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Interviews

TRIEBWERKSAUSFALL

Pilot bittet Passagiere nur noch zu beten

 

Nach einem Triebwerksausfall wackelt ein Air-Asia-Flieger zwei Stunden lang bis zur Landung wie eine Waschmaschine. Die Passagiere sind in Todesangst. Der Pilot sucht göttlichen Beistand. Mit Erfolg.

Das ist der Stoff, aus dem Albträume sind: Weit über dem indischen Ozean fällt beim Air-Asia-Flug D7 237 plötzlich eines der beiden Triebwerke aus - mit einem lauten Knall auf der linken Seite des Flugzeugs. Der Airbus A330-300 mit 359 Passagieren an Bord beginnt, wie verrückt zu wackeln. 75 Minuten ist die Maschine in der Luft, auf dem Weg von Perth nach Kuala Lumpur. Doch in Malaysia kommt sie nicht an.

Die Besatzung beschließt, lieber nach Australien zurückzufliegen. Und das Flugzeug wackelt weiter. Fast zwei Stunden lag. „Es war, wie in einer Waschmaschine gefangen zu sein“, sagte Passagier Damos Stevens dem Sender CNN . Zwei Mal habe der Pilot die Fluggäste gebeten zu beten. Es sei sehr beängstigend gewesen.

Passagierin Sophie Nicolas sagte „ABC News “: „Ich konnte an der Reaktion des Kabinenpersonals ablesen, dass es sehr schlimm war.“ Sie habe viel geweint, genauso wie die meisten anderen Passagiere an Bord. „Wir haben versucht, unsere Mütter anzurufen und so was. Aber wir konnten nicht viel tun, außer zu warten und auf den Piloten zu vertrauen“, sagte Nicolas. Eine Passagiere schreibt auf Instagram: „Ich dachte, wir sterben.“

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 26. 06. 2017 zu Ende.

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ANTIDEMOKRATISCHE  TENDENZEN

"Jude ist wieder ein Schimpfwort" – warum das jeden Deutschen etwas angeht

 

Deutschland diskutiert die abgesagte Ausstrahlung einer Fernsehreportage über wachsenden Antisemitismus. Elio Adler, Initiator der "Jüdischen WerteInitiative", sorgt sich wegen der Judenfeindlichkeit des politischen Islam.

Von FOCUS-Autor Elio Adler

Gelegentlich werde ich gefragt: Sind wir Juden zu empfindlich, wenn wir vor wachsendem Antisemitismus warnen? Nein. Wir sind ein über Jahrtausende trainiertes Frühwarnsystem für extremistische Strömungen in Gesellschaften. Wenn wir Alarm schlagen, dann, liebe Mehrheitsgesellschaft, betrifft es zwar uns zuerst, aber euch danach.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Im Sommer 2014 gründete ich zusammen mit einem Dutzend Gleichgesinnter die „Jüdische WerteInitiative“. Uns treibt die Sorge, dass die freiheitlich-demokratische Leitkultur in Deutschland erodiert. Dazu gehört auch, dass die Judenfeindschaft wieder blüht.

Vor einigen Wochen stellte die WerteInitiative den großen Parteien eine Reihe von Fragen zur Bundestagswahl. Unter anderem wollten wir wissen: Wie stehen die Politiker zum jüdischen Leben in Deutschland? Wie gehen sie mit dem zunehmenden Einfluss des politischen Islam um?

Die Parteien haben uns geantwortet (die AfD übrigens nur unvollständig, was ich bezeichnend finde). Fast alle versichern, sie wünschten sich ein jüdisches Leben in einer friedlichen, sicheren Gesellschaft ohne Antisemitismus. Das klingt natürlich gut. Allerdings fühlt sich für mich als Jude der Alltag ganz anders an.

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NEUE  ENTHÜLLUNGEN

Warum Trumps Russland-Frage jeden Deutschen betrifft

 

Putin soll persönlich die Einmischung in den US-Wahlkampf angeordnet haben. Obama soll davon gewusst haben. Aber sind die neuen Erkenntnisse entscheidend? Nein. Entscheidend bleibt eine andere Frage.

Von Klaus Geiger

Es scheint, als sei die „Smoking Gun“ gefunden. Als ob es nun einen Beweis gebe, dass Wladimir Putin persönlich anordnete, in den US-Wahlkampf einzugreifen, Hillary Clinton zu schaden – und Donald Trump zum Sieg zu verhelfen.

Die „Washington Post“ berichtet gar, dass Ex-Präsident Barack Obama schon drei Monate vor der Wahl davon wusste. Er tat nichts dagegen, um nicht selbst als Wahlmanipulator dazustehen – und am Ende hielt man es wohl einfach für unwahrscheinlich, dass Donald Trump gewinnen könnte.

Wieso eine diplomatische Krise riskieren, wenn sich die Sache ohnehin von selbst erledigt. Es kam anders – und die Russland-Frage überschattet Trumps Präsidentschaft seit dem ersten Tag. Die Sache wird immer verworrener, und man sollte genau aufpassen, nicht die falschen Dinge für relevant zu halten.

Ist die zentrale Frage, ob Putin die Einmischung in den Wahlkampf persönlich anordnete? Nein, das ist sekundär. Dass Russland Wahlkämpfe beeinflusst, ist keine Frage. Wer liest, wie die staatlich finanzierten Medien „Russia Today“ oder „Sputnik“ Hillary Clinton in den USA oder Emmanuel Macron in Frankreich diffamierten, für den ist das evident.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 25. 06. 2017 zu Ende.

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GROSSRAZZIA  GEGEN  RECHTSEXTREME

Paramilitärische Zeltlager im Thüringer Wald

 

Mit einer Razzia ist die Polizei in zwei Bundesländern gegen eine Gruppierung mit rechtsextremen Bezügen vorgegangen.

Bei einer Großrazzia in der rechtsextremen Szene hat die Polizei am Freitag Immobilien in Thüringen und Niedersachsen durchsucht. Dabei handle es sich um 14 Objekte – überwiegend Wohnräume – in Südthüringen, dem Raum Erfurt und Göttingen, teilte das Landeskriminalamt in Erfurt mit.

Es werde wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen insgesamt 13 Beschuldigte ermittelt. Der Einsatz wurde den Angaben zufolge von Spezialeinheiten des Bundes (GSG 9) sowie der Länder Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen und Thüringen unterstützt.

Die Beschuldigten sollen in Südthüringen paramilitärische Zeltlager – sogenannte Waldbiwaks – organisiert oder daran teilgenommen haben. Dies sei eine Art Ausbildungscamp mit Waffen gewesen, erklärte Oberstaatsanwalt Steffen Flieger.

Zumindest einige der Beschuldigten sollen zudem Mitglieder einer international agierenden rechtsextremen Bewegung sein, erklärte das LKA in einer Mitteilung . Diese habe sich zum Ziel gesetzt habe, die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland und anderer europäischer Staaten abzuschaffen. Weitere Details wollten die Ermittler vorerst nicht preisgeben.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 23. 06. 2017 zu Ende.

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LAMYA  KADOR  UND  SEYRAM  ATES

Zwei Frauen wollen liberalen Islam zeigen und scheitern an Muslimen

 

Das vergangene Wochenende ist für die Vertreterinnen des liberalen Islam unterschiedlich enttäuschend verlaufen. Während Frauenrechtlerin und Rechtsanwältin Seyran Ates in Berlin eine Moschee eröffnete, in der Männer und Frauen gemeinsam beten dürfen, organisierte die Religionslehrerin Lamya Kaddor einen Friedensmarsch in Köln.

FOCUS-Online-Experte Ahmet Toprak

Bei beiden Veranstaltungen war das Medieninteresse überwältigend. Es gab kein Medium, das nicht über die beiden Ereignisse berichtet hätte. In Facebook haben diese beiden Aktionen sogar den Tod von Helmut Kohl in den Schatten gestellt. Sowohl die Eröffnung der Moschee als auch der Friedensmarsch sollten den Islam und die Muslime von ihrer friedlichen bzw. liberalen Seite zeigen. Der Ruf der Muslime war in der Öffentlichkeit schließlich durch die Anschläge mit vielen Toten in ganz Euro ramponiert. Beide Frauen haben sich mit sehr viel Einsatz und Herzblut ins Zeug gelegt und sind trotzdem – leider – gescheitert.  Gescheitert an den Muslimen.

Morddrohungen gegen Seyran Ates

Nach dem ersten – von Medienvertretern begleiteten –  Gebet in der liberalen Moschee gab es seitens der Muslime nicht nur Kritik und Häme, sondern auch Morddrohungen gegen Seyran Ates; von Beleidigungen und Beschimpfungen ganz zu schweigen. In wie fern diese neue Moschee, die momentan in einer Kirche untergebracht ist, von (liberalen) Muslimen frequentiert wird, bleibt abzuwarten. Vor allem das gemeinsame Gebet beider Geschlechter, das offene Haar der Frauen während des Gebets und die weibliche Imamin ohne Kopftuch stehen in der Kritik. Meine Befürchtung ist groß, dass die Eröffnung der Moschee ein Medienereignis bleibt und wenn die Meute der Kameras sich verzogen hat, keine gefestigte Gemeinde sich etablieren wird.

Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 22. 06. 2017 zu Ende.

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STEPHEN  HAWKING

"Die Menschheit ist verloren, wenn wir nicht die Erde verlassen"

 

Der bekannte Astrophysiker Stephen Hawking mahnt zur Eile: In den kommenden acht Jahren sollte die Welt Menschen zum Mars schicken, innerhalb von 30 Jahren eine Mondbasis bauen. Viel Zeit bleibe nicht mehr.

Von Cornelia Karin Hendrich

Professor Stephen Hawking hat die führenden Nationen der Welt aufgerufen, innerhalb von 30 Jahren eine Mondbasis aufzubauen. Zudem sollten Menschen bis zum Jahr 2025 zum Mars geschickt werden, forderte der Wissenschaftler. „Die Erde ist in so vielen Bereichen bedroht, dass es für mich schwierig ist, noch positiv zu denken“, sagte er. „Die Ausbreitung im Weltraum ist das Einzige, was uns noch retten kann.“

„Die Menschheit ist verloren, wenn wir nicht die Erde verlassen“, sagte er. Die Pläne würden der Menschheit ein Ziel geben, zudem die Space-Programme beleben und neue Allianzen ermöglichen. „Die Ausbreitung in den Weltraum wird die Zukunft der Menschheit völlig verändern“, sagte er der BBC zufolge. „Ich hoffe, die großen Nationen werden sich zusammentun, um diese Herausforderung für uns alle gemeinsam zu meistern.“

Immer wieder mahnt der berühmte Astrophysiker zur Eile. Er sieht die Existenz der Menschheit bedroht. Klimawandel, Asteroideneinschläge, Epidemien oder Bevölkerungswachstum könnten die Erde in nicht allzuferner Zukunft unbewohnbar machen. In den kommenden 100 Jahren müsse die Menschheit in der Lage sein, einen fremden Planeten zu besiedeln, drängte er fortwährend . Selbst die künstliche Intelligenz sieht er als Gefahr, sie könnte den Menschen irgendwann abschaffen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 21. 06. 2017 zu Ende.

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"HART  ABER  FAIR"

"Wir müssen begreifen, dass wir mit Unsicherheit leben müssen"

 

Im Angesicht des Terrors wollte Frank Plasberg von seinen Gästen wissen, ob „Mutigsein jetzt Bürgerpflicht“ ist. Die persönlichen Sichtweisen reichen von Panik bis Besonnenheit. Eine wirkliche Lösung für das Problem ist nicht in Sicht.

Von Britt-Marie Lakämper

Was macht der Terror mit unserer Gesellschaft? Müssen die Bürger sich weiterhin gelassen geben, sich nicht beeindrucken lassen? Oder sollte man Weihnachtsmärkte und Konzerte meiden? Bei „Hart aber fair“ diskutierten Gäste aus Politik und Gesellschaft über den richtigen Umgang mit terroristischen Anschlägen .

Im Angesicht von zwei aktuellen Anschlägen in London und Paris sagte der Rechtspsychologe Dietmar Heubrock am Abend im Studio: „Wir haben uns ein Stück weit an den Terror gewöhnt.“ Das könnte etwas Gutes sein, sagte doch neulich der Bundesinnenminister Thomas de Maizière, wir müssten uns damit abfinden, lange mit dem Terror leben.

Der Journalist Georg Mascolo sieht darin aber auch eine Gefahr. Terroristische Anschläge seien schließlich darauf ausgelegt, dass sie ein Klima der Angst in der Gesellschaft erzeugen: „Je mehr die Bereitschaft abnimmt, auf diese Anschläge zu reagieren, desto höher wird die Frequenz und desto perfider werden die Vorfälle werden“, sagte er und warnte vor einer Spirale der Gewalt. Trotzdem ist er der Meinung, dass die hohe Zeit des IS-Terrors in Deutschland vorüber sei: „Es ist notwendig, wachsam zu sein, aber wir sollten auch nicht die Hoffnung aufgeben, dass wir die Spitze der Gewalt erreicht haben.“

Thomas Strobl (CDU) sieht den Grund für Mascolos Sichtweise darin, dass der deutsche Staat hervorragende Arbeit geleistet hätte. Nicht zuletzt hätten die Polizei und die „viel gescholtenen“ Nachrichtendienste dafür gesorgt, dass in Deutschland in letzter Zeit viele Anschläge verhindert worden seien, so der Innenminister Baden-Württembergs. „Wir brauchen keinen Aktionismus und keine Panik, sondern freilich Besonnenheit“, da ist er sich sicher. Die könne man vor allem haben, da die vergangenen Monate gezeigt hätten, dass man dem Terror nicht ausgeliefert sei.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 20. 06. 2017 zu Ende.

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FRIEDENSMARSCH  IN  KÖLN

Der Aufstand der anständigen Muslime bleibt aus

 

Waren es 500 oder doch 3000 in Köln, die den Terroristen „Nicht mit uns!“ zurufen wollten? So oder so: Die überwältigende Mehrheit der deutschen Muslime kam nicht. Das ist bitter. Aber wir sollten es endlich zur Kenntnis nehmen.

Von Robin Alexander

Die Prediger eines liberalen Islam haben gerufen, und die Gläubigen sind nicht gekommen. Ob es 500 oder 3000 waren , die am Samstag in Köln den Terroristen „Nicht mit uns!“ zurufen wollten, ist genauso irrelevant wie die Frage, wie viele von ihnen tatsächlich praktizierende Muslime waren. Manche türkische Hochzeiten sind besser besucht und leider auch die Demonstrationen auf deutschen Straßen für den Rückbau der türkischen Demokratie.

Nicht nur die Ditib, die von Ankara gelenkte größte Organisation von Moscheen in Deutschland, schlug die Gelegenheit aus, ein Zeichen zu setzen. Die überwältigende Mehrheit der deutschen Muslime tat es auch. Das ist bitter. Aber es ist so. Wir sollten es endlich zur Kenntnis nehmen.

Denn der Ramadan-Friedensmarsch ist schon der zweite gescheiterte Versuch, einen Aufstand der Anständigen unter den Muslimen zu organisieren. Nachdem islamistische Fanatiker 2015 in Paris eine tödliche Jagd auf Satiriker, Karikaturisten und Juden veranstalteten, gab es eine „Mahnwache der muslimischen Verbände“ am Brandenburger Tor.

Es gibt keinen organisierten liberalen Islam

Doch auch damals nahmen nur schmerzhaft wenige Muslime teil. Später kam heraus, dass die muslimischen Verbände nur auf Initiative einer Mitarbeiterin des Kanzleramtes und unter sanftem Druck des Innenministeriums zur Mahnwache aufgerufen hatten. Die Kosten der „muslimischen Mahnwache“ trugen CDU und SPD.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 18. 06. 2017 zu Ende.

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RÜCKSICHT

Wir islamisieren uns schleichend

 

Kaum fünf Prozent der Bürger in Deutschland sind Muslime. Kein Grund zur Beunruhigung? Doch nicht die Zahl ist entscheidend, sondern das Verhalten der Mehrheitsgesellschaft in Kernfragen.

Von Rainer Haubrich

In den sozialen Netzwerken kursierte jüngst eine viel kommentierte Statistik zur Verteilung der Konfessionen in Deutschland. Im Jahre 1970 stellten Katholiken und Protestanten 94 Prozent der Bevölkerung, 2015 waren es nur noch 56 Prozent. Die Zahl der Konfessionslosen hat sich im gleichen Zeitraum fast verzehnfacht, sie stellen inzwischen mit gut einem Drittel die größte Einzelgruppe.

Der Anteil der Muslime wuchs von 1,3 auf 4,4 Prozent. Zum Islam bekennen sich also nicht einmal fünf Prozent der Menschen in Deutschland. Die Reaktionen im Internet fielen überwiegend hämisch aus. Das soll also die berühmte „Islamisierung“ sein, die uns angeblich droht? Unter fünf Prozent – damit käme man ja nicht einmal in den Bundestag! Allgemeine Heiterkeit an den politisch korrekten Stammtischen.

Es hängt eben davon ab, was man unter Islamisierung versteht. Für manchen mag davon erst dann die Rede sein, wenn die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch geworden ist. Von einem solchen Szenario ist Deutschland noch sehr weit entfernt – ebenso wie der Kontinent als Ganzer: Bis zum Jahr 2050 wird laut Prognosen der Anteil der Muslime in Europa auf zehn Prozent steigen.

Für das Aufweichen gibt es Anzeichen

Wenn man aber Islamisierung als einen Prozess begreift, bei dem essenzielle Werte und Normen der Mehrheitsgesellschaft – manchmal kaum merklich – aufgeweicht oder verändert werden, dann lässt sich nicht bestreiten, dass es erste Anzeichen dafür gibt.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 16. 06. 2017 zu Ende.

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KATHOLISCHE  KIRCHE

Fronleichnam - was wird da eigentlich gefeiert?

 

In den südlichen Bundesländern haben die Menschen an diesem Donnerstag frei - weil Fronleichnam dort ein gesetzlicher Feiertag ist. Was hat es mit dem katholischen Fest auf sich?

Fronleichnam ist ein katholisches Fest, das immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten begangen wird. Die Bezeichnung leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab. "Vron" steht für "Herr", "lichnam" für "Leib". Der Begriff meint also "Leib des Herrn" und hat nichts mit Leichen zu tun, wie etwa die Verballhornung "Happy Kadaver Day" suggeriert.

Fronleichnam ist in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ein Feiertag. Außerdem bleiben in einzelnen katholischen Regionen Sachsens und Thüringens die Geschäfte und Schulen geschlossen.

Was wird mit Fronleichnam gefeiert?

Mit dem "Fest des Leibes und Blutes Christi" erinnern die Katholiken an das letzte Abendmahl Jesu. Er hatte laut Bibel den Aposteln Brot und Wein gereicht und dabei "Das ist mein Leib" und "Das ist mein Blut" gesagt. In den katholischen Messen wird dies in der Eucharistie (Kommunion) nachgefeiert - und an Fronleichnam noch einmal mit einem besonderen Fest. Es soll demonstrieren, dass Christus und damit Gott gegenwärtig ist.

Lesen Sie hier den Beitrag aus SPIEGEL Online vom 15. 06. 2017 zu Ende.

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KOMPENSATIONSSTRATEGIE

Warum dominante Politiker wieder so populär sind

 

Viele wundern sich über den Aufschwung autoritärer Politiker. Dabei liegt die Erklärung nah: Menschen, die sich nach einem starken Machthaber sehnen, haben vieles gemeinsam. Kontrollverlust spielt auch eine Rolle.

Von Alice Lanzke

Ob Donald Trump, Wladimir Putin oder Recep Tayyip Erdogan : Rund um den Globus feiern Politiker Erfolge, die als dominant oder gar aggressiv gelten – und das, obwohl ihnen gleichzeitig häufig ein Hang zum Narzissmus, zweifelhafte Moralvorstellungen oder Herrschsucht vorgeworfen werden. Warum derartige Volksvertreter dennoch beim Wähler punkten können, haben Wissenschaftler der London Business School untersucht.

Ihr Ergebnis: Unter dem Druck wirtschaftlicher Unsicherheit und dem Gefühl, immer weniger Kontrolle über das eigene Leben zu haben, entscheiden sich Menschen eher für Politiker, die autoritär wirken, als für solche, die als kompetent gelten.

Evolutionär betrachtet können beim Menschen sowohl Dominanz als auch Kompetenz Wege in eine Führungsposition sein. Um herauszufinden, wann und warum insbesondere dominante Politiker erfolgreich sind, analysierten die beiden Verhaltenspsychologen Hemant Kakkar und Niro Sivanathan die Daten von über 140.000 Teilnehmern aus 69 Ländern hinsichtlich der Frage, wie sich psychologische und situationsbedingte Faktoren auswirken.

Ihr Ergebnis aus den insgesamt drei Längsschnittstudien haben sie in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“) veröffentlicht. In den ersten beiden Studien konzentrierten sie sich auf die USA, wo sie die politische Präferenz auf nationaler und kommunaler Ebene von über 2000 Teilnehmern abfragten, ebenso wie sozioökonomische Faktoren.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 14. 06. 2017 zu Ende.

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FRAUENRECHTLERIN  GRÜNDET  MOSCHEE

"Unsere Religion nicht den Rückständigen überlassen"

 

Mit dem Islam gegen den Islamismus: Seyran Ates eröffnet in Berlin eine liberale Moschee. Im Interview erklärt die Berliner Anwältin, wie sie mit Toleranz, Aufklärung und Demonstrationen gegen Radikale wirken will.

Von Anna Reimann

Sollten Muslime in größerer Zahl gegen den Terror, den Radikale im Namen ihrer Religion verüben, demonstrieren? Warum? Was haben die Anschläge mit dem Islam zu tun? Und wie können liberale Muslime ihre Stimme sonst erheben, sich besser organisieren?

Nach den jüngsten Anschlägen von Manchester und London hat die Debatte über die Reaktion auf den Terror neue Fahrt aufgenommen.

Die Anwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates bereitet seit Monaten ein Projekt vor, das moderne Muslime stärken soll. In dieser Woche wird Ates in Berlin eine liberale Moschee eröffnen. Es sei "letztlich verantwortungslos", als fortschrittlicher Muslim auf die konservativen Verbände zu schimpfen, statt selbst aktiv zu werden, sagt Ates.

SPIEGEL ONLINE: Frau Ates, Sie sind bekannt als scharfe Kritikerin konservativer Islamverbände, prangern Frauen- und Mädchenunterdrückung in muslimischen Communitys an. Jetzt gründen Sie eine Moschee und lassen sich selbst zur Imamin ausbilden. Wie passt das zusammen?

Ates: Muslimin zu sein und gleichzeitig Frauenrechtlerin, ist für mich kein Widerspruch. Ich bin schon immer gläubig gewesen, habe das aber lange als Privatangelegenheit gesehen und mich deshalb dagegen gewehrt, meinen Glauben nach außen zu kehren und mich mit anderen, die auch einen modernen Islam leben wollen, zu organisieren. Ich musste aber einsehen, dass diese Einstellung nicht richtig ist.

SPIEGEL ONLINE: Warum nicht?

Lesen Sie hier den Beitrag aus SPIEGEL Online vom 12. 06. 2017 zu Ende.

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