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Interviews

ZEITGEIST:  VERSPÄTETER  AUSZUG

Hier wohnen die meisten jungen Nesthocker

 

Sie lieben das „Hotel Mama“: Die meisten jungen Erwachsenen in Deutschland wohnen noch bei ihren Eltern. Nicht alle wollen schnell unabhängig werden. Dabei sind die regionalen Unterschiede groß.

 

Von Tobias Kaiser

Schulabschluss und dann nichts wie raus zu Hause: So denken zwar viele junge Erwachsene. Allerdings sind sie in neun der 16 Bundesländer in der Minderheit. Das zeigt eine bisher unveröffentlichte Auswertung des jüngsten Mikrozensus, die das Statistische Bundesamt der „Welt“ auf Anfrage bereitgestellt hat.

Bundesweit leben 62 Prozent der 18- bis 24-Jährigen noch bei den eigenen Eltern. In den Stadtstaaten dagegen belagert nur eine Minderheit das Hotel Mama: Je 49 Prozent sind es in Bremen und Hamburg, Berlin kommt auf 45 Prozent.

Die Hauptstadt weist damit den zweitniedrigsten Wert unter den Bundesländern aus. Noch geringer ist er nur in Sachsen (43 Prozent). Auch die Ostländer Mecklenburg-Vorpommern (47 Prozent) und Sachsen-Anhalt (48 Prozent) liegen unter dem Bundesdurchschnitt – ebenso wie das nördlichste Bundesland, Schleswig-Holstein (58 Prozent).

In Süddeutschland ziehen Jugendliche später aus

Überproportional häufig dagegen stellen 18- bis 24-Jährige aus Süddeutschland die Füße weiter unter den elterlichen Tisch. In Bayern und Baden-Württemberg wohnen jeweils zwei von drei jungen Erwachsenen (66 Prozent) während Ausbildung, Studium oder den ersten Berufsjahren noch im Elternhaus. Absolute Hochburg der Nesthocker ist allerdings das Saarland: Hier wohnen gut 71 Prozent der jungen Leute noch zu Hause – das ist bundesweiter Rekord.

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US-WAHL  2016  -  JETZT  OFFIZIELL  BESTÄTIGT:

Siebenten-Tags-Adventist Ben Carson wird US-Wohnungsbauminister

 

Die US-Wahlen 2016 sind entschieden. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird Donald Trump. Doch erst am 20. Januar wird der neue Präsident der USA in das Amt eingeführt.

 

Dieses Team unterstützt Donald Trump

Reince Priebus: Der republikanische Parteiführer wird künftiger Stabschef im Weißen Haus - offiziell bestätigt

Stephen Bannon: Trumps rechtskonservativer Wahlkampfmanager wird Chefstratege im Kabinett des neuen Präsidenten - offiziell bestätigt

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SONST  DROHEN  100  EURO  GELDBUSSE  -  PRO  TAG

Französische Kleinstadt muss sich ihrer Marienstatue entledigen

 

Das kleine französische Städtchen Publier muss eine Statue der Heiligen Jungfrau Maria beseitigen, sonst droht der Gemeinde eine saftige Geldstrafe. Obwohl die Mehrzahl Franzosen katholisch ist, wird extrem viel Wert auf die strikte Trennung von Kirche und Staat gelegt.

So ist das Zeigen religiöser Symbole in der Öffentlichkeit verboten und das bedeutet keine Kreuze in öffentlichen Gebäuden, Lehrer, Schüler und Studenten dürfen keine "auffälligen religiösen Symbole" wie Kippa, Kopftuch oder gar Habit im Unterricht tragen und in einem öffentlichen Park darf auch keine Heiligenstatue stehen. Wie die britische Nachrichtenseite "Independent" berichtet, war die umstrittene Figur 2011 nach einigen Kontroversen in einem öffentlichen Park der französischen Gemeinde Publier aufgestellt worden. Später wurde sie von einer religiösen Gruppe gekauft, blieb jedoch an ihrem Platz.

Doch das soll sich jetzt ändern: Denn wenn die Jungfrau Maria auch weiterhin dort bestaunt werden soll, muss die Stadt künftig 100 Euro zahlen – und zwar täglich. So entschied es nun ein örtliches Verwaltungsgericht. Um die Strafe zu umgehen, will Publiers Bürgermeister, Gaston Lacroix, dem Bericht zufolge nun versuchen, die Figur auf privaten Grund zu schaffen.

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WIRTSCHAFTSHISTORIKER

"Wir brauchen den Euro nicht"

 

Der Euro liegt nicht in der DNA des Kontinents, sagt der Wirtschaftshistoriker Abelshauser. Flexible Wechselkurse und sanfte deutsche Geldvormacht sind aus seiner Sicht der bessere Weg für Europa.

Von Anja Ettel, Holger Zschäpitz

Nach dem Brexit-Schock will die Politik Europa enger zusammenrücken lassen. Aus Sicht des Historikers Werner Abelshauser ist das genau der falsche Ansatz. Wer heute mehr Europa fordere, denke geschichtslos, sagte Abelshauser der „Welt am Sonntag.“ „Es ist ein Fehler, Europa etwas überzustülpen, was gar nicht in der DNA des Kontinents liegt.“

Die Europäische Union kranke daran, dass sie versuche, alles über einen Kamm zu scheren. Eine grobe Vereinheitlichung müsse aber scheitern. „Wer wie wir die Akten gelesen hat, tut sich schwer, die Vorstellung eines einheitlichen europäischen Staates nachzuvollziehen.“

Auch die Gemeinschaftswährung ist für den Historiker nicht sakrosankt. „Aus historischer Perspektive muss man sagen: Wir brauchen den Euro nicht.“ Sollte der Leidensdruck in der Währungsgemeinschaft zu groß werden, könnte der Euro durch ein flexibleres System fester Wechselkurse abgelöst werden. „Die währungspolitischen Gräben, die der Euro gerissen hat, ließen sich so überwinden.“

Historiker wertete geheime Akten aus

Im Europäischen Währungssystem der Achtzigerjahre konnten Partnerländer kurzfristig austreten, ihre Währung abwerten und mithilfe der Partner wieder zurückkommen. Ein solches System ging finanziell mit einer Vormacht der Bundesbank einher, an deren Geldpolitik sich die übrigen Partner orientierten. „Die D-Mark wurde wegen ihrer Ankerrolle auch als deutsche Atombombe bezeichnet“, so der Historiker. Erst im Zuge der Wiedervereinigung hätten andere Staaten Deutschland davon überzeugt, „atomar“ abzurüsten.

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H5N8-VIRUS

Wird die wahre Ursache der Vogelgrippe verschwiegen?

 

Naturschützer und Kleinviehzüchter bezweifeln, dass Zugvögel die tödliche Seuche eingeschleppt haben. Der Politik werfen sie Desinformation vor und sind überzeugt, die wahren Schuldigen zu kennen.

Von Ulrich Exner

Thomas Mettenleiter hat es nicht leicht im kleinen Saal des Kieler Finanzministeriums. Der Leiter des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit von der Insel Riems (Mecklenburg-Vorpommern) ist an die Förde gekommen, um die Gemüter zu beruhigen. Vielleicht sogar ein paar Menschen zu überzeugen.

Das Problem: Mettenleiters Sicht, die zugleich offizielle Sicht der deutschen Behörden auf die nun seit bald einem Monat vor allem im Norden Deutschlands grassierende Vogelgrippe ist, wird von der Mehrheit seiner Zuhörer nicht geteilt. Im Gegenteil.

Während das Friedrich-Loeffler-Institut, auch das EU-nahe Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und dessen Kollegen bundesweit, somit sämtliche für die Bekämpfung der Vogelgrippe offiziell Verantwortlichen davon ausgehen, dass der tödliche, ansteckende Erreger H5N8 von Zugvögeln eingeschleppt wurde, pflegen Naturschützer und Klein-Geflügelzüchter ihre ganz gegensätzliche Überzeugung.

Für sie, auch für die mit ihnen verbundenen Naturschutzorganisationen, sind nicht die Zugvögel, sondern Massentierhalter und Agrarindustrie die potenziell Schuldigen einer Epidemie, die bereits Hunderttausende Tiere das Leben gekostet hat. Und deren Ende, da zumindest sind sich alle einig, bisher nicht ansatzweise in Sicht ist.

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GESELLSCHAFT  &  ZEITGEIST

"Nichts ist gefährlicher, als Menschen den Mund zu verbieten"

 

Publizist Roland Tichy wünscht sich von der CDU eine klare Sprache. Political Correctness habe zu einer „allgemeinen Verschwurbelung“ geführt. Er warnt vor Gefahren durch Denk- und Sprechverbote.

Von Roland Tichy

Sich von der CDU was wünschen? Ich wünsche mir eine klare Sprache. Von wem reden wir eigentlich? Von denen, die schon länger hier sind? Nein, wir reden vom deutschen Volk. Wem das peinlich ist – bitte sehr. Der soll es bleiben lassen.

Und wir reden von Einwanderern, Migranten, Flüchtlingen, die Reihenfolge ist beliebig. Aber bitte nicht mehr nur von Flüchtlingen – denn wer nicht differenziert, der kann nicht erkennen, entscheiden, richtig handeln. Und wenn ich mir von der CDU was weiter wünschen darf, wenn wir schon beim Wünschen sind: nicht mehr versprechen, als man halten kann.

Wenn die SPD notwendige Maßnahmen verhindert, dann lass es uns so sagen. Und nicht klammheimlich darüber freuen, dass die anderen verhindern, was wir gar nicht wollen. Denn was wir nicht wollen, können wir auch sagen. Das verbale Spiel über die rhetorische Bande ist für jeden klaren Verstand durchschaubar – und verärgert.

Political Correctness hat einen guten Grundgedanken – so zu sprechen, dass nicht unterschwellig Ablehnung transportiert wird, und so zu sprechen, dass sich niemand willkürlich ausgesperrt fühlt. Aber diese Grundgedanken sind verloren gegangen und einer allgemeinen Verschwurbelung gewichen.

Schlimmer noch: Sprache wird als Disziplinierungsinstrument missbraucht, zur Durchsetzung allgemeiner Denk- und Sprechverbote. Nichts ist gefährlicher, als den Menschen den Mund zu verbieten. Das lassen die sich nämlich eine Zeit lang gefallen, und dann fangen sie an zu schimpfen, danach kommt meist Schlimmeres. Und wie Worte werden Statistiken gerne – nun ja; nicht gefälscht, das wäre zu simpel. Aber sie werden so konstruiert, dass sie in die Irre führen. Ein falscher Kompass ist schlimmer als gar kein Kompass. Und das gilt auch für Statistiken. So entsteht Misstrauen.

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UMFRAGE  ZU  AUSSENPOLITIK

Trump bereitet Deutschen mehr Sorgen als Flüchtlinge

 

Die Sicht der Bürger auf die deutsche Außenpolitik hat sich laut Umfrage seit der US-Präsidentschaftswahl geändert.

Das Wahlergebnis in den USA scheint auch in Deutschland eine große Verunsicherung bewirkt zu haben. Über die Sicht der Deutschen auf die Außenpolitik lässt die Körber-Stiftung regelmäßig eine repräsentative Umfrage erstellen und konnte im November einen deutlichen Richtungswechsel feststellen.

Während noch im Oktober die Flüchtlingsfrage von den Befragten als größte Herausforderung angegeben wurde (46 Prozent), ist es im November nun die Beziehung zu den USA beziehungsweise zu Donald Trump (30 Prozent). Die Flüchtlinge waren nur noch für 28 Prozent das Topthema, zeigte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest. Im Oktober waren es lediglich sieben Prozent, die die US-Beziehungen als Herausforderung sahen.

Fast eine Verdreifachung der Aufmerksamkeit zog auch die Politik Erdogans auf sich: 21 Prozent sahen im November den Umgang mit der Türkei als große Aufgabe, noch im Oktober nannten dieses Thema nur acht Prozent.

Syrien aus dem Blick geraten

Der Syrien-Konflikt scheint den meisten hingegen etwas aus den Fokus geraten zu sein. Im Oktober sagte noch jeder Vierte (25 Prozent), dass dort große Anstrengungen von deutscher Seite nötig seien, im vergangenen Monat nur noch jeder Zehnte (10 Prozent).

Eine weitere Auswirkung hat die Trump-Präsidentschaft vermutlich auch auf die Orientierung auf den wichtigsten und zweitwichtigsten Partner Deutschlands. Zwar bleiben die USA in den Augen der Deutschen der wichtigste Partner (56 Prozent), doch verlieren sie gegenüber dem Vormonat vier Prozentpunkte.

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GEHIRNSCANS

Religion wirkt offenbar ähnlich wie Drogen und Sex

 

Menschen erleben spirituelle Erfahrungen meist als positiv, manchmal sogar ekstatisch. Eine neue Studie legt nahe, dass das Gehirn uns tatsächlich belohnt, wenn wir „den Geist spüren“.

Von Philipp Nagels

An dieser Stelle müssen wir zunächst das Naheliegende sagen: Ja, Karl Marx hat Religion schon 1844 als „Opium des Volkes“ bezeichnet und ja, damit lag er nicht so ganz falsch - zumindest, wenn man neueren Erkenntnissen aus Psychologie und Neurowissenschaften folgt. Glaube lässt sich durchaus als Ruhigsteller des Gehirns, als ultimativer Placebo-Effekt gegen Ängste, Depressionen und andere Malaisen deuten. 

Neuroforscher haben eine Reihe von Hirnregionen mit verschiedenen Formen von religiösen Erfahrungen in Verbindung gebracht. Ein Team der University of Utah hat nun spezifischer untersucht, welche Areale aktiv sind, wenn sehr gläubige Menschen „den Geist spüren“ (im Original: „feel the spirit“) - also während besonders intensiver spiritueller Erlebnisse.

Gott im Gehirnscanner

Die Versuchsteilnehmer waren 19 junge Mormonen mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren. Die Beziehung zu Gott spielt für Angehörige dieser Glaubensgemeinschaft eine besonders wichtige Rolle, auch bei alltäglichen Entscheidungen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 01. 12. 2016 zu Ende.

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NEUER  US-PRÄSIDENT

Sie glauben nicht, wo Donald Trump sich informiert

 

Es ist äußerst bedenklich, woher sich Donald Trump inspirieren lässt. Der designierte US-Präsident sucht regelmäßig eine Website auf, die sich auf wilde Verschwörungstheorien spezialisiert hat.

Einen vermeintlichen millionenfachen Wahlbetrug hat Donald Trump angeprangert – trotz seines Wahlsiegs will sich der designierte US-Präsident nicht damit abfinden, dass er nur im entscheidenden Wahlleutekollegium, nicht aber im landesweiten Auszählungsergebnis die Mehrheit errungen hat.

Seine Behauptung, es habe massive Manipulationen zugunsten seiner Rivalin Hillary Clinton gegeben, hat für großes Befremden unter Kommentatoren und Experten gesorgt. Denn konkrete Anhaltspunkte gibt es dafür nicht.

Schnell ausgemacht war allerdings die Quelle, aus welcher Trump seine Anschuldigung offensichtlich bezog: Es ist die auf wilde Verschwörungstheorien spezialisierte Website „Infowars“, die der designierte Präsident allem Anschein nach regelmäßig konsultiert.

Dort war vor zwei Wochen zu lesen, dass bei der Wahl mutmaßlich drei Millionen Einwanderer ohne Aufenthaltsrecht illegal abgestimmt hätten – und dies praktisch durchweg für Clinton.

„Schwefelgestank bei Clinton und Obama“

„Infowars“ wird von Alex Jones betrieben, einem rechtsgerichteten Provokateur, der auch als Moderator einer Radioshow auftritt. Der 42-Jährige mit der grollend-heiseren Stimme schwelgt in den absurdesten Verschwörungsfantasien und düstersten Bedrohungsszenarien.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 30. 11. 2016 zu Ende.

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EU-STUDIE

Angst treibt die Wähler zu den Rechtspopulisten

 

Angst vor der Globalisierung spielt beim Erfolg von rechtspopulistischen Parteien in Europa die entscheidende Rolle.

Länderübergreifend sehen vor allem die Anhänger von AfD (78 Prozent), des französischen Front National (76) und der FPÖ in Österreich (69) die Globalisierung als Bedrohung.

In allen untersuchten Ländern zählt sich mindestens die Hälfte der Anhänger der rechtsnationalen Parteien wie der italienischen Forza Italia oder der britischen Ukip zu den Globalisierungspessimisten, wie es in der Studie mit dem Titel „Globalisierungsangst oder Wertekonflikt?“ heißt.

Angst hat auch was Positives

„Wir dürfen das Werben um besorgte Bürger nicht den Populisten überlassen. Die etablierten Parteien müssen die Angst vor der Globalisierung in ihre Arbeit einbeziehen“, so Aart de Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung zum Studienergebnis.

Für die Forscher dabei überraschend: Der persönliche Wertekompass, also ob sich die Befragten eher liberal, konservativ oder autoritär einschätzen, spielt für die Anziehungskraft der populistischen Parteien nur eine untergeordnete Rolle.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 30. 11. 2016 zu Ende.

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DARMBAKTERIEN

Das passiert, wenn Sie gar keine Ballaststoffe essen

 

Wer viel Gemüse und Vollkornbrot isst, lebt gesünder. Aber warum eigentlich? Forscher haben einen neuen - gruseligen - Grund entdeckt, warum man unbedingt mehr Ballaststoffe essen sollte.

Von Wiebke Hollersen

Manchen Menschen fällt es leicht, über jede Schicht des eigenen Körpers zu sprechen, selbst über die, nun ja: Schicht aus Schleim im Inneren ihres Darms. Wer nicht über sie reden mag, sollte sie trotzdem ein wenig kennen.

Es handelt sich um eine für die Gesundheit ziemlich wichtige Schicht, den Schleim auf der Schleimhaut des Darms, der die weiteren Gewebeschichten vor Eindringlingen schützt und Antikörper zur Verteidigung bereithält. Leider ist diese Schutzschicht selbst nicht unangreifbar – denn der Schleim enthält jede Menge Polysaccharide. Diese Zuckerverbindungen können offenbar zum Futter für Darmbakterien werden. Wenn diese nicht genug anderes, passendes Futter bekommen.

Das jedenfalls berichten Biomediziner aus Luxemburg und den USA in einer Studie, die im Fachjournal „Cell“ erschienen ist. Die Studie handelt von dem Futter, mit dem man die Darmbakterien davon abhalten kann, sich über die Schleimschicht herzumachen: von Ballaststoffen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 28. 11. 2016 zu Ende.

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EIN  JAHR  LANG  KEIN  FLEISCH?

Verzichten Sie auf dieses Nahrungsmittel mit diesen Folgen

 

Die Menschen fassen sich zu Beginn des neuen Jahres verschiedene Neujahrsvorsätze. Die einen wollen mehr Sport treiben, die anderen auf Schokolade verzichten. Eine weitere Option könnte es sein, das Fleischessen aufzugeben.

Damit engagieren Sie sich nicht nur aktiv gegen den Klimawandel, Sie haben auch gesundheitliche Auswirkungen. Das passiert, wenn Sie ein Jahr lang kein Fleisch essen.

1. Sie verlieren Gewicht

Durch den Verzicht auf Fleisch kann eine Person im Durchschnitt etwa 4,5 Kilo verlieren, wie Forscher an der George Washington University School of Medicine in Washington herausgefunden haben.

2. Sie helfen Ihrem Herzen

Die Cholesterinwerte fallen und ein hoher Blutdruck wird verhindert.

3. Sie beugen gegen Diabetes vor

Eine Studie ergab, dass Menschen, die wöchentlich Fleisch essen ein 29 Prozent höheres Risiko haben an Diabetes zu erkranken, als Vegetarier.

4. Sie reduzieren das Krebsrisiko

Die Weltgesundheitsorganisation stufte verarbeitetes Fleisch wie Salami als krebserregend ein.

Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 28. 11. 2016 zu Ende.

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TÜRKISCHE  DROHUNGEN

Der Zynismus, Flüchtlinge zu Waffen zu machen

 

Die Türkei droht, mit einer Grenzöffnung Europa „zu fluten“. Schutzsuchende Zivilisten wurden schon in der Antike gegen Feinde eingesetzt, gegen ihre Moral, ihren Nachschub oder als Schutzschilde.

Von Florian Stark

Die Drohung des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim , nach einem Einfrieren der EU-Beitrittsgespräche das Abkommen über Flüchtlinge aufzukündigen, erinnert an Kriegspläne in vergangenen Zeiten: „Wenn Flüchtlinge durchkommen, werden sie Europa überfluten und übernehmen“ – als Waffe haben Feldherrn Flüchtlinge bis in die Neuzeit eingesetzt, im strategischen Kalkül spielten sie noch in den großen Kriegen des 20. Jahrhunderts eine Rolle.

Dahinter steckte stets die Überlegung, dass Zivilisten – Frauen, Alte, Kinder – die Kampfkraft einer Partei schwächen, was dem Gegner einen erheblichen Vorteil verschafft. Denn unsoldatische Begleitung reduziert die Marschgeschwindigkeit einer Armee, verbraucht wichtige Vorräte und verlangt Schutz, mindert also die Schlagkraft der kämpfenden Einheiten. Zudem ist der Anblick leidender und sterbender Zivilisten (zumal wenn es sich um Angehörige handelt) geeignet, die Moral ihrer militärischen Begleiter zu erodieren. Die Geschichte hält viele Beispiele parat.

Berühmt ist eine entscheidende Episode im Gallischen Krieg des römischen Statthalters Gaius Julius Cäsar. Nach seinem Sieg über die Legionen bei Gergovia verschanzte sich der Avernerfürst Vercingetorix im Spätsommer 52 v. Chr. in der befestigten Stadt Alesia, um die Römer zu einer Entscheidungsschlacht zu stellen. Dafür strömten Hilfskontingente aus ganz Gallien zu dem Ort im heutigen Burgund.

Allerdings schwanden die Lebensmittelvorräte in Alesia schneller, als sich das Entsatzheer formieren konnte. Cäsar umschloss die Stadt und machte sich zur Verteidigung gegen die vordringenden Gallier bereit. Da entschied Vercingetorix, Frauen, Alte und Kinder aus der Stadt zu schicken. Im Niemandsland „baten sie (die Römer) inständig, man möchte sie in die Knechtschaft aufnehmen und ihnen zu essen geben“. Der Plan war es also, die eigene Mannschaft zu stärken, während ihre neuen Sklaven die Verteidigung der Römer schwächen sollten.

Massenmord als Notwendigkeit inszeniert

In seinem Buch über den Gallischen Krieg schmückt Cäsar das Geschehen rhetorisch geschickt aus. Zuvor lässt er einen Gallier auftreten, der dem Kannibalismus in Alesia das Wort redet. In seinem aktuellen Buch „Der Gallische Krieg“ (C. H. Beck, 271 S., 19,95 Euro) hat der Bamberger Altphilologe Markus Schauer herausgearbeitet, wie der römische Feldherr damit von seiner eigenen brutalen Handlungsweise abzulenken sucht.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 26. 11. 2016 zu Ende.

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AUSSENMINISTER  STEINMEIER

"Frage von Krieg und Frieden ist zurück in Europa"

 

Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht Europas Sicherheit in Gefahr – vor allem mit Blick auf die russische Aggression. Gemeinsam mit anderen OSZE-Außenministern dringt er auf mehr Rüstungskontrolle.

Von Daniel Friedrich Sturm

Selbst wenn Frank-Walter Steinmeier (SPD) sein geliebtes Amt als Außenminister vor Ablauf der Legislaturperiode für seinen Wechsel ins Schloss Bellevue niederlegen wird, so ist ihm die Vollendung einer weiteren Aufgabe ein Anliegen. Deutschland – und damit Steinmeier – hat in diesem Jahr den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) .

Sein alter Vertrauter, Ex-Staatsminister Gernot Erler (SPD), hat als OSZE-Sonderbeauftragter der Bundesregierung die operative Arbeit übernommen. Was anderen als lästiger Zusatzjob vorkäme, verfolgt Steinmeier bis in die letzte Phase seiner Amtszeit. Seine stoischen Rufe nach „Dialog“ hat Steinmeier hier immer wieder artikuliert – selten mit durchschlagendem Erfolg.

Mühsam ist die Arbeit in und mit der OSZE, jenem vielstimmigen Bündnis, dem auch außereuropäische Staaten wie Kanada und die Mongolei angehören. Über einen „Papiertiger“ wird immer wieder gespottet. Alles andere als ein Selbstläufer waren und sind die Aktivitäten der OSZE in der Ukraine-Krise.

Für deren Beobachtermission hat sich Steinmeier immer wieder starkgemacht. Immer wieder meldet sich der Außenminister zu Wort, wenn die Arbeit der Mission behindert wird. Es handelt sich um das mühsame außenpolitische Klein-Klein, mit dem sich wenig brillieren lässt.

„Europas Sicherheit ist in Gefahr“

Kurz vor der Tagung des OSZE-Ministerrats am 8. und 9. Dezember in Hamburg bemüht sich Steinmeier um einen neuen Aufschlag auf politischer Ebene, eine Initiative für mehr Rüstungskontrolle in Europa. Er werbe „mit vielen anderen europäischen Außenministern für einen Neustart in der Rüstungskontrolle“, sagte Steinmeier der „Welt“. Eine solche Rüstungskontrolle sei ein „bewährtes Mittel für Transparenz, Risikovermeidung und Vertrauensbildung“.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 25. 11. 2016 zu Ende.

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NACH  DER  US-WAHL

Wir hatten zu lange ein falsches Amerikabild

 

Stark, selbstbewusst, gefeit gegen Ideologien – so sahen wir die USA. Aber vielleicht sind sie gar nicht so amerikanisch, wie wir dachten? Nach Trumps Wahlsieg müssen wir unsere Wahrnehmung ändern.

Von Ansgar Graw

Was, wenn Amerika immer nur ein großes Missverständnis war? Ein Missverständnis über die vermeintliche Stärke der einzigen Weltmacht? Ein Missverständnis über „E pluribus unum“, jene Idee, nach der aus vielen Ethnien eine multikulturelle Nation erwachsen sei? Ein Missverständnis über den angeblich endlosen Optimismus der Amerikaner? Und über die Immunität „unserer USA“ gegen extremistische Ideologien?

Der Wahlsieg des Donald Trump konfrontiert die Welt mit einem Amerika, das man nicht kannte und sich nicht vorstellen mochte. Die Vereinigten Staaten erscheinen jedem als etwas Einzigartiges. In den USA selbst wird das in den Anspruch des „American Exceptionalism“ gefasst; eine besondere Mischung aus Freiheit, Individualität und Republikanismus mache die Nation zu einem Leuchtturm für die gesamte Welt.

Im Ausland gibt es jene, auf die Amerika deshalb einen magnetisierenden Reiz ausübt, die seine Kultur und Mode adaptieren oder die gar übersiedeln ins „Land der Freien“. Und es gibt die anderen, die Amerika verachten und hassen; aber selbst sie sehen in dem Land etwas ganz und gar Außergewöhnliches, und sei es „der große Satan“. Amerika ist überlebensgroß, für jeden.

Anhänger der „Alt-Right“ skandieren „Heil Trump!“

Und nun dies: In Washington trafen sich kurz nach der Wahl Anhänger der „Alt-Right“, der alternativen Rechten , sie feierten wenige Blocks vom Holocaust-Museum entfernt und Teilnehmer skandierten zum ausgestreckten rechten Arm: „Heil Trump! Heil Sieg!“

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 24. 11. 2016 zu Ende.

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VERTRAG  VON  LAUSANNE

Erdogan stellt Grenzverlauf infrage - Griechen empört

 

Seit 1923 besteht die Türkei in den heutigen Grenzen. Präsident Erdogan sieht Verbesserungsbedarf – speziell was Ägäisinseln angeht. Ein Stopp der EU-Beitrittsgespräche wird immer wahrscheinlicher.

Neue provokante Äußerungen aus der Türkei über die Grenzziehung in der Ägäis bringen die griechische Regierung auf. „Wir stellen die Grundlage unserer Beziehungen nicht infrage. Aber wir werden auch niemandem anderen erlauben, sie infrage zu stellen“, sagte Regierungschef Alexis Tsipras am Mittwoch während einer Rede vor seiner Parlamentsfraktion.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den 1923 geschlossenen Vertrag von Lausanne – Grundstein für die Beziehungen zwischen allen Staaten rund um die Türkei – am Dienstag in Ankara infrage gestellt: „Lausanne ist kein unanfechtbarer Text, keinesfalls ist er ein heiliger Text.“ Er respektiere die Errungenschaften von Lausanne, aber man müsse darüber diskutieren, hatte Erdogan hinzugefügt.

Erdogan hatte den Vertrag von Lausanne in der Vergangenheit immer wieder kritisiert – vor allem, weil einige Inseln in der Ägäis damals Griechenland zugesprochen wurden. Der Vertrag wurde 1923 zwischen den Siegermächten des Ersten Weltkriegs und der türkischen Führung unter Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk geschlossen und legte unter anderem die aktuellen Landesgrenzen der Türkei sowohl im Osten als auch im Westen des Landes fest.

Abgeordnete fordern Stopp der Gespräche

Derweil wächst in Straßburg der Ärger über die Vorgänge innerhalb der Türkei. Die Abgeordneten des Europaparlaments wollen am Donnerstag in einer Resolution fordern, dass die Gespräche über einen Beitritt des Landes zur EU eingefroren werden. Zu gravierend seien derzeit ihre Bedenken mit Blick auf den Rechtsstaat und die Menschenrechtslage in dem Land.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 24. 11. 2016 zu Ende.

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SCHLUSS  MIT  SONNENTANZ

Wie die Sioux katholisch wurden

 

Um Amerikas Ureinwohnern "heidnisch-barbarische Rituale" auszutreiben, griffen Missionare zu christlich-barbarischen Mitteln. Sie verprügelten Kinder mit Knüppeln oder wuschen ihnen den Mund mit Lauge aus.

Von Jasmin Lörchner

Es begann gerade zu dämmern, als zehn Indianer-Polizisten in die Hütte von Sitting Bull eindrangen und ihn festnahmen. Sie befahlen ihm, sich anzuziehen und zogen ihn nach draußen zu 33 weiteren Polizisten. In Windeseile hatten sich 150 Anhänger Sitting Bulls versammelt und forderten seine Freilassung. Im Tumult fiel ein Schuss. Ein Polizist schoss im folgenden Feuergefecht Sitting Bull in den Kopf.

Das geschah am 15. Dezember 1890 im Standing Rock Reservat im neuen US-Bundesstaat North Dakota. An diesem Tag verloren die Sioux ihren bedeutendsten Führer. Und nur zwei Wochen später metzelten Soldaten Hunderte Sioux nieder. Die Tragödie am Fluss Wounded Knee zählt zu den Schandflecken in der Geschichte der USA.

Sitting Bull hatte sich bis zuletzt für das Wohl der Sioux-Stammesgruppe der Lakota eingesetzt. Er protestierte gegen das Zurückdrängen der Sioux in Reservate und gegen die dortigen Lebensbedingungen. Die Zwangsassimilierung seines Volkes lehnte er ebenso ab wie die Religion der Weißen.

Sein Widerstand war vergeblich: Heute ist ein Großteil der verbliebenen Sioux katholisch. Ihre systematische Umerziehung beschreibt der Schweizer Historiker Manuel Menrath in seinem Buch "Mission Sitting Bull", anhand von Erinnerungen der Lakota und von Aufzeichnungen des Schweizer Geistlichen Martin Marty. Marty gilt in den USA als "Apostel der Sioux" - doch seine Methoden zeugen von allem anderen als christlicher Nächstenliebe.

Lesen Sie hier den Beitrag aus SPIEGEL Online vom 23. 11. 2016 zu Ende.

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SPRACHFORSCHERIN

Politiker treiben Wähler mit falscher Wortwahl zu Populisten

 

Von „Brexit“ bis „Flüchtlingsströme“: Eine Sprachwissenschaftlerin warnt deutsche Politiker, mit falscher Wortwahl Ängste bei Wählern zu schüren. Populisten gingen sehr viel schlauer vor.

Sprache ist nicht immer verständlich: Schon vor mehreren Jahren ergab eine Studie, dass viele Fernsehzuschauer Ausdrücke, die in der ARD-„Tagesschau“ verwendet werden, nicht verstehen . Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, warnt nun die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling mit Blick auf die deutsche Politik. Parteien dürften sich im anstehenden Bundestagswahlkampf nicht alleine auf Fakten und solide Programme verlassen. Sie müssten sie auch entsprechend kommunizieren können.

Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten habe gezeigt, dass Menschen Werte wählen, „auch entgegen ihrem Eigeninteresse“, so Wehling. Fakten und gute Programmatik erreichten Wähler nur dann, wenn man ihre moralische Dringlichkeit in einfacher, alltagsnaher Sprache erklären könne, betonte die Wissenschaftlerin, die im kalifornischen Berkeley forscht und auch deutsche Parteien berät.

„Mit Blick auf Deutschland ist zu diagnostizieren, dass viele Parteien gegenüber Populisten großen Nachholbedarf haben , was einfache und wertebezogene Sprache betrifft“, sagte Wehling, die kürzlich das Buch „Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht“ herausgab.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 23. 11. 2016 zu Ende.

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WASHINGTON D.C.  -  "AMERIKA  GEHÖRT  DEN  WEISSEN"

"Sieg Heil" – Trump-Anhänger schockieren mit Hitler-Grüßen

 

Seit der Wahl Trumps sind die Ultrarechten in den USA im Aufwind. Nun ist ein Video von einem Treffen des „Alt-Right“-Lagers aufgetaucht. Neben Hitlergrüßen fallen menschenverachtende Aussagen.

Von Robert Tannenberg

Es sind schockierende Szenen, die sich auf einer Veranstaltung der sogenannten Alt-Right-Bewegung am Wochenende in der US-Hauptstadt Washington, D. C. abspielen.

Mit den Worten „Hail Trump! Hail our people! Hail victory“ beginnt das schockierende Video, das die US-Nachrichtenseite „The Atlantic “ am Montagabend veröffentlicht hat. „Heil Trump! Heil unserem Volk! Sieg Heil.“

Es waren die Schlussworte einer Rede von Richard Spencer, Chef des nationalistischen Thinktanks National Policy Institute und führender Sprecher der Alt-Right-Bewegung.

Und nachdem er sie ausgesprochen hat, springt das Publikum von den Sitzen. Klatscht. Johlt. Viele von ihnen zeigen den Hitlergruß. Schon in den ersten zehn Sekunden des Videos wird die Gesinnung dieser Zusammenkunft deutlich.

„Amerika gehört den Weißen. Es wurde für uns geschaffen, und es gehört uns“, tönt er weiter. Weiß zu sein, bedeute ein Kreuzritter und Eroberer zu sein. „Für uns heißt es: Erobern oder sterben.“

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 22. 11. 2016 zu Ende.

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FOTO-PANNE  BEI  TRUMPS  PERSONALSUCHE

Ministerkandidat offenbart Anti-Terror-Pläne

 

Der republikanische Hardliner Kris Kobach will Heimatschutzminister im Trump-Kabinett werden. Seine Strategie zur inneren Sicherheit hielt er nun versehentlich in die Kameras - sie hat es in sich.

Der designierte US-Präsident Donald Trump ist dabei, sein neues Kabinett zusammenzustellen. Seit Tagen empfängt er hochrangige Politiker zu vertraulichen Gesprächen, unter ihnen auch den Secretary of State des US-Bundesstaats Kansas, Kris Kobach. Der Republikaner will der neue Heimatschutzminister werden.

Bei dem Gespräch sollte es um "Grenzsicherheit, internationalen Terrorismus und eine Reform des Beamtentums" in den USA gehen, teilte Trumps Team zuvor mit. Details sollten geheim bleiben. Doch so genau nahm es der Bewerber mit der Vertraulichkeit nicht: Als Kobach am Sonntag nach dem 45-minütigen Treffen in Bedminster im Bundesstaat New Jersey zusammen mit Trump vor die Tür trat, hatte er seine mitgebrachten Unterlagen unter den Arm geklemmt - gut sichtbar für die wartenden Fotografen.

Auf einem hochauflösenden Foto der Nachrichtenagentur AP ist nun "Kobachs Strategischer Plan für die ersten 365 Tage" im Ministerium für Innere Sicherheit zu sehen. So zumindest steht es auf dem Papier, das unter dem Arm des Politikers zu hervorschaut.

Plan ist eng an Trumps Rhetorik angelehnt

Die US-Nachrichtenseite "Politico" hat entziffert, was auf dem Dokument zu sehen ist: Demnach geht es im ersten Absatz um Kobachs Pläne, potenziellen Terroristen den Zugang zu den USA zu verwehren. Dafür will er das Einreise-Ausreise-Registrierungssystem, das von 2002 bis 2011 als Teil des "Kriegs gegen den Terror" unter der Bush-Regierung in Kraft war, aktualisieren und wiedereinführen. "Alle Ausländer aus hochriskanten Regionen werden verfolgt", heißt es in dem Strategiepapier.

Lesen Sie hier den Beitrag aus SPIEGEL Online vom 22. 11. 2016 zu Ende.

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TÜRKEI

"Kein Platz für Menschen, die anders sind"

 

Die einzige christliche Bürgermeisterin der Türkei, Februniye Akyol, wurde zwangsweise abgesetzt – wegen angeblicher Kontakte zur kurdischen PKK. Sie erzählt, was wirklich hinter den Vorwürfen steckt.

Von Deniz Yücel

Die Türkei im Ausnahmezustand: Seit dem Putschversuch wurden zehn Abgeordnete der prokurdischen HDP, darunter die beiden Vorsitzenden Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag, verhaftet. Zudem wurden in 34 der 106 von der HDP geführten kommunalen Verwaltungen die gewählten Bürgermeister durch staatliche Zwangsverwalter ersetzt.

Nach der türkisch-kurdischen Metropole Diyarbakir traf es nun die Großstädte Van und Mardin. Die 28-jährige Februniye Akyol war gemeinsam mit Ahmet Türk, einem der prominentesten kurdischen Politiker des Landes, Oberbürgermeister von Mardin. Als Angehörige der aramäischen Minderheit war die gelernte Bankwirtin zugleich die einzige christliche Bürgermeisterin der Türkei.

Die Welt: Frau Akyol, warum sind Sie nicht mehr im Amt?

Februniye Akyol: So genau kann ich Ihnen das nicht sagen. Am Donnerstagmorgen rief der Gouverneur, der an unserer Stelle eingesetzt wurde, meinen Bürgermeisterkollegen Ahmet Türk an und sagte, dass er eine entsprechende Anweisung bekommen habe. Unsere Mitarbeiter versammelten sich aus Protest vor dem Rathaus, der Gouverneur kam dann mit einem großen Polizeiaufgebot und verschaffte sich Zugang.

Die Welt: Sie wissen nicht, was Ihnen vorgeworfen wird?

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EISMASSEN  VERSCHWUNDEN

Am Nordpol ist es 20 Grad wärmer als sonst

 

Dramatische Wärme am Nordpol: Die Temperaturen liegen mehr als 20 Grad höher als üblich. Auch in anderen Regionen der Nordhalbkugel herrschen rekordverdächtige Extreme. Konsequenzen? Kaum absehbar.

Auch wenn manche Politiker wie Donald Trump unbeirrt den Klimawandel anzweifeln: Die Zahlen der meteorologischen Messstationen sprechen eine deutliche Sprache. Die jüngsten Messdaten vom Nordpol belegen, dass es derzeit dramatische 20 Grad Celsius wärmer in der Arktis ist, als es der langjährige Durchschnittswert erwarten ließe.

Hoch im Norden herrscht seit Wochen die Polarnacht, die Strahlen der Sonne können die Landmassen nicht erwärmen. Eigentlich sollte jetzt die Eisdecke wieder anwachsen, klirrende Kälte und zweistellige Minustemperaturen sollten die Gebiete in unwirtliche Eiswüsten verwandeln. Stattdessen herrschen momentan fast überall in der Arktis Zustände, die einen Spaziergang in normaler Winterkleidung möglich machten.

Globale Wetterkarten, die die aktuellen Abweichungen von den Durchschnittswerten darstellen, lassen die Polargebiete in einem tiefen Rotton aufleuchten. Welche Konsequenzen diese „Hitzewelle“ für die Region und das Weltklima haben wird, ist kaum absehbar.

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SOCIAL  MEDIA

Wenn das Netz weiter lügt, ist mit Freiheit Schluss

 

Genug geredet und gebeten: Weil sich die Betreiber der sozialen Medien zu wenig an rechtsstaatliche Prinzipien halten, muss die Gangart verschärft werden. Die Politik lässt sich nicht veräppeln.

Von Volker Kauder

Niemand kann bestreiten, dass die sozialen Medien neue Möglichkeiten der politischen Kommunikation bieten. Regierungen, Parteien und Verbände können die Bürger heute viel schneller und zielgerichteter informieren als jemals zuvor. Zudem kann jeder Einzelne politische Diskussionen anstoßen, andere für seine Sache gewinnen oder Kritik äußern, ohne den Umweg über die klassischen Medien zu gehen.

Das Internet und die sozialen Medien haben aber auch Schattenseiten. Es ist zu begrüßen, dass in letzter Zeit nun auch darüber verstärkt debattiert wird. Unbestritten sind Facebook , YouTube und Co. leider immer mehr zu Plattformen geworden, auf denen Unwahrheiten verbreitet, andere Menschen herabgewürdigt, ja Hass verbreitet werden.

Meist sind es Einzelne, die dahinterstecken. Bekanntlich wird aber auch aus Russland versucht, politische Debatten bei uns zu beeinflussen. Die Verzerrung politischer Diskussionen im Netz wird auch dadurch verstärkt, dass mitunter gar keine realen Personen mehr auftreten, sondern Meinungsroboter, sogenannte Social Bots, die bestimmte Haltungen durch Kommentare und Likes verstärken.

Freiheit des Internets muss das Recht einhalten

Das alles hinterlässt Spuren in unserer Demokratie. Damit kein Missverständnis entsteht: Kritik gehört zur Demokratie, auch heftige und ätzende. Aber die Auseinandersetzungen verrohen. In Online-Kommentaren und in Bürgerzuschriften, die auch mich erreichen, wird Kritik in einer Sprache vorgetragen, die mit „vulgär“ noch verharmlosend umschrieben ist.

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