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Interviews

SCHIMON  PEREZ  POLITISCHE  BEISETZUNG

 

Die Gästeliste, die das Ende des Friedens verkündet

 

Der Staatsakt für Schimon Peres war voll großer Worte von Hoffnung auf Frieden. In Wahrheit war er der Vorbote einer dunklen Zukunft. Das zeigt schon ein Blick auf die Gästeliste.

Von Gil Yaron

Der Himmel ist blau, eine sanfte Brise weht über den Herzlberg, als der letzte Vertreter von Israels Gründergeneration zu Grabe getragen wird. Schimon Peres wird nun hier ruhen, auf dem „Friedhof der Großen der Nation“ in Jerusalem, zwischen Jizchak Schamir und Jizchak Rabin, den großen Premiers. Staatsoberhäupter, Diplomaten und Magnaten sind versammelt, die ganze Welt, um dem Friedensnobelpreisträger die letzte Ehre zu erweisen. Aber es ist, als verabschiedeten sie sich auch von einem Israel, das sie kannten und schätzen.

Die Ehrengäste besuchen den letzten Politiker im Land, dem man trotz seiner Geschichte als harter Kämpfer glaubte, dass er Frieden mit seinen Nachbarn anstrebt. Als die Trauernden sich auf den Weg in ihre Heimatländer machen, bleibt ein Naher Osten zurück, in dem es kaum noch Hoffnung auf Frieden gibt.

Vor zwei Jahrzehnten waren schon einmal die Mächtigen der Welt nach Jerusalem gekommen, um Abschied zu nehmen. Damals von Jizchak Rabin , der 1995 von jüdischen Extremisten, mitten im Friedensprozess, ermordet worden war. Auch damals hielt der damalige US-Präsident Bill Clinton eine Grabrede. Nun, bei Peres, spricht Clinton wieder, genau wie US-Präsident Barack Obama. Doch wer die Gästeliste studiert, sieht die Zeichen der düsteren Zukunft. Ägyptens Präsident al-Sisi und Jordaniens König Abdullah ließen sich entschuldigen, obwohl beide Staaten bis heute gültige Friedensverträge mit Israel unterzeichnet haben. Schon nach dem Tod von Peres hatte es Stunden gedauert, bis sie kondolierten. Vor 21 Jahren, bei Rabins Beisetzung, waren Husni Mubarak und König Hussein noch nach Jerusalem gereist, um Rabins Familie persönlich Trost zu spenden. Auch die Türkei, Marokko und Katar verzichteten auf jede Geste der Anteilnahme.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 30. 09. 2016 zu Ende.

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DER  GLAUBE  IN  DER  MODERNE

 

Die Gotteskrise und die Lust zu lügen

 

Der Deutsche Historikertag hat gezeigt: Die Frage nach Gott ist in der Moderne nicht erledigt. Doch er gerät weiter aus dem Blick. Erst durch eine säkulare, neuheidnische Sakralität. Nun durch eine Kultur der Lüge.

Von Alexander Schwabe

Wenn sich Historiker auf ihrem wichtigsten Kongress schwerpunktmäßig mit dem Thema „Glaubensfragen“ befassen, ist die Sache mit Gott dann Geschichte?

Die Kirchen leeren sich. An kirchliche Weisungen, man denke an das Verbot des Sexualverkehrs vor der Ehe, hält sich kaum noch jemand. Verfassungen kommen ohne Gottesbezug aus, Eide werden ohne ihn gesprochen. Je weiter sich die Gesellschaft in der Moderne entwickelt, desto säkularer, weltlicher, scheint sie zu werden.

Haben jene recht, die dem Soziologen und Kulturwissenschaftler Max Weber (1864–1920) folgen, der annahm, die Religion werde durch die Moderne und ihr Projekt der „Entzauberung der Welt“ langfristig an Bedeutung verlieren? Statistiken scheinen es zu belegen: 1970 waren noch 96 Prozent der Bundesbürger Mitglied einer religiösen Gemeinschaft, heute sind es nur noch knapp sechzig Prozent. 1970 besuchten noch 37 Prozent der Katholiken regelmäßig die Messe, heute sind es nur noch gut zehn Prozent. Auf evangelischer Seite fällt die Bilanz noch schwächer aus.

Doch an diesen Zahlen allein lässt sich der Säkularisierungsgrad einer Gesellschaft nicht ablesen. Nicht nur ist unter Säkularisierung sehr Unterschiedliches zu verstehen: verfassungstheoretisch die Trennung von Staat und Religion – soziologisch die Abkehr von der Kirche, vom Glauben und von religiösen Normen. Auch ist die säkulare Gesellschaft „eine Gemengelage von höchst unterschiedlichen Einstellungen der Menschen zu Kirche und Religion“, so dass Mitgliedschaft und Gottesdienstbesuch nur eine begrenzte Aussagekraft haben.

Der Bochumer Geschichtstheoretiker Lucian Hölscher sagte jüngst auf dem 51. Historikertag in Hamburg: „Da gibt es die relativ kleine Minderheit expliziter Kirchen- und Religionsgegner, dann die große Masse der religiös Gleichgültigen, für die Kirche und Religion überhaupt keine Rolle spielen, weder im positiven noch im negativen Sinne; und schließlich die religiös ­Engagierten innerhalb und außerhalb der Kirchen, die sich für eine welt- und gesellschaftsoffene, eine in diesem Sinne ‚säkulare‘ Religiosität einsetzen.“ Die säkulare Öffentlichkeit sei nicht nur ein Gegenüber zur kirchlichen Gemeinschaft, sondern auch ein Teil von ihr. Für sie stehe Religion nicht für eine dogmatische Position, sondern für „ein Verhältnis des Menschen zur Welt“.

Quasi-religiöse Rituale

Die Säkularisierung war von Anfang an ein vielschichtiger Prozess, dem die strikte Grenzziehung – „hier die Kirche, dort die Welt“ – nicht gerecht wird. Natürlich tobte ein erbitterter Kulturkampf um die Frage, wie viel Einfluss die Kirche in der Gesellschaft noch haben darf.

Lesen Sie hier den Beitrag aus CHRIST IN DER GEGENWART Online vom 30. 09. 2016 zu Ende.

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RASSISMUS  IN  DEN  USA

 

"Das Justizsystem wird von Weißen kontrolliert"

 

Birmingham in Alabama war 1968 Epizentrum im Kampf für die Bürgerrechte der Schwarzen. T.R. German Jr. war damals dabei. Heute ist sein bester Freund weiß, sagt er – aber der Rassismus lebe weiter.

Von Joan Faus, Birmingham (Alabama)

Wird T. R. German Jr., ein schwarzer Mann, 82 Jahre alt und Nachfahre der Sklaven, gefragt, ob es in den USA weiterhin Rassismus gibt, antwortet er mit einem aktuellen Beispiel. Bei einem Besuch in einem Krankenhaus lief ihm ein weißer alter Mann mit seinen Enkelkindern über den Weg. Als ihn eines der Kinder, vier Jahre alt, erblickt, sagt es: ‚Hallo Neger!‘ Bis zum offiziellen Ende der Rassentrennung in den 60er-Jahren war diese abwertende Bezeichnung Gang und gäbe.

„Es gibt schwarze und weiße Leute, die im Zeitalter der Rassentrennung stehen geblieben sind. Sie misstrauen sich gegenseitig“, klagt German, Zeitzeuge der Entwicklung der Rechte für Afroamerikaner.

Er war noch jung, als seine Stadt Birmingham, Alabama, 1968 zum Epizentrum des Kampfes der Schwarzen für gleiche Rechte wie die Weißen wurde. Er arbeitete als Postzusteller und in der Armee, der er 25 Jahre diente. In Birmingham war die Segregation besonders extrem.

Der Anschlag von weißen Fundamentalisten auf eine Kirche einer schwarzen Gemeinde, bei dem vier Mädchen getötet wurden und in der German jetzt ein Ehrenamt innehat, und die Brutalität der Polizei, die sogar mit Hunden auf die schwarzen Demonstranten losging, waren ausschlaggebende Faktoren, um die Bürgerrechtsbewegung in Birmingham voranzubringen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 29. 09. 2016 zu Ende.

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RUSSLAND,  CHINA,  USA

 

Ein Blick auf die Weltkarte sollte genügen, uns aufzurütteln

 

Ein Blick auf die Weltkarte sollte genügen, uns aufzurütteln. Regionale und lokale Kriege nehmen zu; eine Vielzahl neuer Krisenherde auf fast allen Kontinenten; Terroranschläge in immer mehr Ländern. Massenfluchten und Flüchtlingswellen überschwemmen benachbarte Länder und Kontinente.

Von FOCUS-Online-Experte Horst Teltschik

Gleichzeitig erodieren friedenssichernde Staatengemeinschaften wie die Europäische Union oder Organisationen wie die OSZE oder dokumentieren wie die Vereinten Nationen ihre Machtlosigkeit. Freiheitliche Demokratien sehen sich immer stärker dem Druck autokratisch gesinnter Führungspersönlichkeiten und rechtskonservativer Parteien und Bewegungen ausgesetzt, wenn nicht sogar bedroht.

Der „kalte“ Friede beruhte auf dem labilen Gleichgewicht

Im gleichen Zeitraum hat sich in den letzten drei Jahrzehnten unsere Welt immer stärker vernetzt. Interkontinentale, regionale und bilaterale Freihandelsvereinbarungen bestimmen die Wirtschaft unserer Länder. Die digitale Revolution durchdringt alle Völker dieser Erde und verknüpft sie. Kein Wunder, dass die Menschen fragen, welche Auswirkungen diese Krisen und revolutionären Veränderungen auf ihr Leben haben werden. Ihre Unsicherheit über die Zukunft nimmt zu. Gleichzeitig beginnen politische Scharlatane, solche Ängste für ihre politischen Interessen auszubeuten.

Wohin entwickelt sich unsere Welt? 1990/91 hat sich mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes und der Auflösung der UdSSR in fünfzehn souveräne Republiken die bipolare Weltordnung der zwei Weltmächte USA und Sowjetunion mit ihren jeweiligen Bündnissystemen Nato und Warschauer Pakt grundlegend verändert. Der Warschauer Pakt existiert nicht mehr. Mehr als vier Jahrzehnte hatte der Kalte Krieg die internationale Politik dominiert und die Welt mehrfach an den Rand eines neuen Weltkrieges geführt. Der „kalte“ Friede beruhte auf dem labilen Gleichgewicht der atomaren Rüstung beider Seiten, verbunden mit der beiderseitigen Fähigkeit, sich gegenseitig auslöschen zu können.

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FLÜCHTLINGSPOLITIK

 

Merkel bekommt von katholischer Kirche weiter Rückendeckung

 

Das hat Merkel in den letzten Monaten eher selten erlebt: Demonstrative Unterstützung für ihre Flüchtlingspolitik sagte ihr Kardinal Marx, Vorsitzender der Bischofskonferenz, zu.

Von FOCUS-Online-Korrespondentin Martina Fietz

Es mag der Bundeskanzlerin wie ein Jungbrunnen vorgekommen sein: So viel Unterstützung und lang anhaltenden Applaus für ihre Flüchtlingspolitik hat Angela Merkel lange nicht mehr bekommen. Beim traditionellen Jahresempfang der katholischen Kirche in Berlin versicherte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx: „Wir stehen hinter Ihnen.“ Vor einem Jahr habe die katholische Kirche die Entscheidung zur Aufnahme von Flüchtlingen mitgetragen. „Ich nehme das nicht zurück“, sagte Marx. „Ich unterstreiche es. Die Kirche gibt Ihnen Rückenwind.“

Deutschland darf durchaus Änderung erfahren

Indirekt griff Marx den Vorwurf auf, Merkel habe mit ihrer Flüchtlingspolitik die AfD befördert. Er glaube nicht, dass das Problem des Populismus gelöst sei, wenn die Flüchtlingsfragen geklärt wären. Die Themen Identität und Sicherheit würden den kommenden Wahlkampf bestimmen. Papst Franziskus spreche von „neuen kulturellen Synthesen“. Und dass Deutschland bleiben solle, wie es ist, müsse nicht bedeuten, dass es keinerlei Veränderung geben dürfe. „Wenn wir uns geistig und kulturell einmauern, wird das die Gesellschaft mehr verändern, als wenn wir versuchen, mit anderen Kulturen zu leben und unsere politischen und materiellen Errungenschaften zu teilen“, sagte Marx.

Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 28. 09. 2016.

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ABLEHNUNG  IM  OSTEN  BESONDERS  HOCH

 

Deutsche wollen keinen Religionsunterricht

 

In Luxemburg ersetzt seit diesem Schuljahr das Fach "Leben und Gesellschaft" den Religionsunterricht. Auch die Mehrheit der Deutschen befürwortet laut einer Umfrage ein Modell, bei dem Religion nur am Rande eine Rolle spielt.

Mehr als zwei Drittel der Deutschen befürworten eine Abschaffung des Religionsunterrichts an den Schulen. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov unterstützten 69 Prozent das Vorgehen Luxemburgs, wo der konfessionelle Religionsunterricht zum neuen Schuljahr durch einen allgemeinen Werteunterricht ersetzt wurde. Das Fach "Leben und Gesellschaft" soll das Zusammenleben innerhalb der Gesellschaft fördern.

Von 39 Prozent der Befragten wird dies voll und ganz, von 30 Prozent zumindest eher befürwortet. Besonders stark ist die Zustimmung in Ostdeutschland, wo die Abschaffung des Religionsunterricht von insgesamt 81 Prozent unterstützt wird. Ein solcher Werteunterricht sollte sich nach Ansicht der Mehrheit nur am Rande mit Religion beschäftigen.

Lesen Sie hier den Beitrag aus n-tv Online vom 28. 09. 2016 zu Ende.

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FREIHEITSINDEX

 

Die Deutschen wünschen sich mehr Verbote

 

Jedes Jahr wird untersucht, welchen Wert die Bürger der Freiheit beimessen und wie frei sie sich fühlen. Die neuste Untersuchung zeichnet ein überraschendes Bild der deutschen Gemütslage.

Von Felix Sommerfeld

Wie ist es um die Freiheit in Deutschland bestellt? Diese Frage beantwortet das liberal ausgerichtete John Stuart Mill Institut durch die jährliche Berechnung eines Freiheitsindex, dem vor allem Befragungen der Bevölkerung zugrunde liegen. In diesem Jahr lautet der Befund der Heidelberger Forscher: Immer mehr Deutsche haben das Gefühl, im Rahmen öffentlicher Gespräche vorsichtig sein zu müssen. Nur gut die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) hat den Eindruck, die Meinung frei äußern zu können. Damit befindet sich der Anteil derjenigen, die sagen, man könne bedenkenlos kundtun, was man denke, auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Insgesamt wurden rund 1450 Einzelinterviews geführt, um dem Freiheitsempfinden der Bürger auf die Spur zu kommen. Demnach fühlen sich die Deutschen auch grundsätzlich weniger frei als noch im Vorjahr. 48 Prozent der Befragten gaben an, das Gefühl zu haben, in ihrem gegenwärtigen Leben „sehr frei“ zu sein, im letzten Jahr waren es noch 51 Prozent.

Die Untersuchung zum Freiheitsindex ergab auch, dass sich die Deutschen erstmals seit 2013 wieder mehr staatliche Regulierung in Form von Verboten wünschen. Die Liste an Verbotswünschen führen seit Jahren harte Drogen, das Klonen von Menschen oder gesundheitsgefährdende Lebensmittel an. Mehr als jeder Dritte votierte aber auch für ein Verbot hoher Spenden an Parteien, jeder Vierte möchte Glücksspiel verboten sehen, und immerhin 16 Prozent wären dafür, den Verkauf von hochprozentigem Alkohol einzustellen. Diejenigen, die sich für zusätzliche Verbote aussprechen, befinden sich aber mit 39 Prozent nach wie vor in der Minderheit.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 27. 09. 2016 zu Ende.

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ANTI-TERROR-KAMPF

 

So hält Marokko Islamisten in Schach

 

Marokkos Anti-Terror-Kampf gilt als gnadenlos effizient und zeigt Erfolge: Es gibt weniger Anschläge als anderswo.

Von Alfred Hackensberger, Rabat

Schwarz vermummt, verspiegelte Sonnenbrille und die Waffe im Anschlag – zwei Männer in Kampfmontur haben sich vor einer vergitterten Eingangstür in Marokkos Hauptstadt Rabat aufgebaut. Sie wachen über das „Bureau Central d’Investigations Judiciaires“, die marokkanische Anti-Terror-Zentrale. Auch in dem Gebäude, hinter einer zehn Meter hohen Stahlbetonmauer, wimmelt es von Elitesoldaten. Sie stehen schwer bewaffnet in jedem Flur und in jedem Treppenhaus. Denn nicht jedem dürfte gefallen, was hier vor sich geht. In der Zentrale soll Marokkos bisher so erfolgreicher Kampf gegen radikale Islamisten noch effektiver organisiert werden.

Schon jetzt ist das islamische Königreich zu einer tragenden Säule innerhalb des internationalen Anti-Terror-Kampfs geworden. Für die Sicherheitsbehörden Europas und der USA ist der marokkanische Geheimdienst eine unverzichtbare Informationsquelle über transnationale Dschihadisten-Netzwerke. Rabat lieferte den entscheidenden Hinweis, der die französischen Behörden zum Paris-Attentäter Abdelhamid Abaaoud führte. Auch Belgien erhielt Informationen aus Rabat, die Verhaftungen von Islamisten ermöglichten.

Die Anti-Terror-Bilanz Marokkos lässt sich besonders im Land selbst sehen: Zwischen 2011 und 2016 ereignete sich hier nur ein einziger Anschlag, während Terroristen in den anderen fünf Staaten der Maghreb-Region weit über tausend Attentate verübten. Nicht umsonst gilt das Königreich als eines der sichersten Länder der Welt. Damit das so bleibt, setzt Marokko allerdings auch Mittel ein, vor denen europäische Staaten zurückschrecken.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 26. 09. 2016 zu Ende.

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KAMPF UM SCHEIDUNGSKINDER

 

"Schrecklich, kein Zuhause zu haben, ich weine oft"

 

Im sogenannten Wechselmodell sollen Trennungskinder je zur Hälfte bei Mama und bei Papa sein. Ob das für Kinder das Beste ist, ist Thema einer Studie.

Von Freia Peters, Sabine Menkens

Weil Nachwuchs als einzig Stabiles in Zeiten unsicherer Partnerschaften gilt, kämpfen Eltern um ihn mit allen Waffen.

Neulich war ihr Patenkind bei Sabine Walter zu Besuch. Nach den Tagen bei Familie Walter in Frankfurt (Oder) sagte die Elfjährige aus vollem Herzen, dass Urlaub ja schön und gut sei, das Allerschönste aber sei das Gefühl, danach nach Hause zu kommen. „Da hatte ich Tränen in den Augen“, sagt Walter. „Meine eigenen Kinder kennen dieses Gefühl nicht.“

Walter hat drei Töchter, 8, 14 und 18 Jahre alt. Als ihre Ehe vor sieben Jahren scheiterte und das Paar sich beim Jugendamt beraten ließ, riet man ihr zum Wechselmodell. Die Kinder sollten nach der Trennung von Mutter und Vater genau zu gleichen Teilen erzogen werden.

Paritätische Doppelresidenz heißt das in der Fachsprache. In Anlehnung an das Modell eines belgischen Psychologen pendelten die Kinder zwischen Mutter und Vater fortan ihrem Alter entsprechend. Je kleiner das Kind, desto kürzer sollten die Abstände sein. Jette, damals ein Jahr, wechselte alle drei Tage. Die Mittlere jede Woche, die Große alle 14 Tage.

Mit dem Wechselmodell geradewegs in die Katastrophe

Familie Walter steuerte geradewegs in die Katastrophe. Kam Jette zur Mutter, klammerte sie so sehr, dass Sabine Walter sie stundenlang nicht mehr absetzen konnte. Gleichzeitig schlug sie der Mutter ins Gesicht.

Die mittlere Tochter Katharina sagte nach kurzer Zeit, dass sie ihre kleine Schwester furchtbar vermisse, die meist bei der Mutter war, während sie sich beim Vater aufhielt.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 25. 09. 2016 zu Ende.

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ERHOLSAMER  SCHLAF

 

Wenn Sie diese Lebensmittel abends essen, können Sie besser schlafen

 

Ein ruhiger, erholsamer Schlaf nach einem anstrengenden Tag - das ist nicht immer selbstverständlich. Bestimmten Lebensmittel helfen, nachts besser zu schlafen - sofern sie die Aminosäure Tryptophan erhalten. Sie fördert die Produktion unseres Schlafhormons Melatonin und das macht uns müde.

Wenn Sie bestimmte Lebensmittel abends essen, schlafen Sie besser. Der Grund dafür ist die Aminosäure Tryptophan. Sie regt die Produktion des Schlafhormons Melatonin an, weshalb Sie müde werden. Vor allem bei gedämpftem Licht kommt das Hormon auf Hochtouren. Umso höher der Melatoninspiegel am Abend, desto tiefer und entspannter schlafen Sie. Ein positiver Nebeneffekt: Durch Tryptophan entsteht auch das Glückshormon Serotonin. Das Hormon bringt gute Laune, lässt Sie entspannen und hemmt den Appetit.

Mit folgenden Lebensmitteln können Sie besser schlafen und sind entspannter:

Lesen und sehen Sie hier den Video-Beitrag aus FOCUS Online vom 25. 09. 2016.

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HAMED  ABDEL-SAMAD

 

"Man will mich auch hier zum Schweigen bringen"

 

"Mir ist bewusst, dass meine Schriften polarisieren, aber das braucht man, um Menschen zum Nachdenken zu bringen", sagt Hamed Abdel-Samad. In seinem neuen Buch widmet sich der deutsch-ägyptische Schriftsteller dem Koran auf ruhige, reflektierende Art.

Von Andrea Seibel

Warum das wichtig ist:

Das Neue Testament relativiere die Gewalt des Alten. Der Koran gelte aber als endgültiges Manifest Gottes, das nie relativiert werden dürfe. Für Abdel-Samad das Problem des Islam.

Zum Gespräch kommt er mit Personenschützern, die sich vor dem Raum postieren. Die letzten vier Wochen waren besonders schlimm für ihn: Ein französischer Verlag sagte ab, sein vorletztes Buch „Der islamische Faschismus“ zu veröffentlichen. Eine für den 23.9. in Dortmund angesetzte Podiumsdiskussion wurde abgesagt, weil man „Salafisten- und AfD“-Proteste befürchtete. Und eine Einladung zur dänischen „Free Press Society“ stand auf der Kippe. Erst eine Intervention des dortigen Justizministers ermöglicht nun unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen die Veranstaltung. Henryk M. Broder nennt den muslimischen Freund einen „modernen Spinoza“. Was treibt den Sohn eines Imam an?

Die Welt: Sie stehen unter Polizeischutz, erhalten Morddrohungen. Gerade zog ein französischer Verlag die Veröffentlichung Ihres letzten Buches aus dem Jahr 2014 über Islam und Faschismus zurück, aus Angst. Eine Veranstaltung in Dortmund wurde „aus Sicherheitsgründen“ abgesagt, und nun eiert sogar die dänische Free Press Society herum, ob sie Sie einladen kann. Was ist mit Ihrer Angst?

Hamed Abdel-Samad: Ich bin kein Übermensch. Ich habe meine Schwächen und Ängste, aber wenn ich schreibe oder öffentlich auftrete, blende ich diese Ängste aus. Ich habe Ägypten verlassen, um frei leben und vor allem frei denken und schreiben zu können. Nun sind auch in Deutschland Islamisten, die mich zum Schweigen bringen wollen. Ich lebe unter Polizeischutz, nicht nur weil Islamisten in Ägypten zu meiner Ermordung aufgerufen hatten, sondern weil auch deutsche Dschihadisten dasselbe vorhaben. Mehr kann ich dazu leider nicht erzählen, da das BKA gerade ermittelt. Wenn ich deshalb die Angst zulasse und meine Kritik am Islam unterbinde, dann ist es ein Kniefall vor den Barbaren. Das würde ich nie tun!

Die Welt: Gibt Deutschland Ihnen noch genug Halt und Kraft, oder ist es nicht so, dass die Anfeindungen zunehmen? Von muslimischer Seite, aber auch von deutschen Intellektuellen, die eine irrsinnige Wut auf Sie haben. Ist Islamkritik lebensgefährlich?

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 23. 09. 2016 zu Ende.

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STUDIE

 

Europäer wollen keine Muslime als Asylbewerber

 

Eine Studie hat ergeben, dass Europäer Flüchtlinge stärker akzeptieren, wenn sie hoch qualifiziert und Christen sind.

Von Tobias Heimbach

Warum das wichtig ist:

Viele Flüchtlinge, die nach Europa gekommen sind, erfüllen die bevorzugten Kriterien der Bürger nicht. Die Integration dieser Menschen dürfte demnach schwierig werden.

Europäer haben klare Vorstellungen davon, welchen Flüchtlingen Asyl gewährt werden sollte – und welchen nicht. Besonders negativ wirkt es sich demnach auf das Bild eines Migranten aus, wenn er Muslim ist, schlecht ausgebildet und die Landessprache nicht beherrscht.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, für die Forscher der Universitäten Stanford und Zürich sowie der London School of Economics 18.000 Europäer aus 15 Ländern befragten, unter ihnen auch Deutsche. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass in den Augen der europäischen Öffentlichkeit nicht alle Flüchtlinge gleich sind“, sagte Politikwissenschaftler Dominik Hangartner, einer der Autoren der Studie.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 23. 09. 2016 zu Ende.

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MANIPULATION.  MISSBRAUCH.  VERLUSTE.

 

Masha - 16 Jahre Zeugin Jehovas

 

Masha kommt als Kind von Zeugen Jehovas auf die Welt. Sie zieht von Haustür zu Haustür und versucht die Menschen zu missionieren. Bis der Drang, ihren Eltern gefallen zu wollen, schwindet und sie mit der Sekte bricht. Sie verliert alles - und fühlt sich zum ersten Mal frei.

Von Diana Sierpinski

Masha Root ist angehende Modedesignerin, weltoffen und YouTuberin aus Berlin. Das war nicht immer so. Von klein auf wurde sie zu ihrem "scheinbaren Glück" gezwungen. Sie wuchs in einer Sekte auf, in der man ihr vorgab, was sie zu tun und vor allem, was sie zu lassen hatte. Masha hatte nicht die Möglichkeit, sich frei zu entwickeln. Ihre Geschichte beginnt vor rund 18 Jahren am Tag ihrer Geburt. Ihre Eltern gehörten damals bereits den Zeugen Jehovas an. Masha wächst, wie sie es sagt, "in der Wahrheit" auf.

16 Jahre später bricht sie mit der umstrittenen Glaubensgemeinschaft, die vielerorts als Sekte angesehen wird, und beginnt ein neues Leben. Zwei Jahre nach ihrem Ausstieg gibt sie einen sehr privaten Einblick über die lange Zeit und was es bedeutet, ein Zeugen Jehovas Kind zu sein. Das Video, in dem Masha über Manipulation, Missbrauch und Verluste berichtet, hat über eine halbe Million Aufrufe.

Lange Jahre, so erzählt Masha, glaubt sie, dass die Zeugen Jehovas die einzig wahre Religion sei. Aus Liebe zu ihren Eltern und aus Liebe zu Gott lässt sich Masha im Alter von zwölf Jahren taufen und wird ein offizielles Mitglied der Versammlung. Sie genießt ihre Predigtdienste, zieht von Haustür zu Haustür und missioniert. Sie glaubt lange, was die Schwestern ihr ins Ohr flüstern, wenn sie auf Menschen treffen, die nicht an Gott glauben. Diese, so hört sie, werden beim "Weltuntergang abkratzen", sie hingegen werde ins Paradies kommen.

Womit verplempere ich mein Leben?

Die Jahre vergehen und der Drang, ihren Eltern gefallen zu wollen, schwindet. Schließlich kommt Masha an einen Punkt, an dem sie sich und ihr Tun hinterfragt. "Was mache ich hier eigentlich und womit verplempere ich meine Lebenszeit, die wertvoll ist? Ich gehe von Haus zu Haus und merke das will doch keiner hören. Mich will hier niemand sehen, ich störe ihre Privatsphäre." Masha verliert das Interesse am Predigtdienst und an den Versammlungen. Ihre Veränderung bleibt nicht unentdeckt, Hirten besuchen sie, um sie "zu Gott zurückzuholen". Doch Masha fühlt sich erdrückt von der "Love Bomb" und der, wie sie es empfindet, "aufgesetzten Freundlichkeit" der Jünger Jehovas.

Lesen Sie hier den Beitrag aus n-tv Online vom 22. 09. 2016 zu Ende.

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BERICHT  ZUM  STAND  DER  DEUTSCHEN  EINHEIT

 

Fremdenhass im Osten bereitet Regierung Sorge

 

Die Bundesregierung warnt vor zunehmendem Fremdenhass in Ostdeutschland. Die Entwicklungen könnten den gesellschaftlichen Frieden gefährden.

Die zunehmende Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland bereitet der Bundesregierung Sorge. Im zurückliegenden Jahr habe dort die Zahl der rechtsextremen und fremdenfeindlichen Übergriffe stark zugenommen, heißt es im Jahresbericht zum Stand der deutschen Einheit, aus dem das "Handelsblatt" vorab zitiert. Die Regierung spricht darin von "besorgniserregenden Entwicklungen", die das Potenzial hätten, "den gesellschaftlichen Frieden in Ostdeutschland zu gefährden".

Bei den Protesten gegen die Aufnahme von Flüchtlingen sei deutlich geworden, dass die Grenzen zwischen bürgerlichen Protesten und rechtsextremistischen Agitationsformen zunehmend verschwömmen, heiße es in dem Regierungsbericht, der am Mittwoch vorgestellt werden soll. "Neben unzähligen Angriffen auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte sind gewalttätige Ausschreitungen wie in Heidenau und Freital zu Symbolen eines sich verfestigenden Fremdenhasses geworden."

Auch negative Konsequenzen für die ostdeutsche Wirtschaft werden nicht ausgeschlossen: "Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Intoleranz stellen eine große Gefahr für die gesellschaftliche, aber auch die wirtschaftliche Entwicklung der neuen Länder dar", zitiert das "Handelsblatt" aus dem Bericht. "Ostdeutschland wird nur als weltoffene Region, in der sich alle dort lebenden Menschen zu Hause fühlen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben, gute Entwicklungsperspektiven haben."

Als "bemerkenswert" stuft die Bundesregierung demnach ein, dass die ostdeutschen Länder mit Ausnahme von Berlin nach wie vor durch sehr niedrige Ausländeranteile geprägt seien. "Dies belegt, dass fremdenfeindliche Gewalt nicht durch einen hohen Ausländeranteil bedingt ist", heiße es weiter. Es gebe andere Faktoren wie etwa die Abwanderung aus dem ländlichen Raum.

Lesen Sie hier den Beitrag aus SPIEGEL Online vom 21. 09. 2016 zu Ende.

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THOMAS  DE  MAIZIÈRE

 

"Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt"

 

Mit Blick auf das eigene Land habe man die Bedeutung von Religionen unterschätzt. Allerdings sei es wichtig, viel über verschiedene Weltanschauungen zu wissen, meint Innenminister Thomas de Maizière.

Der Bundesinnenminister sagt, die Rolle des Glaubens sei in der Vergangenheit unterschätzt worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Rolle von Glaube und Religion in der Integrationsfrage betont. „Wir müssen erkennen, dass Religionen eine große Bedeutung haben und dass auch Religionsgemeinschaften eine große Verantwortung haben“, sagte de Maizière beim Zukunftskongress Migration und Integration in Berlin. Durch die vielen, oft sehr religiösen Flüchtlinge sei das Thema plötzlich wieder präsent. „Wir haben die Bedeutung von Religion unterschätzt, auch bei uns“, betonte der Minister.

Vor diesem Hintergrund mahnte er alle Bürger an, sich auch mit dem eigenen Glauben und den damit zusammenhängenden Traditionen auseinanderzusetzen. „Können wir genau erklären, was der Sinn von kirchlichen Feiertagen ist und warum wir in Deutschland davon so viele haben?“ Keiner müsse in Deutschland religiös werden, wenn er es nicht sei, oder in die Kirche gehen, wenn er nicht möchte. Kenntnisse über den christlichen Glauben und Tradition und über andere Religionen seien aber sinnvoll und wichtig.

Mit Blick auf in Deutschland lebenden Muslime bekräftigte de Maizière die große Chance und Aufgabe, die ihnen bei der Integration anderer Muslime zukomme.

Jeder müsse sich zugehörig fühlen

 

Zugleich erklärte der CDU-Politiker, dass Deutschland trotz Toleranz und Offenheit nicht alle fremden Traditionen akzeptieren könne. Eine Hochzeit unter Minderjährigen dürfe es nicht geben, und ein Mann, der von einer Frau kein Essen annehme, bekomme eben keines, so der Minister. Diese gesellschaftlichen Fragen müssten aber noch weiter diskutiert werden „und nicht nur beim Thema Burka bitte“.

Lesen Sie hier den Beitrag aus WELT Online vom 20. 09. 2016 zu Ende.

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MIGRATIONS-TALK  BEI  „HART  ABER  FAIR“

 

"Das Grundrecht auf ein besseres Leben gibt es nicht"

 

Millionen Menschen setzen sich in Afrika Richtung Norden in Bewegung. In Libyen warten Hundertausende auf eine Gelegenheit zur Überfahrt nach Europa. Die nächste Flüchtlingswelle bahnt sich an. "Hart aber Fair" will wissen: Sind wir selbst schuld? In der Diskussion treffen Idealisten auf Politiker.

Von FOCUS-Autorin Susanne Wittlich

Kronzeuge der Sendung ist der 22-jährige Bilal aus Sierra Leone. Er sagt: "Alle meine Freunde und ich träumen, dass in Europa alles besser wäre; man anständiges Essen bekommt, schöne Kleider und große Autos fährt." Auf den Einwand, dass es möglicherweise nicht leicht ist in Europa, entgegnet der junge Afrikaner: "Europa kann nicht schwerer sein als Afrika". Werden Zäune ihn abhalten, sich auf den Weg zu machen?

Einer geht und schickt Geld nach Hause

Nein, meint Neven Subotic. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund engagiert sich mit seiner Stiftung in Afrika. Er sieht, dass sich dort ein Konzept seit vielen Jahrzehnten bewährt hat, nämlich: einer aus der Familie geht in ein Land, wo man Geld verdienen kann, und schickt das nach Hause.

Eine Beobachtung, die Elias Bierdel, ehemals Vorsitzender der Hilfsorganisation Cap Anamur, mit einem interessanten Fakt veranschaulicht. Er behauptet, die Rücküberweisungen der Ausgewanderten überstiegen die Gesamtsumme der Entwicklungshilfe. Eine Aussage für den Faktencheck. Zudem, so Bierdel, habe auch Europa lange von diesem Mechanismus profitiert. Auswanderer in die USA hätten schließlich auch Geld in die alte Heimat geschickt.

Lesen Sie hier den Beitrag aus FOCUS Online vom 20. 09. 2016.

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FORSCHER  BESTIMMEN  REST-ZEITRAUM  DER  ERDE

 

In diesem Jahr soll die Erde untergehen

 

Ein kanadisches Forschungs-Institut hat anhand mehrerer Faktoren errechnet, wann der Menschheit die völlige Auslöschung droht. Die Forscher nennen zwei konkrete Jahreszahlen.

Den Ergebnissen des Forschungs-Instituts BCA Research nach besteht eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit bis zum Jahr 2290 ausgelöscht wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit bis zum Jahr 2710 ausstirbt, soll sogar bei 95 Prozent liegen. Der am Bericht beteiligte Forscher Peter Berezin nennt zwei besonders große Gefahren.

Zum einen globale Katastrophen: Die Menschheit habe bereits jetzt die Technologie, sich selbst zu vernichten, allerdings nicht die Mittel, um die Folgen nach einem Einsatz besagter Technologien zu überstehen. Hinzu kommen "passive" Bedrohungen wie Asteroiden, Pandemien, künstliche Intelligenz oder der Klimawandel.

Technischer Fortschritt: Fluch und Segen

Zweitens würde die Menschheit im Hinblick auf ihre Geschichte derzeit an einem Wendepunkt stehen - vor allem hinsichtlich der Gen-Technologie. Laut Berezin wird die Menschheit dank Gen-Forschung schon bald in der Lage sein, ihr Intelligenz-Level rapide zu steigern, was in noch mehr technischem Fortschritt resultiere. Dieser eröffne aber wiederum mehr Spielraum für die Entwicklung noch gefährlicherer Technologien.

Die Menscheit könne das Risiko, sich selbst auszulöschen, durch den Umzug auf einen anderen Planeten reduzieren. Auch Astrophysiker Stephen Hawking hatte Anfang des Jahres empfohlen, dass die Menschheit ihr Heil in den Sternen suchen solle - wenngleich er der Menschheit mit 1.000 bis 10.000 Jahren deutlich mehr Zeit einräumt als BCA Research.

Lesen und sehen Sie hier den Video-Beitrag aus FOCUS Online vom 18. 09. 2016. (Ursprünglicher Artikel aus CHIP)

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ERNÄHRUNG

 

Auf der Suche nach der "Super-Pflanze"

 

Neun Milliarden Menschen könnten 2050 auf der Erde leben. Um sie zu ernähren, reichen die bisherigen Feldfrüchte kaum aus. Forscher aber sind optimistisch: Das Pflanzenreich hat noch viele Schätze.

Von Annett Stein

Lecker, aber leider keine "Superpflanze" der Zukunft: Tomaten brauchen einfach zu viel Wasser. Forscher hoffen nun, dass noch zu entdeckende oder optimierende Pflanzen den Nahrungsbedarf einer steigenden Weltbevölkerung decken können

Gesundheit, Ernährung, Energie – schon jetzt werden Pflanzen vielfältig verwendet. Noch immer aber warte ein Füllhorn von Substanzen darauf, entdeckt und genutzt zu werden, sind die US-Biologen Eleanore Wurtzel und Toni Kutchan überzeugt.

Interessant seien zudem bisher unbekannte Wege im Stoffwechsel, über die sich bestimmte Stoffe herstellen lassen könnten. Erst etwa 15 Prozent der geschätzt 350.000 Pflanzenarten seien auf ihre chemischen Bestandteile hin untersucht. Jede neue Entdeckung eines Enzyms oder einer Reaktionskette habe das Potenzial, die Medizin, den Bereich Bioenergie oder die Landwirtschaft entscheidend voranzubringen.

Pflanzen, die nicht nur Nahrungsmittel sind

Schon seit Jahrtausenden sind Pflanzen nicht nur Nahrungsmittel. Die Sumerer hätten bereits 3400 vor Christus Schlafmohn – Quelle des Rauschgifts Opium – für medizinische Zwecke genutzt, führen Wurtzel von der New Yorker City University und Kutchan vom Donald Danforth Plant Science Center in St. Louis im Fachmagazin „Science“ aus.

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ROM

 

Der Chef-Exorzist ist tot

 

"Der IS ist Satan" - aber auch gegen Harry Potter, Homosexuelle und Yoga hatte Pater Amorth etwas. Nun ist der langjährige Chef-Exorzist der Diözese Rom gestorben.

Er hatte sogar eine eigene Facebook-Seite: Auf "L'ultimo esorcista" (Der letzte Exorzist) schrieb Pater Gabriele Amorth für Gott und gegen das Böse auf der Welt. Nun ist der berühmteste Teufelsaustreiber der katholischen Kirche tot. Amorth sei laut Radio Vatikan im Alter von 91 Jahren gestorben. Nach Angaben seines Verlages erlag er am Freitag in einer Klinik in Rom einem Lungenleiden.

Der aus dem norditalienischen Modena stammende Amorth war als langjähriger Chef-Exorzist der Diözese Rom international bekannt geworden. Auch unter dem Pontifikat von Papst Benedikt XVI. war er tätig - damals hatte er in einem Interview gesagt, dass der Teufel im Vatikan hausen würde.

Zuletzt hatte er erklärt, die Terroristen des "Islamischen Staates" (IS) seien vom Teufel besessen. "Der IS ist Satan", schrieb er 2015. Dies gelte auch für Hitler und Stalin, hatte er 2006 in einem Interview mit Radio Vatikan gesagt.

Amorth, der im Zweiten Weltkrieg im Widerstand gegen die Faschisten kämpfte und 1951 Priester wurde, machte häufig Schlagzeilen mit kontroversen Äußerungen. So verurteilte er auch Yoga, das Fernsehen oder die Harry-Potter-Saga als Teufelszeug.

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