bürger mit 81 Prozent.
Die vergleichende Studie mit Ergebnissen aus den Jahren 1991, 1998 und 2008 erfolgte in 30 Ländern. Zu ihnen gehörten vor allem solche, in denen Christen in der Mehrheit sind, außerdem Japan und Israel. Menschen aus Ländern, in denen die Mehrheit muslimisch ist, wurden nicht befragt.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 18. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
MIGRATIONSDEBATTE
Türkischer Student schreibt Anti-Sarrazin-Pamphlet
"Wir sind hungrig": Inan Türkmen ist Student in Wien und hat ein Wut-Buch gegen Thilo Sarrazins Thesen geschrieben: Nicht die Türken ruinierten Mitteleuropa, sondern sie zögen gerade an ihm vorbei. Die Türkei ist "Das China Europas.
Die Zielrichtung ist klar, das zeigt das provokante Buchcover: Halbmond und Stern in rot-weiß, wie die türkische Flagge. Darunter: „Wir kommen“. „Wir“ sind in diesem Fall die Türken – in Deutschland, Österreich und der Türkei. Als Antwort auf Thilo Sarrazin und die gefühlte gesellschaftliche Ablehnung bezeichnet der 25-jährige Inan Türkmen, Student der Internationalen Betriebswirtschaft an der Universität Wien, sein Buch. „Ich habe mir die Wut von der Seele geschrieben“, sagt er.
Türkmens Ausführungen sorgten in Österreich schnell für Aufsehen: Türken und türkischstämmige Menschen ziehen Europa, Deutschland oder Österreich nicht hinab in Unbildung und Islamismus, wie Sarrazin es in seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ von 2010 anklingen lassen habe. Stattdessen wachse die Türkei zu einer gewichtigen Wirtschaftsmacht heran, und die neue Generation der Einwanderer werde für die deutsche Mittelschicht zu einer ernsten Konkurrenz.
Die Begründungen liefert Türkmen in den Kapitelüberschriften: „Wir sind mehr“, „Wir sind jünger“, „Wir sind hungriger“ und „Wir sind stärker“. Seine Antwort auf die ängstliche Frage einer österreichischen Freundin, ob das die dritte Türkenbelagerung Wiens sei: „Wenn Du unter Türkenbelagerung verstehst, dass sich die Türken in Europa durchsetzen, dann ist es genau das.“
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 17. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de
USA - WAHLKAMPF 2012
Wie die Republikaner die US-Geschichte fälschen
Immer wieder berufen sich Republikaner wie Newt Gingrich oder Mitt Romney auf die "gottesfürchtigen" Gründungsväter der USA. Doch damit beweisen sie nur ihre eigene Ahnungslosigkeit. Die "Gründungsväter" waren zerstritten.
Von Uwe Schmitt
Der Vorwahlkampf der Republikaner gleicht bisweilen einer Seánce mit Revolutionären und Staatsmännern aus dem späten 18. Jahrhundert, die als Amerikas Gründerväter verehrt werden. Newt Gingrich ist überzeugt, dass sie den Anbau von Marihuana verhindert hätten; Ron Paul weiß, dass die "Nicht-Interventionisten" die Nation aus dem Irak und Afghanistan herausgehalten hätten; Mitt Romney hat die Eingebung, dass Barack Obama nicht an das Amerika der "Founding Fathers" glaubt, sondern es bekämpft.
Und Rick Santorum, der fromme, zornige Katholik, der mittlerweile seine Kandidatur ruhen lässt, beruft sich auf George Washington, der "Religion und Moralität" zu Stützen des Staates erklärte. In ihrem Eifer, einander in der gefühlten Nähe zu den Weisen zu übertreffen, steigern sich die Kandidaten gegenseitig in eine Verzückung, welche die Gründerväter bestenfalls amüsiert, wahrscheinlich bestürzt, vielleicht abgestoßen hätte.
Das Großartige an den sieben Rebellen, die im engen Sinn den Titel "Gründungsväter" tragen – George Washington , John Adams, Benjamin Franklin, John Jay, Alexander Hamilton, James Madison und Thomas Jefferson –, war ihre intellektuell anspruchsvolle Zerstrittenheit. Eine Eigenschaft, die den Geburtsdokumenten der Republik so ungemein nützte und dem Vorwahlkampf 2012 so ungemein abgeht.
Adams und Jay wollten die Religion in die Union einweben, Madison und Jefferson, antiklerikale Deisten, argumentierten erfolgreich für eine strikte Trennung von Kirche und Staat; Washington wird von Historikern in die Mitte zwischen diesen Flügeln platziert. Die einen wollten eine starke Bundesregierung, die anderen fochten für die Rechte der Einzelstaaten. Jedes Mittel kam ihnen recht, der noble Diskurs wie die Schmähattacke. Es ging um viel.
Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 16. 04. 2012 zu Ende.
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des WELT Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.welt.de