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Interviews

TÜRKISCHE  JUSTIZ

 

Wegen Erdogans Jagdmodus steckt Deutschland im Dilemma

 

Die Türkei geht hart gegen Kurden, Gülen-Anhänger und Linke vor. Sie will Hilfe von deutschen Strafverfolgern. Die wollen nicht Erdogans Handlanger sein – aber internationale Abkommen erschweren das.

Von , Florian Flade

Ali C. glaubte zunächst an einen Scherz, als er den Umschlag öffnete, der vor einer Woche in seinem Briefkasten lag. "Vorladung", stand oben rechts auf dem einseitigen Schreiben. Der Absender: Das Landeskriminalamt (LKA) Schleswig-Holstein, Sachgebiet 322. "Sehr geehrter Herr C., gegen Sie wird ein Ermittlungsverfahren aus folgendem Grund geführt", begann der Brief. Dann ging es in dicken, schwarzen Buchstaben weiter: "Rechtshilfeersuchen aus der Türkei, hier: Propagandabetreibung der Terrororganisation / Artikel 7/2-2 Satz des Antiterrorgesetzes."

C. ist Kurde. Er lebt seit 18 Jahren als anerkannter Asylbewerber in Deutschland. Über Facebook und Twitter hat er in den vergangenen Monaten immer wieder Artikel, Blogbeiträge und Videos veröffentlicht. Über die politische Situation in der Türkei, über kurdische Aktivisten, über Repressionen des Staates. Offen kritisierte er außerdem den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Seine Internetpostings könnten Ali C. jetzt zum Verhängnis werden. Denn die türkische Justiz sieht in ihm einen Unterstützer der kurdischen Terrororganisation PKK – und verlangt von der deutschen Polizei, gegen ihn zu ermitteln.

Das umstrittene Anti-Terror-Gesetz der Türkei

Der Fall aus Norddeutschland ist ungewöhnlich. In der Regel bleiben derartige Ersuchen aus der Türkei in der Bundesrepublik praktisch folgenlos. Meist, weil die türkische Terrorismus-Definition nach deutscher Gesetzeslage nicht greift. Vieles, was am Bosporus als Terror-Unterstützung oder Propaganda gewertet wird, fällt hierzulande unter das Recht der Meinungsfreiheit.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 28. 08. 2016 zu Ende.

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FLÜCHTLINGSKRISE

 

Die Kritik an Berlin ist harsch – und leider berechtigt

 

Auf ihrer Tour in unsere östlichen Nachbarländer musste Angela Merkel einiges aushalten. Hoffentlich haben ihre Berater nichts beschönigt. Nicht alle werden gern nach deutscher Façon regiert.

Von

Die deutschen Interessen sind, mit dem Mut zur Vereinfachung, in drei Zielen zu formulieren: gut essen, ruhig schlafen und niemals allein sein.

In ihren Gesprächen mit den Regierungschefs des östlichen Mitteleuropa hat die Kanzlerin dieser Tage ausreichend Gelegenheit, zu bemerken, wie schwierig es ist, in Europa Führung zu geben, ohne dominant zu wirken und das ohnehin seit dem britischen Scheidungsmanöver gefährdete europäische Gleichgewicht zu ruinieren.

Die alten Dämonen haben flache Gräber, und alte Ressentiments gegen Deutschland sind nicht schwer wiederzubeleben. Jene Kritik, die gegenwärtig noch verhalten und hinter vorgehaltener Hand geäußert wird, kann, wenn Empathie für bedrängte Nachbarn weiterhin so knapp bemessen bleibt, ernste Wirkungen haben.

Es gibt eine Reihe kritischer Punkte: von der Antwort auf den "Brexit" seitens der verbleibenden 27 EU-Mitgliedstaaten über dringend gebotene innere Reformen der Europäischen Union bis hin zu den gänzlich offenen Fragen innerer und äußerer Sicherheit, nicht zuletzt, den strategischen Ungewissheiten, die dem amerikanischen Wahlkampf, so oder so, folgen werden.

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„WIRD  KÜNSTLICHE  INTELIGENZ  UNS  TÖTEN?“

 

Stephen King warnt Menschheit vor ihrer vielleicht letzten Idee

 

Künstliche Intelligenz ist auf dem Vormarsch. Wir freuen uns über sprechende Smartphones, Lauf-Apps, selbstfahrende Autos oder hoffen, dass diese Technik bald vielen Menschen das Leben rettet. Doch sie hat auch eine andere Seite. Was ist, wenn sie eines Tages außer Kontrolle gerät?

Von FOCUS-Online-Autor Armin Fuhrer

In den Forschungslabors von Google, Apple und Co. wird längst eine KI entwickelt, die dem Menschen in Zukunft überlegen sein wird.

Anerkannte Forscher warnen vor dieser Entwicklung. „Künstliche Intelligenz kann die großartigste Errungenschaft der Menschheit werden. Bedauerlicherweise kann sie auch die letzte sein“, fürchtet der weltbekannte Astrophysiker Stephen Hawking. Und er steht nicht allein. Der Journalist Jay Tuck hat, unterstützt von FOCUS-Online-Autor Armin Fuhrer, intensiv recherchiert und ein Buch zum Thema geschrieben: „Evolution ohne uns. Wird Künstliche Intelligenz uns töten?“ Im Folgenden bringt FOCUS Online einen Auszug aus dem Buch.

Die letzte Errungenschaft

Bill Gates ist nicht nur der reichste Mann der Welt. Der Microsoft-Gründer ist auch legendär, ein anerkannter Guru in der Hightech-Szene des Silicon Valley. Er arbeitet im Epizentrum bahnbrechender Technologien, wo er – zusammen mit einigen der klügsten Köpfe der Welt – die Trends und Träume von morgen studiert. Gates ist alles andere als ein verklärter Science-Fiction-Freak. Er ist auch kein hysterischer Untergangsanhänger. Sein Business fußt auf einem soliden Fundament weitsichtiger Forschung. Und auf seinem persönlichen Optimismus. Aber Bill Gates ist besorgt.

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HETZE  IM  NETZ  ENTLARVT

 

Kirche klärt über vermeintlich pinkelnde Flüchtlinge auf

 

Ein Foto hat in den sozialen Medien vor allem bei Rechten für Empörung gesorgt: Mehrere Migranten scheinen an die Wand einer Kirche zu urinieren. Jetzt erklärt die Pfarrei die wahren Hintergründe.

Die katholische Pfarrei St. Gertrud München hat der Hetze in sozialen Medien zu einem Foto von Afrikanern vor ihrer Kirche widersprochen. Auf dem Bild sind sechs Männer zu sehen, die mit dem Rücken zum Betrachter mit gesenktem Kopf an einer Kirchenwand stehen.

Auf Facebook hatten Nutzer in den vergangenen Tagen behauptet, die Männer würden an das Gotteshaus urinieren. "Die Männer auf diesem Bild beten gerade. Es ist nicht das, was so mancher 'besorgte Bürger' hier vermutet!" teilte die Pfarrei auf ihrer Internetseite mit. Das Bild war tausendfach geteilt worden und trug die Bildunterschrift: "Kirche in München, sechs Neubürger urinieren an das christliche Gotteshaus."

Gläubige Migranten beten außerhalb der Kirche

Seit einigen Jahren werde einer der Räume der Kirche von der Eritreisch-Orthodoxen Gemeinde benutzt, erklärte die Pfarrei weiter. Jeden Sonntag werde eine Eucharistiefeier begangen. Nach der Tradition der orthodoxen Christen in Eritrea und Äthiopien gingen die Gläubigen oft nicht in die Kirche hinein, sondern beteten draußen: "Sie lehnen sich an die Wand des Gotteshauses und beten."

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US-WAHL

 

Top-Ökonom berechnet den Wahlsieg von Donald Trump

 

Ein Yale-Professor hat ein Modell entwickelt, dass den Ausgang von Präsidentschaftswahlen in den USA erstaunlich genau vorhersagt. Seine neueste Prognose ist ziemlich eindeutig.

Von Ressortleiter Wirtschaft, Finanzen, Immobilien

Es war anfangs nur ein Schild, das der Wahlkampfberater James Carville als mahnende Erinnerung für seine Kollegen aufhing: "The Economy, stupid", übersetzt: Auf die Wirtschaft kommt es an, Dummkopf. 1992 war das, Carville arbeitete für einen amerikanischen Präsidentschaftsbewerber namens Clinton – Bill Clinton.

24 Jahre später tritt Bills Gattin Hillary für die Demokraten an, "It's the Economy, stupid" ist lange schon zur geflügelten Redewendung geworden – und der dahinterstehende Gedanke Allgemeingut: Rennen ums Weiße Haus werden wesentlich von Wirtschaftsfragen entschieden. Themen wie Krieg und Terror, Rassenkonflikte oder Umweltschutz spielen im Zweifel nur eine nachrangige Rolle.

Das lässt sich sogar wissenschaftlich untermauern: Der Ökonomieprofessor Ray Fair hat dazu eine eine ziemlich simple Formel entwickelt, die den Ausgang von Präsidentschaftswahlen vorhersagen kann. Bei nicht weniger als 21 der 25 Urnengänge in den vergangenen hundert Jahren liefert das Fair-Modell die richtige Prognose.

Modell lieferte in 80 Prozent der Fälle richtige Prognosen

Eine erstaunliche Präzision, die gerade in diesem Jahr Angst machen kann. Denn wenn das Modell mit aktuellen Daten gefüttert wird, dann ist die Vorhersage ziemlich eindeutig. Entgegen der neuesten Umfragen dürfte demnach eben nicht Hillary Clinton obsiegen – sondern ihr republikanischer Konkurrent Donald Trump.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 25. 08. 2016 zu Ende.

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EMERITIERTER  PAPST

 

Was Benedikt XVI. zum Rücktritt bewog

 

Seinem Nachfolger Franziskus folgt der emeritierte Papst nach eigener Aussage gehorsam. In einem seltenen Interview verrät Benedikt XVI., welche Gespräche seinem Rücktritt vorausgingen.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. bezeichnet seinen freiwilligen Amtsverzicht im Jahr 2013 als eine "Pflicht". Es habe damals viele Verpflichtungen gegeben, die zu Ende zu bringen er sich nicht in der Lage gesehen habe, heißt es in einem Interview des emeritierten Papstes (2005–2013), das die italienische Tageszeitung "Repubblica" veröffentlichte und das laut der Zeitung zuvor autorisiert wurde.

Er habe sich etwa nach den Erfahrungen seiner Mexiko- und Kuba-Reise im Frühjahr 2012 nicht in der Lage gefühlt, eine weitere so anstrengende Reise zum Weltjugendtag nach Rio de Janeiro 2013 machen zu können, erklärte er. Ein Weltjugendtag ohne die "physische Präsenz des Papstes" sei aber undenkbar, so der heute 89-Jährige.

"Dies war ein weiterer Umstand, weshalb ich den Rücktritt als meine Pflicht gesehen habe." Er habe einsehen müssen, dass er allein alles, was es noch zu tun gab, unmöglich hätte bewältigen können. "Deswegen war ich in gewisserweise dazu gezwungen, mich in die Hände Gottes zu begeben, mich Jesus anzuvertrauen."

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NORWEGEN

 

Über 15.000 Menschen treten innerhalb vier Tagen aus der Kirche aus

 

Norwegens lutherische Volkskirche hat nach eigenen Angaben innerhalb von vier Tagen mehr als 15.000 Kirchenmitglieder durch Austritt verloren. Grund ist ein neues Online-Portal der Kirche, mit dem man vom heimischen Computer aus die Kirche verlassen oder sich als Mitglied registrieren lassen konnte.

Als das System am 15. August gestartet sei, hätten gleich am ersten Tag mehr als 10.000 Menschen die Kirche verlassen, teilte die Volkskirche in Oslo mit. Zugleich seien innerhalb von vier Tagen aber auch 549 Menschen aus anderen Kirchen dazugekommen oder in die Volkskirche zurückgekehrt.

Rund 2900 Menschen hätten die Möglichkeit genutzt, falsche Angaben im Mitgliedsregister zu korrigieren. Die leitende Bischöfin der norwegischen Kirche, Helga Haugland Byfuglien, zeigte sich von der Zahl der Austritte nicht überrascht.

"Wir waren auf eine große Anzahl von Austritten vorbereitet, und haben großen Respekt vor der Entscheidung der Einzelnen." Die Signale nehme man ernst.

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WELTHANDEL

 

Die Ära der Globalisierung steht vor dem Ende

 

Die Welt driftet nicht nur politisch auseinander. Neue Daten zeigen: Auch die wirtschaftliche Verflechtung nimmt ab. Ein Ereignis könnte der Globalisierung bald sogar den Todesstoß versetzen.

Von Finanz-Redakteur

Adidas war einst Vorreiter. Schon Anfang der 90er-Jahre stellte das Unternehmen die Produktion in Deutschland weitgehend ein und fertigte stattdessen in Billiglohnländern, von China über Indonesien und Vietnam bis nach Argentinien oder Mexiko. Doch nun will der Sportartikelhersteller zurückkommen. Ab Herbst sollen die ersten hierzulande gefertigten Laufschuhe in den Handel gehen.

Das Unternehmen könnte damit erneut Vorreiter werden. Denn es scheint, als stünde die Ära der Globalisierung vor dem Ende. Der wirtschaftliche Austausch zwischen den Staaten lahmt, teilweise wird die Entwicklung sogar zurückgedreht. Das liegt einerseits an den politischen Entwicklungen, aber auch neue technische Möglichkeiten tragen dazu bei.

"Seit der Finanzkrise hat sich nicht nur das weltweite Wachstum, sondern auch die Zunahme des internationalen Handels verlangsamt", sagt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ Bank. Die Wachstumsrate des Handels liegt seither sogar unter derjenigen der Wirtschaftsleistung. "De facto heißt das, dass die globale Verflechtung wieder etwas zurückgedreht wird."

Schwellenländer sind in Krisen gefangen

Um dies auch bildlich darzustellen, hat er einen Globalisierungsindex entwickelt. Dazu hat er die Höhe der Investitionen von 16 Ländern in anderen Staaten erfasst und diese ins Verhältnis zur Wirtschaftsleistung gesetzt. Die Höhe der Balken zeigt jeweils an, wie stark die internationale wirtschaftliche Verflechtung zugenommen hat.

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ANKARA  ZIEHT  BOTSCHAFTER  AUS  WIEN  AB

 

Warum sich das kleine Österreich so mit der Türkei anlegt

 

Als Ankara nach dem gescheiterten Putsch seine „Säuberungen“ durchführte, reichte es den Österreichern. Bundeskanzler Christian Kern forderte Anfang August einen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche.

Von FOCUS-Online-Redakteur Joseph Hausner

Ein Beitritt der Türkei zur EU sei „nur noch diplomatische Fiktion“, sagte er in einem Interview. Die demokratischen Standards der Türkei würden „bei Weitem nicht ausreichen“.

Österreichs Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil verglich die Türkei mit einer „Diktatur“. Außenminister Christian Kurz polterte im FOCUS-Interview gegen die Erpressungsversuche der Türkei gegenüber der EU und sagte, dass Europa den Türkei-Deal nicht brauche.  

Die Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei sind auf dem Tiefpunkt

Ankara war sauer, türkische Politiker keilten gegen Österreich. Nach weiterem Hick-Hack in den vergangenen Wochen sind die österreichisch-türkischen Beziehungen nun endgültig auf dem Tiefpunkt angelangt: Ankara hat den türkischen Botschafter aus Wien abgezogen.

Dass sich das kleine Österreich mit seinen nicht einmal neun Millionen Einwohnern derart mit der Türkei anlegt, verwundert auf den ersten Blick. Wieso machen der sozialdemokratische Kanzler Kern und sein ÖVP-Außenminister lauter Krach gegen Ankara als es sich die komplette restliche EU traut?

"Der Hauptgrund ist die innenpolitische Profilierung"

Für den österreichischen Parteienforscher Peter Filzmaier von der Donau-Universität Krems ist die Sache ganz klar: „Der Hauptgrund ist die innenpolitische Profilierung.“ Es gehe Kern und Kurz darum, die Zeitungsschlagzeilen nicht der rechtspopulistischen FPÖ zu überlassen, sagt er zu FOCUS Online.

Jahrzehnte über waren SPÖ und ÖVP in Österreich die alles dominierenden Volksparteien, doch in den letzten Jahren hatte sich das geändert. Sie wurden von der FPÖ rechts überholt, die in Umfragen mittlerweile weit vor den regierenden Sozialdemokraten und Konservativen liegt.

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ZIVILE  VERTEIDUGUNG

 

Beim Schutzplan geht es um mehr als "Hamsterkäufe"

 

Mitten in Zeiten terroristischer Bedrohung erneuert die Regierung ihr Schutzkonzept für die Bevölkerung bei Krisen. Bemerkenswert sind die begrifflichen Verschiebungen. Das steckt hinter dem Plan.

Von Politikredakteur

Etwas nicht mehr Zeitgemäßes endlich zu erneuern, ist erstmal lobenswert. Nur kommt es dabei auf den richtigen Zeitpunkt an: Am Mittwoch wird die Bundesregierung zum ersten Mal seit dem Ende des Kalten Krieges wieder ein Konzept Zivile Verteidigung (KZV) beschließen, in dem der Bevölkerung unter anderem geraten wird, "einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen vorzuhalten".

Warum das ausgerechnet in diesen Tagen geschieht und ob es mit der Entwicklung der zahlreichen Krisen vom Ukraine-Konflikt über den Dschihad-Terror bis hin zu den jüngsten islamistischen Gewalttaten in Deutschland zu tun hat?

Zum Termin heißt es auf der Pressekonferenz der Bundesregierung am Montag, er sei "Zufall". Es handele sich "schlicht um die Beendigung eines langjährigen Arbeitsprozesses und fällt nicht zusammen mit einem besonderen Bedrohungsszenario", erklärte Innenministeriums-Sprecher Johannes Dimroth in Berlin.

Das neue Zivilschutzkonzept sei vielmehr die "Fortschreibung einer Konzeption, die letztmalig im Jahr 1995 aktualisiert" worden sei, erklärte der Sprecher. Das Konzept sei bislang geprägt gewesen "von der sicherheitspolitischen Entspannung nach Beendigung des sogenannten Kalten Kriegs".

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WOHLSTAND

 

Ohne Berlin ginge es Deutschland besser

 

Hauptstädte sind überall in Europa Wohlstandszentren. Nicht so in Deutschland: Berlin zieht den Schnitt sogar nach unten. Doch es gibt erste Anzeichen, dass sich diese Situation allmählich ändert.

Von Finanz-Redakteur

Wir sparen uns jetzt mal all das, womit ein solcher Artikel logischerweise anfangen müsste. Wir reden weder über den nicht fertiggestellten Flughafen noch über das Chaos bei der Flüchtlingsregistrierung am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) oder das wochenlange Warten auf Termine bei den Bürgerämtern. Wobei – jetzt steht es ja doch da. Es geht wohl einfach nicht anders, wenn man an Berlin denkt.

Die deutsche Hauptstadt gilt vielen Bürgern im Rest der Republik als Milliardengrab, als teure Skandalkulisse, als snobistische Insel, die sich von der Provinz aushalten lässt und dafür auch noch auf diese herabblickt. Und jetzt bekommt dieses (Vor-)Urteil auch noch eine statistische Unterfütterung.

Denn das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat ausgerechnet, wie sich das Pro-Kopf-Einkommen in diversen Staaten verändern würde, wenn man die jeweilige Hauptstadt herausrechnet. Wenig überraschend: In Ländern wie Frankreich oder Großbritannien sind Paris und London die Zentren der Wohlstandsgenerierung.

Europäische Hauptstädte stark am Bruttoinlandsprodukt beteiligt

"In der Hauptstadtregion Île-de-France lebt ein knappes Fünftel aller Franzosen – dieses Fünftel erwirtschaftet aber ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts", stellt das IW fest. So kommt es, dass die Franzosen ohne Paris im Schnitt rund 15 Prozent ärmer wären. Ähnlich ist es in Großbritannien, wo ein Viertel der Wirtschaftsleistung in London stattfindet. Und ohne die Hauptstadt wäre der Wohlstand elf Prozent geringer.

Noch eklatanter ist es in Griechenland. Denn dort läge das Pro-Kopf-Einkommen ohne Athen sogar fast 20 Prozent tiefer als es ohnehin ist. Und selbst das chaotische Rom kann noch etwas zum italienischen Wohlstand beitragen. Ohne die Hauptstadt läge das Pro-Kopf-Einkommen der Italiener rund zwei Prozent niedriger.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 22. 08. 2016 zu Ende.

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BRANDANSCHLAG  IN  NAUEN

 

Der Rechtsextremismus blühte auch wegen der SPD

 

Flüchtlinge waren in Nauen vor einem Jahr nicht erwünscht. Ihre zukünftige Unterkunft – in Brand gesetzt. Die Fehlersuche führt bis in "verkrustete" SPD-Strukturen. Diese seien der Nährboden gewesen.

Von Klaus Peters

Neben dem Oberstufenzentrum von Nauen liegen Sandhaufen. "Wir bauen die Sporthalle für vier Millionen Euro wieder auf", sagt Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD). "Auch als Zeichen, dass wir uns nicht unterkriegen lassen." Die alte Sporthalle war in der Nacht zum 25. August 2015 in Brand gesetzt worden, kurz bevor dort rund 100 Flüchtlinge ein Notquartier beziehen sollten. Den mutmaßlichen Tätern aus der rechten Szene um den NPD-Stadtverordneten Maik Schneider soll bald der Prozess gemacht werden.

Seit dem Brandanschlag hat sich in der brandenburgischen Stadt einiges geändert. "Wir haben einen Runden Tisch gegründet, und immer mehr Bürger engagieren sich in Willkommen-Initiativen", berichtet der Bürgermeister. Im Nauener Kino-Sommer liefen Filme zur Flüchtlingsthematik. Die Stadt organisiert Podiumsdiskussionen, bei denen geflüchtete Menschen von ihrem Schicksal berichten. Und die im Vorjahr noch zahlreichen von Rechtsextremen organisierten Demonstrationen gegen den Zuzug von Flüchtlingen gibt es nicht mehr.

Das Problem – die fehlenden "Gegenkräfte"

"Das Problem in Nauen sind weniger die Nazis, sondern dass es lange keine Gegenkräfte gab", sagt Dirk Wilking vom Potsdamer demos-Institut, das Gemeinden in Brandenburg im Kampf gegen Rechtsextremismus berät. Es gab kaum Gegendemonstranten wie bei den vielen rechten Kundgebungen zur Asylpolitik in anderen Städten Brandenburgs.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 22. 08. 2016 zu Ende.

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CHEMOTHERAPIE

 

Sparprogramm bringt Krebspatienten in Lebensgefahr

 

Die Krankenkassen wollen für die Krebsbehandlung weniger zahlen. Medikamente sollen nur noch von den billigsten Apotheken gemischt werden. Schon nach wenigen Tagen häufen sich riskante Pannen.

Von Steffen Fründt

Es sind 17 identische Liegesessel, die sich im Obergeschoss der onkologischen Praxis in der Duisburger Innenstadt aneinanderreihen, vor jedem steht ein kleines Bänkchen für die Füße. Sie sehen gemütlich aus, wie Fernsehsessel. Doch die Menschen, die dort Platz nehmen, kommen, um sich eine hochtoxische Substanz verabreichen zu lassen.

Während sie nebeneinander sitzen, in Magazinen blättern oder auf dem Kopfhörer Musik hören, tropft ein für jeden speziell zusammengemixter Cocktail aus Medikamenten in ihre Blutbahn, die das Zellwachstum stoppen oder verlangsamen und damit den Krebs , wie sie hoffen. 40 bis 50 Patienten am Tag bekommen hier ihre Chemotherapie, viele haben Stammplätze. Der Kampf gegen den Tod kann zur Routine werden.

Chaos in onkologischen Arztpraxen

Doch nun gibt es ein Problem mit dem Medikamentenmix, die Patienten sind in Aufruhr, in ganz Deutschland. Zwei Wochen ist es her, dass im Medizinischen Versorgungszentrum Hämatologie und Onkologie Duisburg die Krankenschwester Ute Jöris, 54, bemerkte, dass etwas nicht stimmte.

Sie bereitete die Therapien für den Tag vor. Für zwei Patienten waren keine Infusionsbeutel geliefert worden. Sie rief die Apotheke an. Der Apotheker versprach, er werde die Präparate gleich nachschicken. Später am Tag kam ein Fax mit dem Hinweis, dass man leider keine Chemotherapien mehr liefern werde. Und zwar schon ab dem nächsten Tag.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 21. 08. 2016 zu Ende.

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GEHEIMDIENST  MIT

 

Erdogans Agenten bedrohen Türken in Deutschland

 

Ankara hat in Deutschland 6000 Informanten – ein größeres Agentenheer als einst die Stasi und setzt damit Deutschtürken unter Druck. Abgeordnete fordern eine Überprüfung der Geheimdienst-Kooperation.

Von , , ,

Die Praktiken des türkischen Geheimdienstes MIT in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigen die deutsche Politik. Das Parlamentarische Kontrollgremium des Bundestags fordert von der Regierung Auskunft darüber. Er werde das Thema unmittelbar nach Ende der Sommerpause auf die Tagesordnung setzen, sagte der Grünen-Abgeordnete Hans-Christian Ströbele der "Welt am Sonntag".

Es gebe "unglaubliche geheime Aktivitäten" des MIT. Verfassungsschutz, BND und Polizei müssten dringend ihre Kooperation mit der Türkei überprüfen. "Sonst laufen sie Gefahr, bei strafbaren Handlungen mitschuldig zu werden", sagte Ströbele.

Auch der Vorsitzende des Kontrollgremiums, Clemens Binninger (CDU), will die Kooperation mit dem MIT schnell auf die Agenda setzen: "Die jüngsten Ereignisse in der Türkei haben nicht nur Auswirkungen auf die Sicherheitslage, sondern möglicherweise auch auf die Zusammenarbeit der Nachrichtendienste."

Geheimdienstexperte: Größeres Agentenheer als die Stasi

Tatsächlich sind die Aktivitäten des MIT in Deutschland weit umfangreicher als bisher bekannt. Ein Sicherheitspolitiker sagte, der MIT verfüge neben einer großen Zahl hauptamtlicher Agenten bundesweit über ein Netz von 6000 Informanten. Somit käme ein Zuträger auf 500 türkischstämmige Bürger.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 20. 08. 2016 zu Ende.

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VATIKAN

 

Astronomen des Papstes sicher – Die Welt geht unter

 

Papst Franziskus hat eine eigene Sternwarte. Zwei seiner Astronomen haben nun ein Buch geschrieben: Darin schätzen sie, wann das Universum untergeht, und verraten, ob man Aliens taufen soll.

Von Stellv. Ressortleiter Feuilleton

So langsam wäre es wirklich an der Zeit, die gebeutelten Physiker des Schweizer Forschungszentrums Cern nach der weltweiten Häme mal ein bisschen zu trösten. Klar war es im Nachhinein vielleicht wirklich ein bisschen, nun, riskant, sich mit der Entdeckung eines neuen Elementarteilchen zu brüsten, bevor sie es so richtig entdeckt hatten . Aber, hey, wer sich beim Untersuchen überraschend aufgetauchter Gammastrahlenenergiebeulen noch nie vertan hat, werfe das erste Teilchen.

Außerdem hat die Sache auch ihr Gutes. Sie erinnert uns mal wieder daran, dass sich Naturwissenschaft und Religion, die vermeintlichen Todfeinde, manchmal gar nicht so unähnlich sind. Jetzt, da sich das Graviton erst mal weiter versteckt hält, ist es mit seiner Existenz wieder wie mit der Jungfrauengeburt, der Himmelfahrt Mohammeds oder dem Auszug aus Ägypten: muss man halt dran glauben.

Die alte Konkurrenz zwischen Glaube und Wissen, die vor allem in der Geschichte der katholischen Kirche beschämende Blüten getrieben hat, ist heute längst aufgeweicht. Man muss kein Messdiener gewesen sein, um zu erkennen, dass sich das Warum, das Woher und das Wohin der Menschheit niemals naturwissenschaftlich werden klären lassen.

Gab es den Stern von Bethlehem wirklich?

Umgekehrt hat die Kirche längst eingesehen, dass sich wissenschaftlicher Fortschritt nicht unterdrücken lässt. Sie betreibt mittlerweile sogar selbst physikalische Grundlagenforschung, sozusagen als Zeichen guten Willens: Papst Franziskus hat eine eigene Sternwarte, mit richtigen Astronomen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 19. 08. 2016 zu Ende.

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JOSEPH  STIGLITZ

 

Nobelpreisträger fordert das Ende des Euro

 

Wie können wir das verschuldete Europa retten? Indem wir den Euro abschaffen – das zumindest rät der amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stiglitz. Und er hat einen prominenten deutschen Mitstreiter.

Von Leitender Wirtschaftsredakteur

Der Kanzlerin dürfte Joseph Stiglitz keinen Gefallen getan haben. Sie hat das Projekt Europa nach der politischen Sommerpause ganz oben auf die Agenda gesetzt – und kann zusätzlichen Gegenwind überhaupt nicht gebrauchen. Wenn Angela Merkel in den nächsten Tagen ihre Vision für den Kontinent dem französischen Präsidenten François Hollande und dem italienischen Premier Matteo Renzi präsentiert, ist der Gegenentwurf bereits da.

Denn in die Diskussion über Europas Zukunft hat sich lautstark der amerikanische Nobelpreisträger Joseph Stiglitz eingeschaltet. Er hält den Euro hinderlich für den Aufschwung und sieht im Bruch der Gemeinschaftswährung sogar die einzige Chance, das wirtschaftlich lahmende Europa wieder in Schwung zu bringen.

"Der Euro wurde geschaffen, um für Wachstum und mehr Solidarität in Europa zu sorgen. Genau das Gegenteil ist eingetreten. Einige Länder stecken in einer wirtschaftlichen Depression, die größer ist als die Große Depression der 1930er-Jahre", schreibt Stiglitz. Die Politik könne wenig machen.

Der Euro bedroht die Europas Zukunft

"Die Konstruktionsfehler des Euro scheinen unüberwindbar. Es ist Zeit, über eine Auflösung nachzudenken", so Stiglitz. Der US-Ökonom, der an der Columbia Universität lehrt und 2001 den Nobelpreis bekam, hat in dieser Woche ein Buch über den Euro herausgebracht. Darin versucht er zu belegen, warum die Gemeinschaftswährung die Zukunft Europas bedroht.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 19. 08. 2016 zu Ende.

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KRIEG  UND  VERTREIBUNG

 

Vier Maßnahmen, um das Flüchtlingsproblem zu lindern

 

Die internationale Gemeinschaft versagt in der Flüchtlingskrise. Wenn sich bald die Staatschefs in New York treffen, wird es viel Gerede geben - Maßnahmen aber bleiben aus. Dabei gibt es viel zu tun.

Von Richard N. Haass

Jeden September versammeln sich viele der Staats- und Ministerpräsidenten und Außenminister unserer Welt für ein paar Tage in New York City. Sie kommen anlässlich des Beginns der jährlichen Sitzung der UN-Generalversammlung zusammen, um Reden zu halten, die zumeist zu Hause mehr Aufmerksamkeit erhalten als vor Ort, und – als diplomatische Entsprechung zum Speeddating – umso viele Zusammentreffen wie menschenmöglich in ihren Terminkalender zu quetschen.

Es gibt außerdem eine Tradition, ein konkretes Schwerpunktthema oder -problem zu benennen, dem dann besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird, und dieses Jahr wird hier keine Ausnahme bilden.

Der 19. September ist der Diskussion des schweren Schicksals der Flüchtlinge (und Migranten) gewidmet sowie der Frage, was man noch tun kann und sollte, um ihnen zu helfen.

Das Thema ist gut gewählt, denn inzwischen gibt es schätzungsweise 21 Millionen Flüchtlinge weltweit. Ursprünglich galten als Flüchtlinge diejenigen, die ihre Heimatländer aus Angst vor Verfolgung verlassen; heute umfasst der Begriff auch jene, die aufgrund von Konflikten und Gewalt gezwungen sind, Grenzen zu überqueren.

Die politische Lage in den betroffenen Ländern steht Kopf

Die Anzahl der Flüchtlinge ist heute sehr viel höher als noch vor fünf Jahren, was in erster Linie auf das Chaos im Mittleren Osten zurückzuführen ist. Allein aus Syrien kommt heute jeder vierte Flüchtling.

Lesen Sie hier das Interview aus WELT Online vom 19. 08. 2016 zu Ende.

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POLIZEI

 

"Tendenzen brandgefährlicher Selbstjustiz"

 

In Deutschland werden Polizisten bepöbelt, bedroht und geschlagen. Der sächsische Polizei-Professor Dieter Müller beklagt "Respektlosigkeit ganzer Personengruppen" und erklärt, was sich ändern muss.

Von Thomas Schmoll

Ein elfjähriger, arabischstämmiger Junge hat in Berlin für eine Konfrontation zwischen Mitgliedern seiner Großfamilie auf der einen und der Polizei auf der anderen Seite gesorgt. Aus der Menge heraus soll der Polizei zugebrüllt worden sein: "Haut ab, das ist unsere Straße."

Wenige Tage später schlug ein 18-jähriger Ägypter aus der kriminellen Antänzerszene einer Berliner Polizistin unvermittelt mit der Faust ins Gesicht.

In Erkrath bei Düsseldorf gingen zwei Großfamilien im Streit um einen Parkplatz mit Knüppeln und Stangen aufeinander los. Eine der Gruppen soll den Hells Angels nahestehen. Mehr als hundert Beamte mussten angefordert werden, drei von ihnen wurden verletzt.

Die Ereignisse reihen sich ein in eine Fülle von Vorfällen, die mangelnden Respekt vor der Polizei belegen. Dieter Müller ist seit mehr als 20 Jahren Professor an der Polizeihochschule Sachsen. Ihm sind derartige Vorfälle vertraut.

Die Welt: Was ist los in diesem Land?

Dieter Müller: Die Respektlosigkeit ganzer Personengruppen gegenüber staatlichen Autoritäten, insbesondere Polizisten, greift zunehmend um sich. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um männliche Personen mit Wurzeln aus arabischen Ländern, den Maghreb-Staaten und der Türkei. Ich möchte hier aber ganz klar unterscheiden zwischen dem Treiben alteingesessener Familienclans und sogenannter "Flüchtlingskriminalität". Erstere Gruppen sind ein weit größeres Problem für die Polizei. Keineswegs dürfen in dieser Diskussion aber die deutschen Problemgruppen vergessen werden. Rocker, Hooligans, Linksautonome und Neonazis machen der Polizei das Leben schwer und betrachten sie als Spielball ihrer Aggressionen.

Die Welt: Ihrer Meinung nach fehlt es in Teilen der Bevölkerung an Respekt vor der Polizei. Was muss passieren, damit sich das wieder ändert?

Lesen Sie hier das Interview aus WELT Online vom 18. 08. 2016 zu Ende.

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„DANN  OFFENBAREN  SICH  DIE  WAHREN  PROBLEME“

 

Was käme nach einem Sieg über den IS?

 

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat gab es zuletzt beachtliche Erfolge. Die islamistischen Kämpfer werden zurückgedrängt, besetzte Gebiete befreit. Doch nun stellt sich die Frage: Was kommt danach? FOCUS Online gibt einen Überblick über die wichtigsten Gebiete und Player.

Von FOCUS-Online-Redakteur Julian Rohrer

Der IS gerät in Syrien und im Irak immer mehr unter Druck. Nach der Eroberung der Stadt Manbidsch östlich von Aleppo könnten bald die Versorgunglinien der Terrormiliz gekappt werden. Die Bargeldreserven sind aufgebraucht, es kommen immer weniger Kämpfer zum IS und bald könnten auch die Hochburgen Rakka und Mossul fallen. Das würde das Ende der territorialen Herrschaft des IS einläuten.

Wie gelang es, den IS zurückzudrängen? Durch Luftschläge konnten Bargeldreserven, Stellungen und Versorgungskonvois zerstört werden. Im Irak und in Syrien rangen Kurdenkämpfer, die Iran-gestützte Hisbollah und andere Gruppen der Terrormiliz wichtige Gebiete ab. Durch Grenzschließungen - vor allem zwischen der Türkei und Syrien - wurden für den IS überlebenswichtige Nachschubrouten für Krieger und Material eingeschränkt.

Eigentlich gute Nachrichten. Doch was käme nach einem Sieg über den IS? Ist dann der Friede in der Region greifbar nahe? Außenpolitische Strategen beschäftigen sich nun mit möglichen Szenarien - und die sehen düster aus. „Wir bekämpfen nicht die Ursache, sondern die Symptome. Mit einem Sieg gegen den IS würden die wahren Probleme erst offenbar“, sagt der Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung für Syrien und Irak, Nils Wörmer, im Interview mit FOCUS Online:

Denn Probleme hängen mit viel tiefer liegenden Konflikten im Nahen Osten zusammen. FOCUS Online gibt einen Überblick über die wichtigsten Player in Syrien und dem Irak – und deren Interessen.

1. Syrien – ein zerstrittenes Land mit geringem Friedenspotential

Zahlreiche größere und kleinere Gruppen kämpfen in Syrien um die Vorherrschaft. Die größten zusammenhängenden Gebiete befinden sich derzeit unter Kontrolle des IS – mit einem Ende dessen Herrschaft entstünde ein Machtvakuum. Wer wäre in der Lage das zu füllen? Und gäbe es tatsächlich eine Chance auf Frieden?

Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 18. 08. 2016 zu Ende.

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion des FOCUS Online. Weitere interessante Beiträge aus Politik, Gesellschaft und Religion unter www.focus.de

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