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Interviews

AUF  FACEBOOK  HETZEN  DITIB-ANHÄNGER  OFFEN  GEGEN DEUTSCHLAND

"Wir zerschlagen Deutschland"

 

Seit bekannt wurde, dass Imame von Ditib in Deutschland für die Erdogan-Regierung spionieren, steht der türkisch-islamische Moscheenverband in der Kritik. Wie nun ein Bericht zeigt, wird der Verband aber auch immer mehr zum Nährboden für religiöse Intoleranz und Demokratiefeindlichkeit.

Besorgniserregende Äußerungen hat das Magazin „Panorama 3“ des NDR im Umfeld der Ditib in Hamburg gefunden. Auf Facebook machten Funktionäre und Anhänger aus ihrer Gesinnung keinen Hehl. So veröffentlichte beispielsweise Ishak Kocaman, Vorsitzender des Ditib-Moscheevereins in Hamburg-Wilhelmsburg, immer wieder Zitate von radikalen Predigern auf seiner Seite.

„Demokratie ist für uns nicht bindend“, ist dort als türkisches Zitat unter anderem zu lesen. „Uns bindet Allahs Buch, der Koran.“ Auf einem anderen Bild prangt die Aussage: „Ich spucke auf das Gesicht der Türken und Kurden, die nicht islamisch leben. Was für einen Wert haben sie schon, wenn sie keine Muslime sind.“ Völlig anders als das tolerante Bild, das Ditib gerne von sich zeichnet.

Kriegerische Parolen aus dem Ditib-Umfeld

Im Gespräch mit den Reportern des NDR-Magazin wiegelt der Ditib-Funktionär ab. Die Zitate seien keine Hassparolen, sondern „private Emotionen“, wie er umständlich erklärt – und überhaupt meine er gar nicht, was er sage. Wichtig sei der offizielle Kurs von Ditib und der setze auf Zusammenleben. Tatsächlich bekennt sich der Verband auf seiner Internetseite zu Demokratie und Toleranz.

Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 23. 02. 2017 zu Ende.

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"KOPFTUCH-URTEIL“  IN  BERLIN

Käßmanns Beten gegen Terror? "Weltflucht und Eigen-PR"

 

Pascal Kober ist evangelischer Militärpfarrer und kennt die Sorgen deutscher Soldaten im Ausland gut. Er greift Reformationsbotschafterin Käßmann an – und attestiert ihr Ähnlichkeiten mit der AfD-Chefin.

Von Thorsten Jungholt

Die Welt: Am 22. Februar 1957 unterzeichneten Bundeskanzler Konrad Adenauer und der EKD-Ratsvorsitzende Otto Dibelius den Vertrag über die evangelische Militärseelsorge. Wie viele Militärpfarrer gibt es heute in der Bundeswehr , Herr Kober?

Pascal Kober: 100 evangelische und 75 katholische.

Die Welt: Der Wehrbeauftragte betont in seinem jüngsten Bericht die hohe Wertschätzung der Soldaten für die Militärpfarrer. Wie erklären Sie sich die? Eigentlich können junge Menschen mit der Kirche generell ja immer weniger anfangen.

Kober: Tatsächlich lässt der Gottesdienst auch bei den Soldaten zu wünschen übrig (lacht). Die konfessionelle oder kirchliche Bindung nimmt auch in der Bundeswehr immer mehr ab, aber unser Angebot wird sehr gut angenommen. Nachgefragt ist im Alltag am Standort vor allem die Seelsorge, also psycho-soziale Lebensberatung. Da wir in der Bundeswehr eine unabhängige Stellung haben – wir unterstehen disziplinarisch der Kirche, nicht dem Militär -, sind wir in unserem Rat frei.
Aus unserer christlichen Haltung heraus geht es uns immer um den Soldaten als Menschen mit allen seinen Bedürfnissen. Unser Auftrag ist es, behilflich zu sein, entweder durch Gespräche oder auch dadurch, dass wir uns gegenüber Vorgesetzten einsetzen. Wir haben ein direktes Vorspracherecht bei allen militärischen Vorgesetzten auf allen Ebenen.

Die Welt: Was sind das für Anliegen, mit denen die Soldaten zu Ihnen kommen?

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 22. 02. 2017 zu Ende.

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"KOPFTUCH-URTEIL“  IN  BERLIN

Der Staat muss Gesetzen folgen, nicht religiösen Geboten

 

Bundesverfassungsgericht und Landesarbeitsgericht Berlin haben dem Kopftuch eine Gasse gebahnt. Religionsfreiheit ist wichtig, ja. Es gilt, sie zu wahren, ja. Aber sie hat ihre Grenzen.

Von Ahmad Mansour

Sie hat studiert, sie will Lehrerin werden und trägt ein Kopftuch. Das passt nicht zusammen, hatten Berlins Behörden geurteilt. Jetzt wurden der muslimischen Lehramtsbewerberin zwei Monatsgehälter Entschädigung zugesprochen, weil das Land Berlin sie wegen ihres Kopftuchs nicht einstellen wollte.

Mir stellt sich nach dem aktuellen „Kopftuch-Urteil“ des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg die Frage, welcher gesetzgebenden Kraft unsere Richter hier folgten. Den Gesetzen unseres Landes oder den religiösen Geboten eines 1400 Jahre alten, frommen Buches ?

Die Richter in Berlin hatten auf Basis eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2015 geurteilt, das aufgrund der Klage von zwei Lehrerinnen aus Nordrhein-Westfalen ergangen war. Das Land hatte sich geweigert, die beiden Kopftuch-Trägerinnen einzustellen.

Doch das Bundesverfassungsgericht sprach den Frauen das Recht zu, während des Schuldienstes ihr Kopftuch zu tragen, und dem Land Nordrhein-Westfalen das Recht ab, die Frauen aufgrund ihrer religiösen Bekleidung nicht einzustellen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 21. 02. 2017 zu Ende.

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"MÜNZVERSCHLECHTERUNG"

Die Euro-Krise ist eigentlich schon 500 Jahre alt

 

Was hat der aktuelle EU-Schuldenstreit mit den wirtschafts- und finanzpolitischen Fragen des 16. Jahrhunderts zu tun? Viel. Zu den Zeiten von Martin Luther gibt es erstaunliche Parallelen.

Von Matthias Kamann

Im Jahre 1517 – nein, jetzt kommt erst einmal nicht Martin Luther , der 1517 seine 95 Thesen veröffentlichte und uns damit das 500. Reformationsjubiläum bescherte. Statt um Luther soll es zunächst um Nikolaus Kopernikus gehen – aber wieder nein: nicht um dessen astronomische Schriften. Sondern um seine Geldtheorie.

Kopernikus publizierte diese Theorie just 1517, und sie ist für das Verständnis heutiger Auseinandersetzungen in der Europäischen Union von ähnlicher Bedeutung wie der Streit zwischen Luther und dem Papst. 1517 ist ein Schlüsseljahr der europäischen Konfliktgeschichte bis in die Gegenwart hinein.

Nikolaus Kopernikus (1473-1543) war damals Domherr im ermländischen Frauenburg (heute Frombork im nordöstlichem Polen) und Administrator des dortigen Fürstbischofs. Damit war Kopernikus einer der einflussreichsten Politiker in einem westpreußischen Bund, zu dem sich Städte wie Danzig und Thorn mit einigen Kleinterritorien unter dem Schutz des polnischen Königs zusammengeschlossen hatten.

In diesem Bund lebte man vom Getreidehandel mit dem westlichen Europa und litt in besonderem Maße unter einer Münzverschlechterung, die den ganzen Kontinent plagte. Denn ausgabenfreudige Territorialherren hatten sich von ihrem immensen Finanzbedarf dazu verführen lassen, immer mehr Münzen mit immer geringerem Edelmetallgehalt in Umlauf zu bringen. Dies führte zur Inflation und erschwerte die verlässliche Verrechnung der verschiedenen Münzen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 21. 02. 2017 zu Ende.

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BLACKROCK-VIZE

"Trump verändert Fundamente unserer Wirtschaftsordnung"

 

Philipp Hildebrand, während der Finanzkrise Chef der Schweizer Notenbank, ist heute Vizepräsident des größten Vermögensverwalters Blackrock. Er erklärt, wie gefährlich der Nationalismus wirklich ist.

Von Markus Diem Meier, Arthur Rutishauser

Die Weltkonjunktur läuft derzeit eigentlich ziemlich stabil. Trotzdem wächst die Angst vor den Folgen der Globalisierung, und die Rufe nach Abschottung – insbesondere die des neuen US-Präsidenten Donald Trump – werden immer lauter. Auch in Europa haben viele Menschen die Hoffnung auf eine gute Zukunft für sich und ihre Kinder verloren. Das lässt vor allem die untere Mittelschicht anfällig werden für rechte Parolen. Der ehemalige schweizerische Nationalbankchef und heutige Blackrock-Spitzenmanager Philipp Hildebrand erklärt, was das für die Weltwirtschaft bedeuten könnte.

Die Welt: Wie beurteilen Sie derzeit das globale wirtschaftliche Gesamtbild?

Philipp Hildebrand: Die Weltwirtschaft, allen voran die USA, wächst wieder stärker. Wir befinden uns in einer Reflationsphase, die mit steigendem Wachstum, langsam steigender Inflation, steigenden Löhnen und dadurch letztlich mit einer Normalisierung der Zinsen einhergeht. Speziell hierbei ist, dass dieses positive reflationäre Erholungsbild weltweit synchronisiert verläuft. Die gleiche Dynamik, die sich zurzeit in den USA abspielt, lässt sich auch in Europa und Japan erkennen. Auch China hat nach wie vor ein stabiles Wachstum. Unser Indikator Blackrock GPS, der auf Basis von Big Data das Wirtschaftswachstum berechnet, deutet an, dass die Ökonomen das weltweite Wirtschaftswachstum für 2017 vor allem in den entwickelten Ländern unterschätzen.

Die Welt: Die Wahl von Donald Trump wie auch der Brexit werden als Ergebnis einer breiten Unzufriedenheit mit der politischen Elite, der wirtschaftlichen Entwicklung und einer gewachsenen Ungleichheit ausgelegt?

Hildebrand: Aus wirtschaftlicher Sicht kann man das so sagen. Erstens waren die letzten Jahre von global schwachem Wachstum geprägt. Zweitens zeigen sich in den entwickelten Ländern, besonders in den USA und England, immer mehr Zeichen der Ungleichheit. Drittens hinterlassen die enormen Interventionen, die nach der Krise notwendig waren, einen schlechten Nachgeschmack. Insgesamt verbreitet sich in der Bevölkerung ein Gefühl mangelnder Fairness.

Die Welt: Weshalb eigentlich?

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 19. 02. 2017 zu Ende.

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US-REGIERUNG  UND  VATIKAN

Duett im Dunkeln

 

Die Trump-Regierung will die Welt wieder christlicher machen. Dafür sucht Chefberater Stephen Bannon den Schulterschluss mit konservativen Kräften im Vatikan. Die haben ihre eigene Agenda: Papst Franziskus schwächen und das Rad der Zeit zurückdrehen.

Von , (erschienen in Christ & Welt)

Am 27. Juni 2014 war Donald Trump noch ein halbseidener New Yorker Milliardär und Stephen Bannon trug noch keine Jacketts. Der Chef der ultrarechten amerikanischen Nachrichtenseite Breitbart News saß an diesem Tag vor seinem Computer in einem Hotel in Los Angeles. Bannon war per Skype mit dem Vatikan verbunden. Dort, in einem prächtigen Renaissance-Palazzo mitten in den Vatikanischen Gärten, im Sitz der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, warteten ein paar Dutzend Zuhörer. 50 Minuten lang skizzierte Bannon seine ganz persönliche Apokalypse in einem düsteren Videotelefonat.

Am gleichen Tag beging Raymond Leo Kardinal Burke das sechste Jubiläum seiner Nominierung als Präfekt der Apostolischen Signatur, des höchsten Vatikangerichts. Burke spürte damals, im Frühsommer 2014, wie ihm langsam der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Papst Franziskus hatte den erzkonservativen Kardinal im Vorjahr bereits aus zwei Kongregationen abberufen, ein paar Monate später sollte er vom Papst auch als Chef des obersten Vatikangerichts abgesetzt und zum Malteserorden abgeschoben werden – als dessen Kardinalpatron. Burke war schon damals Franziskus’ schärfster innerkirchlicher Kritiker.

Während Kardinal Burke sich in der katholischen Hierarchie auf dem absteigenden Ast befand, legte Stephen Bannon einen kometenhaften Aufstieg in die Spitze der US-amerikanischen Politik hin. Der 63-Jährige ist heute Chefberater Donald Trumps und oberster Stratege im Weißen Haus. Das macht ihn zu einem der einflussreichsten Menschen auf der Welt.

Lesen Sie hier den Beitrag aus ZEIT Online vom 18. 02. 2017 zu Ende.

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GIGANTISCHER  SEE  IM  ERDINNEREN

Es rumort unter den USA

 

Forscher haben ein gigantisches Reservoir an Kohlenstoff so groß wie Mexiko unterhalb der USA entdeckt. Möglicherweise könnte das Gas wie bei Vulkanen an die Erdoberfläche gelangen.

Im Erdinnern, 350 Kilometer tief, rumort es unterhalb der westlichen USA. Forscher haben einen gigantischen See aus Kohlenstoff, der in teils flüssigem Gestein gelöst ist, entdeckt. Flächenmäßig soll er einmal die Größe von Mexiko oder fünfmal die Größe von Deutschland umfassen. Diese Erkenntnis veröffentlichten Saswata Hier-Majumder vom College Royal Holloway an der University of London und Benoit Tauzin von der Université de Lyon im Journal „Earth and Planetary Science Letters“ .

Bereits 2013 kam ein Forscherteam aus Bayreuth zu dem Schluss, dass die Voraussetzungen im oberen Erdmantel für Oxidationsprozesse erheblich günstiger sind, als bis dahin angenommen. Die gängige Meinung war, dass das Gestein in dieser Erdschicht trotz hoher Temperaturen relativ fest bleibt, da ein extrem hoher Druck herrscht.

Das Forscherteam erklärte dazu: „Oxidationsprozesse in einer Tiefe zwischen 120 und 150 Kilometern führen dazu, dass Diamanten und Graphit in Kohlendioxid umgewandelt werden. Dies verursacht Schmelzprozesse und in deren Folge eine Freisetzung von Kohlendioxid aus dem Erdinneren.“ Es handele sich um eine Kohlendioxidquelle, die am Kohlenstoffkreislauf der Erde wesentlich beteiligt ist, bilanzierten die Forscher.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 16. 02. 2017 zu Ende.

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GENMANIPULIERT

Was asoziale Ameisen mit der menschlichen Psyche zu tun haben

 

Insekten gelten als die sozialsten Tiere der Welt. Doch nun zeigt ein deutscher Forscher, dass eine kleine Veränderung die Tiere zu Einzelgängern macht. Was das mit uns Menschen zu tun hat.

Von Katja Ridderbusch

In einer Petrischale krabbeln 16 Ameisen. Sie laufen aufeinander zu, klettern übereinander, verkeilen sich zu einem Nesthaufen. Nur zwei von ihnen scheint das Gewühl nicht zu interessieren; sie wandern allein an den Rändern des Kunststoffgefäßes umher. Ameisen als Einzelgänger – ein ungewöhnliches, widernatürliches Verhalten für eine Spezies, die so sozial ist, dass Forscher ihre Gemeinschaft sogar als Superorganismus bezeichnen.

Während ihre synchron marschierenden Schwestern weiter am selbst organisierten Staatswesen arbeiten, interessieren sie sich nicht fürs Gemeinwesen. Ihr Verhalten ist geradezu asozial.

Das liegt an ihrem Erbgut. Der deutsche Evolutionsbiologe Daniel Kronauer und sein Team an der Rockefeller University in New York haben die Gene dieser Tiere manipuliert. Die Änderungen waren winzig, aber trotzdem haben sie ihr Verhalten massiv verändert.

Grundlagenforschung gegen Krebs

Seit fünf Jahren forschen Kronauer und seine 14 wissenschaftlichen Mitarbeiter an der genetischen Manipulation von Ameisen. Sie wollen herausfinden, wie stark das Sozialverhalten der Tiere durch genetische und neurobiologische Aspekte beeinflusst ist. Diese Grundlagenforschung könnte, so die Hoffnung der Biologen, irgendwann einmal dazu führen, dass psychische Erkrankungen des Menschen besser verstanden und damit auch behandelt werden können. Die Forschung kann aber auch dabei helfen, biochemische Abläufe in Zellen zu verstehen, zum Beispiel das Verhalten von Krebszellen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT+ Online vom 14. 02. 2017 zu Ende.

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MACHT,  SEX,  UNFEHLBARKEIT

Das sind die seltsamsten Päpste der Geschichte

 

Wer war der erste richtige Papst? Wer erfand die Unfehlbarkeit? Und wer hatte die meisten Kinder? Die Geschichte der Päpste steckt voller Seltsamkeiten. Diese sechs Heiligen Väter sollten Sie kennen.

Von Lucas Wiegelmann

1. Der Erste

Das merkwürdigste Amt der Weltgeschichte zeichnet sich dadurch aus, dass der, der es als Erster innegehabt haben soll, es gar nicht kannte. Die Päpste betrachten sich als Nachfolger des Apostels Petrus, von dem sie sagen, Jesus habe ihm die Oberhoheit über die Kirche verliehen und er sei später der erste Bischof von Rom gewesen. Nun ist es gut denkbar, dass Petrus zur Verbreitung des jungen Christentums tatsächlich nach Rom reiste, in die damalige Welthauptstadt. Aber historisch gesichert ist es nicht.

Und selbst wenn er dort war oder sogar als eine Art Gemeindechef angesehen wurde, der erste Papst war er sicher nicht. Roms christliche Gemeinde hatte noch lange keinen gefühlten oder tatsächlichen Vorrang gegenüber anderen christlichen Gemeinden in der antiken Welt, abgesehen davon, dass niemand weiß, ab wann es überhaupt Bischöfe in Rom gab.

Seit Ende des 2. Jahrhunderts kursierten zwar Namenslisten, die die lückenlose Tradition des Petrusamtes belegen sollten. Aber ob die dort genannten direkten Nachfolger des Apostels, Linus, Anaklet, Clemens, Evaristus und so weiter, jemals von ihrem Glück erfuhren, römischer Bischof gewesen zu sein, ist zweifelhaft, falls sie überhaupt existierten. „Der mit großer propagandistischer Kunst von Rom aus verbreitete Glaube, dass die doppelte Führungsstellung des Papstes in der Kirche und über alle Herrscher der Christenheit von Anfang an Bestand hatte, ist ein ideologischer Stützpfeiler der päpstlichen Machtstellung bis heute“, schreibt der Historiker Volker Reinhardt. „Daran ändert nichts, dass rein wissenschaftlich betrachtet das Gegenteil wahr ist.“

Der erste Papst, den die Forschung – mit gewisser Vorsicht – auch als solchen betrachtet, hieß Damasus I.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT+ Online vom 14. 02. 2017 zu Ende.

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ERSCHRECKENDER  FUND

Selbst die tiefsten Meeresgräben sind verschmutzt

 

Forscher fanden hohe Giftkonzentrationen in einem Lebensraum, der bisher als rein galt: Sie zogen Flohkrebse aus bis zu zehn Kilometer Tiefe. In den Tierchen steckten Rückstände aus giftigem Müll.

Von Simone Humml

Es ist stockdunkel, der Wasserdruck enorm. Trotzdem leben in den Ebenen und Bergregionen der Tiefsee unzählige Fische, Krebse, Kopffüßer und andere Tiere. Noch weiter unten, in den Gräben der Tiefsee, warten Seegurken, Würmer, Bakterien und kleine Flohkrebse darauf, dass Aas und Reste von Meeresalgen herabsinken.

Die absinkende Nahrung ist in den licht- und damit pflanzenlosen Regionen der Tiefsee die wichtigste Energiequelle. Doch nun rieseln auch Plastikteilchen mit Giftstoffen von oben herab. Auch das absinkende Aas ist schon belastet.

Und so kommt es, dass selbst die Tiere, die in den fernsten, tiefsten Gräben der Ozeane leben, inzwischen voller Schadstoffe stecken.

In einigen dieser Tiere haben Forscher jedenfalls jetzt Schadstoffe gefunden . Es handelt sich um Flohkrebse, die im Marianengraben im Westpazifik hausen, der mit etwa 11.000 Metern tiefsten Stelle aller Ozeane. Bislang galten die sogenannten Hadal-Zonen der Meere, benannt nach dem griechischen Wort Hades für Unterwelt, die 6000 Meter und tiefer unter dem Meeresspiegel liegen, als relativ unbelastet.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 13. 02. 2017 zu Ende.

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