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Interviews

AUTORITÄRES  ROLLBACK

Die Kräfte der Destruktion sind in Europa auf dem Vormarsch

 

Europa offenbart eine wachsende Bereitschaft, dem autoritären Russland eine Einflusszone zuzugestehen. Wie bedrohlich sich die Lage gerade in Südosteuropa zuspitzt, dringt kaum ins Bewusstsein des Westens.

Von Richard Herzinger

Wenn es um das Schicksal des freien und vereinten Europa geht, starren wir meist gebannt auf Entwicklungen in Westeuropa – in den Niederlanden etwa, wo der Durchmarsch des Nationalpopulisten Geert Wilders gerade noch einmal gestoppt werden konnte; in Großbritannien, das nun auch offiziell die Scheidung von Brüssel eingereicht hat; oder in Frankreich, wo ein möglicher Sieg der Rechtsnationalistin Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl der letzte Nagel am Sarg der EU sein könnte.

Doch die unerwartet großen Protestdemonstrationen in Russland und Weißrussland vergangenes Wochenende rufen uns in Erinnerung, dass über die Zukunft Europas in mindestens ebenso hohem Grad im Osten des Kontinents entschieden wird.

Dass sich die schon totgesagte kritische russische Zivilgesellschaft mit solcher Vehemenz – und stark verjüngt – zurückgemeldet hat, und sich so viele unerschrockene weißrussische Demonstranten vom Repressionsapparat des weißrussischen Despoten Lukaschenko nicht abschrecken ließen, illustriert: Die Freiheitssehnsucht, der Wunsch nach Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, die den europäischen Umsturz von 1989/90 ausgelöst hatte, sie ist lebendig und konterkariert das autoritäre Rollback, das ganz Europa zu erfassen droht.

Aufkeimender Massenprotest

Mehr noch: Dieses neue Aufflackern bürgerlichen Widerstandsgeistes ruft ins Bewusstsein, dass dieser Umsturz bis heute nicht abgeschlossen ist. Dass er unvollendet blieb, ist die tiefere Ursache für das Entstehen jener antiliberalen Gegenbewegung, die jetzt an den Errungenschaften von 70 Jahren europäischer Nachkriegsdemokratie rührt.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 29. 03. 2017 zu Ende.

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GLÄUBIGE  UND  ATHEISTEN

Wer den Tod am meisten fürchtet

 

Religion lindert die Angst vor dem Tod, denken viele. Das stimmt allerdings nur eingeschränkt, wie eine weltweite Studie zeigt. Atheisten scheinen genauso furchtlos zu sein wie Tiefgläubige.

Wenn am Ende das Paradies wartet, kann die Reise in den Tod gar nichts so schlimm werden. Eine gängige Theorie besagt, dass religiöse Menschen weniger Angst vorm Sterben haben. Das einzige Problem an der Schlussfolgerung: So richtig solide nachgewiesen wurde bislang nicht, dass Gläubige es mit dem Gedanken ans Sterben einfacher haben.

Jetzt werteten Forscher um Jonathan Jong von der Coventry University und Kollegen hundert Fachartikel zum Thema aus, die zwischen 1961 und 2014 erschienen sind. Die Arbeiten enthielten Daten von 26.000 Menschen weltweit. Demnach kann ein fester Glaube tatsächlich die Angst vor dem Tod abschwächen. Allerdings kommt es auf die Motivation an, die hinter dem Glauben steckt. Und auch Atheismus kann die Angst vor dem Tod lindern.

Lesen Sie hier den Beitrag aus SPIEGEL Online vom 29. 03. 2017 zu Ende.

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BERLINER  KINDERGARTEN

Muslimische Eltern protestieren scharf gegen schwulen Erzieher

 

In einer Berliner Kita eskalierte der Protest muslimischer Eltern gegen einen schwulen Kinderbetreuer. Der Fall verdeutlicht das schwierige Verhältnis von Religion und Homosexualität.

Von Claudia Becker

Sie fürchteten sich. Die Mütter und Väter, die ihre Kinder in einer Kita in Berlin-Reinickendorf untergebracht hatten. Dass der 36-Jährige, der ihre kleinen Mädchen und Jungen täglich an die Hand nahm, sie zur Toilette begleitete oder wickelte, männlich war – das allein löste bei vielen schon ein ungutes Gefühl aus. Als sie aber erfuhren, dass der Erzieher homosexuell ist, starteten sie einen massiven Protest.

Der Berliner „Tagesspiegel“ hat einen kulturellen Konflikt an der Kita öffentlich gemacht, der möglicherweise kein Einzelfall ist. Jedes dritte Kind in einer Betreuungseinrichtung hat mittlerweile einen Migrationshintergrund. Viele sind muslimisch. In der Kita in Berlin-Reinickendorf ist es nur ein Kind nicht. Alle anderen kommen aus muslimischen Familien, gehören zu einer Religion, für die Homosexualität ein Problem ist. Wenn nicht gar ein Verbrechen.

Im Iran droht für homosexuelle Handlungen die Todesstrafe, in Saudi-Arabien werden Homosexuelle nach Shariarecht gesteinigt. Wie viele Frauen und Männer nach Deutschland geflüchtet sind, weil sie in ihrer Heimat wegen ihrer sexuellen Ausrichtung verfolgt wurden, darüber gibt es keine Zahlen. Betroffene berichten indes von unerträglichen Situationen in den Flüchtlingsunterkünften, wo sie den Schikanen homophober Frauen und Männer mit streng muslimischer Tradition ausgesetzt sind.

Katholische Kita entlässt lesbische Erzieherin

Aber auch Christen tun sich nicht immer leicht mit dem Thema Homosexualität. In Neu-Ulm zum Beispiel wurde 2012 der befristete Vertrag einer Erzieherin in einer katholischen Kita nicht verlängert, weil sie lesbisch ist.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 28. 03. 2017 zu Ende.

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MOSCHEEN  IN  DEUTSCHLAND

"Die Imame brüllten so laut, ein Wahnsinnslärm"

 

Der Journalist Constantin Schreiber hat sich in einer achtmonatigen Recherche muslimische Freitagsgebete in ganz Deutschland angehört. Sein Fazit: Wir wissen rein gar nichts.

Von Andrea Seibel

Die Welt: Sie haben als Jugendlicher Arabisch gelernt und dann in Beirut und Dubai gearbeitet. Sie haben früh die muslimische Wirklichkeit kennengelernt. Wie sind Sie mit der kulturellen Differenz umgegangen, auch mit erfahrener Unfreiheit? Oder anders, was lernt man in diesen Ländern?

Constantin Schreiber: Ich habe gelernt, dass es durchaus alles gibt, was es in anderen Teilen der Welt auch gibt. Menschen, die ein liberales oder konservatives Weltbild haben, Frauen, die sehr frei und selbstbewusst leben, aber auch solche, für die das nicht gilt. Jugendliche, die wie im Westen leben wollen oder die im Westen eine Bedrohung sehen. Gleichzeitig tun sich die meisten Gesellschaften in der arabischen Welt sehr schwer, diese faktische Vielfalt überhaupt als existent anzuerkennen. Dahinter steht für mich eine tiefe Angst um die eigene Identität und Bedeutung. Es ist eigentlich recht spannend: So, wie bei uns manche einen Verlust von Werten oder Zugehörigkeitsgefühl beklagen, so gibt es das gleiche Phänomen in der arabisch-islamischen Welt.

Die Welt: Auch hier in Deutschland haben Sie sich einen Namen gemacht mit Ihrer deutsch-arabischen Sendung „Marhaba“ auf n-tv, „Willkommen“. Das alles bewegt sich im Fahrwasser des guten Willens und der Mitte der Gesellschaft. Was aber brachte Sie dazu, ein Buch über „Inside Islam“, das, was in Moscheen gepredigt wird, zu veröffentlichen?

Schreiber: Ich bin einmal eher zufällig dazu gekommen, in Berlin eine muslimische Freitagspredigt zu besuchen. Das war im Frühjahr 2016, für meinen damaligen Arbeitgeber. Ich bin dann auf ausliegende Broschüren gestoßen, die klar demokratiefeindliche Botschaften enthielten. Außerdem verwickelten mich ein paar der Moscheebesucher in sehr eigenartige Gespräche, einer sagte von sich selbst, er sei „Islamist“. Das hat mir zu denken gegeben. Und je länger ich darüber nachdachte, wurde mir klar, wie wenig wir eigentlich über diesen zentralen Ort für Muslime in Deutschland – die Moschee zur Freitagspredigt – wissen.

Die Welt: In dieser Moschee in Berlin-Wilmersdorf stand in einer Broschüre: „Die islamische Revolution ist in ihrem tiefen Streben radikal anders als die westlichen Revolutionen.“

Schreiber: Ich hatte mir durchschnittliche muslimische Predigten ein wenig wie christliche Predigten in einer Kirche vorgestellt. Da gibt es ja auch liberalere und konservative. Themen, die mal mehr oder weniger zeitgemäß sind, auf jeden Fall ein Spektrum darstellen und einen Bezug zu dem Leben „draußen“ haben. Nach meinen Moscheebesuchen muss ich sagen: Christliche und muslimische Predigten in unserem Land sind, was das angeht, grundverschieden. Und zwar nicht nur mit Blick auf die Inhalte. Kirchen sind ja eher Orte der Ruhe, der Besinnung . Man flüstert, der Pfarrer redet eher getragen. Kirchenmusik ist so etwas wie der Inbegriff des Sphärischen, Chorgesänge haben etwas sehr Gediegenes. In den Freitagspredigten in Moscheen, in denen ich war, herrschte ein Wahnsinnslärm. Die Imame brüllten, das Ganze wurde noch von mehreren Mikrofonen verstärkt, so laut, dass ich mir manchmal die Ohren zuhalten musste, weil es einfach total übersteuert war. Die Prediger regten sich immer furchtbar auf, fuchtelten mit dem Zeigefinger herum, klammerten sich an die Kanzel und riefen dabei laut ihre Aussagen den Gläubigen entgegen. Es wirkte auf mich wenig besinnlich. Ich will das gar nicht werten, aber es ist einfach eine auf uns beängstigend wirkende Darstellung.

Die Welt: In Deutschland wissen wir ganz genau, wie viele katholische (11.500) und evangelische (14.800) Gemeinden es gibt. Warum weiß nicht einmal die Bundesregierung, wie viele Moscheen oder Moscheevereine genau in Deutschland existieren, und operiert mit Studienzahlen aus dem Jahr 2012?

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 27. 03. 2017 zu Ende.

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EU-JUBILÄUM

Europa – Nach 60 Jahren tief gespalten

 

In Europa sollen sich die Lebensverhältnisse angleichen – so steht es in den Römischen Verträgen, die vor 60 Jahren unterschrieben wurden. Ein Blick auf die Mitgliedsstaaten zeigt aber: Es ist noch einiges zu tun.

Von Ella Gemünd, Andre Tauber

Es waren leere Seiten, die da vor Konrad Adenauer lagen. Der deutsche Kanzler war an diesem regnerischen Märztag nach Rom gekommen, um seine Unterschrift unter die Römischen Verträge zu setzen, die die Europäische Gemeinschaft begründen sollten. Er dürfte wohl nicht gewusst haben, dass nur die erste und die letzte Seite des Buches überhaupt bedruckt waren. Dazwischen: Blankoblätter.

Die italienischen Gastgeber hatten es nicht rechtzeitig geschafft, das Verhandlungsergebnis in Druckform zu bringen. Also behalf man sich mit dieser Notlösung. Heute vor 60 Jahren war das. Und es ist irgendwie sinnbildlich für die Europäische Union , deren Fundament damals gelegt wurde, die sich allerdings in den folgenden Jahren erst ihre heutige Gestalt erkämpfen musste.

Vorausgegangen waren Monate der Verhandlungen in Brüssel. Der belgische Außenminister Paul-Henri Spaak, der die Gespräche leitete, beschreibt in seinen Memoiren Gespräche, in denen jeder Opfer brachte – und alle am Ende doch das gemeinsame Ziel verfolgten, eine engere Zusammenarbeit zu begründen. „Die Verträge von Rom stellen den Sieg des Geistes der Zusammenarbeit und die Niederlage des egoistischen Nationalismus dar“, schreibt er.

Ludwig Erhard war wirtschaftlich dagegen, politisch dafür

Musste doch jedes Land Zugeständnisse machen. Die Franzosen befürworteten einen abgeschotteten Markt. Die Deutschen und die Niederländer wollten freien Handel. Am Ende verständigte man sich auf die Abschottung des Agrarmarktes. Der damalige deutsche Wirtschaftsminister Ludwig Erhard machte unmissverständlich klar, dass er den Vertrag zwar aus wirtschaftlichen Gründen ablehnen müsste, ihm aber zustimmte, weil es politisch geboten war.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT+ Online vom 25. 03. 2017 zu Ende.

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NATIONALISOLATIONISTEN

Der gefährliche, unbedingte Wille zur Macht

 

Boris Johnson, Donald Trump und Recep Tayyip Erdogan repräsentieren den Politikertyp der Stunde – doch dessen Egomanie und Hässlichkeit schrecken viele Wähler auch ab. Den Freunden eines vereinten Europas nutzt das.

Von Thomas Schmid

Es ist noch nicht lange her, da ging fast überall in Europa ein Kleinmut um an der Grenze zur Verzweiflung. Kein Kraut schien gewachsen gegen den Siegeszug der nationalisolationistischen Parteien und Bewegungen. Weder mit Abgrenzung noch mit Verständnis war ihnen beizukommen. Ihr Nein zur herrschenden Ordnung der Staaten und Europas schien unaufhaltsame Kraft zu besitzen.

Wir spielen euer Spiel nicht mehr mit: Dieses Programm der generellen Absage wurde in Europa so populär und attraktiv wie noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Erstmals seit sieben Jahrzehnten schien die Politik des Kompromisses, der Vernunft und des graduellen Reformierens rundum zu versagen . Es sah so aus, als hätten die Instrumente herkömmlicher Politik ausgedient. Indes, den unaufhaltsamen Selbstlauf der Nationalisolationisten – es gibt ihn nicht. Die Gesellschaften können sich erfolgreich dagegen wehren und die Nein-Sager in die Schranken verweisen.

Es war ein erstes Hoffnungszeichen, als im Dezember vergangenen Jahres bei der Präsidentenwahl in Österreich eine große Mobilisierung unter den Bürgern des Landes zu dem am Ende überraschend klaren Sieg Alexander Van der Bellens über den lange als Favorit geltenden Norbert Hofer von der FPÖ führte.

Es geht also doch – das Argument muss dem Ressentiment nicht unterlegen sein. Und nun die Niederlande! Dem beherzten Ministerpräsidenten Mark Rutte ist es, trotz Verlusten, gelungen, Geert Wilders in die Schranken zu verweisen. Das Polderland hat gezeigt, dass man den Nationalisolationisten erfolgreich Paroli bieten kann. Deren Bäume wachsen nicht in den Himmel.

Doch die Erleichterung, die überall in Europa zu vernehmen war, kommt zu früh. Denn erstens ist die politische Landschaft der Niederlande noch fragmentierter als zuvor schon. Und zweitens war es im Grunde nicht Rutte, sondern Wilders, der die Partei des Ministerpräsidenten stärkste Partei bleiben ließ.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT+ Online vom 23. 03. 2017 zu Ende.

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INTELLIGENZ

"Wölfe sind Menschen ähnlicher als jedes andere Tier"

 

Was geht in Köpfen von Tieren vor? Erstaunlich viel, sagt Carl Safina. Der Forscher hat sich auf die Spur dreier Arten begeben, die er für besonders schlau und gefühlvoll hält. Dazu gehören die Wölfe.

Von Wiebke Hollersen

Es gibt Elefantenkühe, die ein Leben lang miteinander befreundet sind. Ein langes Leben lang, Elefanten werden oft 60 oder älter. Sie leben in Familien, die von lebenserfahrenen Elefantinnen angeführt werden. Diese Familien begegnen einander von Zeit zu Zeit – es kann auch passieren, dass sie sich nur treffen, weil die alten Freundinnen sich mal wieder sehen wollen. „Individuelle Persönlichkeiten zählen mehr als allgemeine Regeln“, das hat Carl Safina beobachtet, als er einige Wochen bei den Elefanten im Amboseli-Nationalpark in Kenia verbrachte. Und bei den Forschern, die diese Elefanten studieren. Safina hat auch Wölfe und Wolfsforscher, Killerwale und Walforscher besucht, er hat Studien über Primaten , Krähenvögel, Insekten und Hunde ausgewertet. Sein Buch über „Die Intelligenz der Tiere“ (C. H. Beck, 526 S., 26,95 Euro) wurde in den USA zum Bestseller, gerade ist es auf Deutsch erschienen.

Die Welt:Sie fanden es früher töricht, wenn Leute ihre Hunde wie Familienmitglieder behandelt haben. Diese Vermenschlichung gefiel Ihnen nicht. Das sehen Sie nach der Arbeit an Ihrem Buch anders, schreiben Sie. Sind Ihre beiden Hunde mehr als Hunde für Sie geworden?

Carl Safina:Vielleicht sind meine Hunde sogar ein wenig schuld an diesem Buch. Ich mochte Hunde früher nicht besonders. Viele sind neurotisch. Sie benehmen sich schlecht, sind aggressiv. Aber das liegt eigentlich an den Menschen, die nicht wissen, wie man mit Hunden interagieren muss. Wir bekamen dann zwei Welpen, und ich fing an, anders auf die Tiere zu schauen, ich dachte viel über sie nach. Ein paar Jahre später begann ich mit der Arbeit am Buch. Aber es ist kein Buch über Hunde.

Die Welt: Sie kommen oft vor in Ihrem Buch.

Safina: Weil sie in meinem Leben oft vorkommen. Und ja, meine Hunde sind meine Familienmitglieder. Würden sie einen Unfall haben oder krank werden, würden wir mehr Geld für ihre Rettung ausgeben, als sie uns gekostet haben. Bei einem Auto macht man so etwas nicht.

Die Welt: Warum wollten Sie die Intelligenz der Tiere ergründen?

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT+ Online vom 22. 03. 2017 zu Ende.

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PSYCHOLOGIE

Ja, jeder Mensch lügt regelmäßig. Aber warum nur?

 

Die Lüge hat einen schlechten Ruf. Schon in der Bibel ist sie im achten Gebot geächtet. Doch Psychologen werfen einen viel differenzierteren Blick auf die Vielschichtigkeit der Unwahrheit.

Von Michael Ruffert

Der Hörsaal platzte aus allen Nähten. Fast 900 Jungen und Mädchen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren drängten sich dort, wo sonst die Studenten sitzen. Kinder-Uni an der Hochschule in Hamburg, und das Thema der Psychologin Nina Krüger stieß auf großes Interesse: „Wer von Euch hat heute schon gelogen?“, fragte sie. Zaghaft gingen Kinderarme in die Höhe. Nur bei den Eltern in den letzten Reihen regte sich keine Hand: Die Erwachsenen fühlten sich sicherheitshalber nicht angesprochen – denn Lügen gibt keiner gerne zu.

Die Lüge gilt als verwerflich: „Lügen haben kurze Beine“. Oder: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht“, heißt es. Egoistische Lügen zerstören Vertrauen und können Partnerschaften gefährden.

Weiße, schwarze und blaue Lügen

Aber die kleinen Lügen gehören zum Alltag: Fast jeden Tag wird ein bisschen geschwindelt. Es gibt durchaus Flunkereien, die Streit und Konflikt vermeiden, und dem Gegenüber mehr nutzen als schaden, erklärt Krüger: „Dann spricht die Wissenschaft von ‚weißen Lügen‘“. Solche Unwahrheiten „mit positiven Folgen“ für einen Anderen erleichterten das Zusammenleben.

Sie kommen dabei häufig vor – etwa wenn der Ehemann sagt, dass ihm das Kleid seiner Frau gefällt, obwohl er es eigentlich scheußlich findet. Oder wenn man beteuert, dass einem das Essen schmeckt, obwohl es versalzen ist. „Durch diese Lügen sollen andere nicht verletzt werden“, erklärt Krüger.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 20. 03. 2017 zu Ende.

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